DIE BESSERE HÄLFTE

DIE BESSERE HÄLFTE

Transkript

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00:00:01: Willkommen bei die bessere

00:00:03: Hälfte.

00:00:04: Wir werden immer älter und das ist eine ziemlich gute Nachricht!

00:00:07: In diesem Podcast spreche ich mit Menschen, die durch ihr Wissen ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven unseren Blick aufs

00:00:13: Älterwerden

00:00:14: verändern.

00:00:15: Die Wechseljahre erleben fast alle Frauen Und trotzdem wissen viele von uns erstaunlich wenig darüber.

00:00:22: Wir wissen, dass Hitzewallungen dazugehören können – vielleicht auch Schlafstörungen?

00:00:26: Aber was ist mit Konzentrationsproblemen, Gelenkschmerzen, Angstgefühlen, Herzrasen, Erschöpfung oder dem Gefühl sich selbst plötzlich fremd geworden zu sein?

00:00:36: Warum erfahren viele Frauen erst dann von den Wechseljahren wenn sie mittendrin stecken und warum mussten sich Generationen von Frauen dieses Wissen oft mühsam selbst zusammensuchen?

00:00:47: Je tiefer man sich mit diesen Fragen beschäftigt, desto klarer wird.

00:00:51: es geht nicht nur um Hormone.

00:00:53: Es geht um die Geschichte der

00:00:54: Medizin.

00:00:56: Darum welche Körper erforscht wurden und welche nicht.

00:01:00: Welche Beschwerden ernst genommen wurden?

00:01:02: Und welche als normal galten!

00:01:05: Und es geht um Frage welchen Stellenwert Frauengesundheit in unserer Gesellschaft eigentlich hat.

00:01:11: Mein heutiger Gast beschäftigt sich seit vielen Jahren genau damit.

00:01:16: Professorin Mandy Mangler ist Chefärztin Zweiher Berliner Vivantes Kliniken, Professorin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Wissenschaftlerin Autorin und Host des Gyncast.

00:01:29: Mit ihren Büchern das Günnenbuch und Don't Miss the Clitoris hat sie dazu beigetragen Wissen über den weiblichen Körper dorthin zu bringen wo es hingehört in die Öffentlichkeit.

00:01:41: Sie erklärt nicht nur, wie unser Körper funktioniert sondern auch warum Frauen in der Medizin so lange übersehen wurden und was sich ändern muss damit die nächste Generation besser informiert, besser versorgt und gesünder älter werden kann.

00:01:55: Und sie gehört zu den Stimmen, die immer wieder daran erinnern dass Wechseljahre kein Randthema sind sondern ein Gesundheitsthema das Millionen

00:02:03: Frauen betrifft

00:02:04: und viel darüber erzählt wie wir auf Frauen und ihre Gesundheit blicken.

00:02:08: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch.

00:02:11: Herzlich willkommen, Professor Doktor Mandy.

00:02:13: Mangler!

00:02:17: Mandy, freu mich sehr dass du da bist.

00:02:19: Freu mich auch sehr schön,

00:02:20: dass du die Zeit gefunden hast und wir heute ein bisschen über Frauengesundheit sprechen können.

00:02:25: Und wenn wir heute über Wechseljahre sprechen dann fühlt sich das manchmal so an als hätte die Medizin irgendwie neues Feld entdeckt.

00:02:34: dabei gibt sie wechseljahr ja schon immer.

00:02:38: Warum ist es so?

00:02:39: Ja, das ist eine interessante Beobachtung die aber richtig zutreffend ist.

00:02:43: Ich glaube dass wir Wechseljahre schon lange kennen und auch sogar Studien haben viele Studien.

00:02:49: Wir haben sogar eine Studie die heißt Million Women's Study wo wirklich Millionen von Frauen da drin sind.

00:02:54: Aber was wir nicht gemacht haben sind zwei Sachen finde ich wir haben nichts viel öffentlich über die Wechsel-Jahre gesprochen Und auch der Stigma der wechseljahren nicht irgendwie mal besprochen oder irgendwie ausradiert.

00:03:06: und es zweite ist oft Fragen gestellt aus der Perspektive der Frauen, sondern die ganzen Studien, die es gibt.

00:03:14: Die sind eigentlich so.

00:03:15: was könnten denn die Frauen denken?

00:03:17: Was wir in den Studien mal fragen und das ist natürlich das merkt man als Frau auch dass manche Fragen entweder nicht beantwortet sind oder so leicht merkwürdig beantworten sind aber nichts zu uns passen.

00:03:28: Okay!

00:03:29: Und was würdest du sagen?

00:03:30: Was sagt das über den Umgang mit Frauen?

00:03:32: sowieso im Gesundheitssystem?

00:03:36: leider exemplarisch, also das ist nur eines von vielen Beispielen wo Frauen Gesundheit nicht in der ersten Reihe steht und nicht mitgedacht wird.

00:03:43: Und man so tut als wäre Frauenmedizin so ein Nischenthema.

00:03:46: es wird auch oft gesagt in meinem Studium war das so Gönäkologie ist ein kleines Fach weil man irgendwie versucht, alles in die Günnen abzuschieben was Frauen betrifft und es dann so klein macht.

00:03:59: Dabei ist das ja eigentlich so dass alles was uns betrifgt unsere ganzes medizinisches Leben und unseren ganzen Körper und alles betrifzt sodass eigentlich dieser geschlechter Blick überall in der Medizin, in der Inneren, in den Orthopädie oder in der Onkologie überall sein müsste es aber leider nicht ist!

00:04:17: Und das ist ein Riesenfehler im System.

00:04:22: Vielleicht kannst du historisch einfach noch mal erklären, warum das denn überhaupt so gekommen ist.

00:04:28: Ja damit habe ich mich schon oft sehr intensiv beschäftigt weil es mich auf eine Art und Weise auch bewegt.

00:04:34: Und zwar ist es so gewesen dass ich angefangen hab Medizin zu studieren in nineteen-neunzig Das war siebenund achtzig Jahre nach der ersten Frau in Deutschland oder in Berlin schlappe, siebenundachzig Jahre vorher nicht Medizin studieren dürfen und zwar nur weil ich eine Frau bin.

00:04:54: Und das macht es mich immer so total... Das macht ganz viel irgendwie, dass sich so denke, dass ich sehr dankbar bin dafür, dass Ich Medizin Studieren durfte und gleichzeitig was für eine Unverschämtheit, Dass ich das siebenunachtzig Jahre Vorher nur weil mein Geschlecht sozusagen falsch ist, Nicht hätte studieren dürften und Es gab ganz viele Frauen die es eben nicht durften und das Ist schon krass.

00:05:15: also Medizin war über hunderte von Jahren in Europa eine männliche Wissenschaft, das heißt nur Männer durften studieren und eben auch Medizin studieren.

00:05:24: Und deswegen haben wir über hunderte von Jahren war das ein All-Mail Club.

00:05:29: Da waren eben nur Männer unter sich und die haben eben auch nur auf den Körper und auf Medizin ihren männlichen Blick geworfen.

00:05:37: Der weibliche Blick, den gab es nicht!

00:05:38: Das äußert sich ganz vielfältig in der Medizin und das kann man auch in Büchern nachlesen.

00:05:44: Die mitbekommen.

00:05:45: Also die haben das schon gemerkt, dass sie da eine sehr einseitige Perspektive letztendlich einnehmen und bis aus so einem jahrhundert langen gestalteten Fach ein gleichberechtigtes Fach wird.

00:05:57: Das dauert es passiert halt nicht einfach nur so oder einfach weil jetzt mal Frauen Medizin studieren dürfen.

00:06:03: Passiert ist nichts sondern am Anfang waren diese Frauen auch sehr gebeutelt.

00:06:07: Sie wurden beschimpft im Hörsaal Als die ersten Frauen Medizin studiert haben, da haben die männlichen Studenten dann denen Zement in die Hüte gekippt und so.

00:06:18: Oder sie haben gesagt... Die einen im einen Hörsaal wurde eine Ziege mit in den Hörsal genommen Und es wurde gesagt jetzt dürfen niedere Tiere in die Hirselle ziegen und Frauen.

00:06:28: Und die Frauen mussten zum Teil in andere Räume.

00:06:30: also es gibt wahnsinnig krasse Geschichten was diese ersten Frauen für uns erdulden mussten damit wir dann letztendlich in den gleichberechtigter Gesellschaft haben.

00:06:41: Und das finde ich immer sehr bewegend und deswegen hat es auch lange gedauert bis dann Frauen, jetzt gibt's mehr Medizinstudentinnen als Medizinstudenten aber in den Führungsposition sind immer noch überall Männer.

00:06:53: also der deutsche Ärztin Bund hat eine Erhebung gemacht regelmäßig machen die sie und vierzehn Prozent der Führungspositionen in der Medizin sind von Frauen besetzt in Deutschland, vierzehnt Prozent!

00:07:06: Das bedeutet Wir haben eine Männerquote von sechsenundachtzig Prozent.

00:07:09: Das bedeutet für die Frauen, du bist oft die einzige Frau im Raum oder es gibt keine Frau im Raum und wenn Du die einzige frau im raum bist dann musst Du ganz mühsam deine Perspektive auch erklären.

00:07:19: und es gibt ganz oft Augenrollen oder Du wirst weggeghostet oder oder oder.

00:07:24: In den letzten Jahren ist ja immer wieder sozusagen die Sprache darauf gekommen dass Medikamente auch sehr sehr lange ausschließlich an Männern getestet wurden.

00:07:32: vielleicht kannst Du da auch nochmal ein bisschen Kontext geben.

00:07:35: Ja, Medikamente wurden über lange Zeit nur an Männern getestet.

00:07:39: Da würde man jetzt sagen okay der Hintergrund war dass man eben Frauen mit die Potenzial Schwanger hätten sein können nicht für diese Studien zugelassen hat.

00:07:49: so das sei erstmal ein Schutzgedanke sozusagen.

00:07:52: aber sagen wir mal so Der Schutzgedanker waren nicht das einzige sondern natürlich war auch der Aspekt Die Frauen mit ihrem Zyklus.

00:07:58: Das ist alles immer so kompliziert.

00:08:01: dieser Gedanke war auch schon dabei Und so hat man also über auch wiederum Jahrzehnte Forschung, Medikamentenforschung Frauen in die Studien nicht eingeschlossen.

00:08:11: Und auch heute sind noch Frauen unterrepräsentiert.

00:08:15: Sogar Versuchstiere im medizinischen Studien sind in größten Teilen männliche Versuchsstiere und das ist irgendwie alles ein bisschen absurd weil dadurch sind Medikamente nicht für unseren Körper passend ganz oft oder wir wissen gewisse Nebenwirkungen nicht Und da fragt man sich dann schon, Moment mal was soll das eigentlich?

00:08:33: Warum haben wir das so gemacht und warum ist es eigentlich... Und das muss man eben auch sagen.

00:08:38: Fruchtbarkeit wichtiger als unsere Sicherheit in Bezug auf Medikamente, ne?

00:08:42: Nur damit diese Frau eben Schwanger bleiben, irgendwann mal schwanger werden könnte und so weiter und sofort.

00:08:48: also es macht viel die Perspektive auf nur damit du deine Rolle als Frau nämlich Gebärin und Schwangerschaft gerecht werden kannst.

00:08:55: nehmen wir dich mal nicht in die Studien weil ist ja nicht so wichtig Du bist ja sowieso wie ein kleiner Mann deswegen ist es ja egal und das ist aber grundsätzlich falsch.

00:09:03: Hast du denn irgendwie Thema Selbstverantwortung von Patienten?

00:09:07: Also natürlich super heikles Thema, weil also ich finde so eine gewisse Selbstverordnung kann man ja haben.

00:09:12: Aber wenn man jetzt sich auf Packungsbeilagen verlässt... dann ist das ja total schwierig, da irgendwie zu differenzieren.

00:09:21: Wir haben ja alle kein Medizin studiert.

00:09:23: aber hast du irgendwie so Dinge wo du sagen würdest okay hier Vorsicht oder Naja irgendwie ein bisschen Handlungsanweisung?

00:09:32: weil im Grunde sind immer noch nicht die Studien tatsächlich Paris sondern es wird jetzt immer noch mehr an Männern geforscht und weiß ich zum Beispiel bei Schlafmitteln oder so.

00:09:41: Ja Da gibt's ja zum Beispiel vielmehr tödliche Unfälle morgens bei Frauen als beim Männern Weil das Medikament noch längst Man weiß das nur alles nicht.

00:09:49: Also A, hast du irgendwie einen Tipp, wenn man sich da selber so ein bisschen durchklappieren kann?

00:09:53: Und B, warum wird da auch nicht krasser aufgeklärt?

00:09:56: Weil ich meine es hat ja enorme Folgen!

00:09:59: Ja, das hat enorme Folgend finde ich auch und zeigt sich ja auch in einer schlechteren Gesundheit für Frauen.

00:10:05: Frauen haben mehr kranke Lebensjahre und das äußert sich vielfältig auch.

00:10:11: Frauen werden nicht ernst genommen in ihren Schmerzen sie kriegen weniger Schmerzmittel usw.. Und was man machen kann als Patientin, wenn man sich fragt sozusagen, was kann ich machen?

00:10:19: Wobei ich jetzt nicht finde dass Patientinnen grundsätzlich zuständig sind.

00:10:21: Aber trotzdem ist natürlich schön irgendwie etwas zu haben wo man selber was machen kann dann wäre das mit seinen Ärzten und Ärztinnen immer auch über diese Geschlechtsaspekte zu sprechen und zu fragen sind diese Medikamente eben für mich auch wirklich das Richtige.

00:10:36: Wie können wir ausschließen, dass es Nebenwirkungen gibt die nicht erforscht sind?

00:10:40: Was können wir tun?

00:10:41: wie können wir diese Geschlechteraspekte noch mehr in den Blick bekommen?

00:10:44: und zum Beispiel hat man jetzt auch eine ganz neue Studie hier und ich finde das krass.

00:10:50: Die veröffentlicht wurde Chemotherapien wirken an unterschiedlichen Zyklus-Tagen unterschiedlich Und da würdest du jetzt wahrscheinlich oder wir alle sagen, ja klar das klingt total logisch.

00:11:02: Dass nicht über den Zyklus alles gleichwirkt sondern da sind unterschiedliche Hormon-Level.

00:11:07: natürlich ist da irgendwie ein unterschiedlicher Status in unserem Körper Und man hat festgestellt, dass in einigen Zyklusphasen Chemotherapeutika eben weniger stark wirken.

00:11:16: Nämlich in der zweiten Zykulsphase und das wusste man bisher nicht weil es keiner jemals untersucht hat.

00:11:21: ich finde ist so krass und allein dieses Wissen ist so nützlich für Frauen für ihre Gesundheit und das sollten wir immer auch in Betracht ziehen.

00:11:29: Wir sollten immer den Zykulus mitdenken in der Medizin um einen zyklos adaptiertes Denken zu fördern.

00:11:36: Glaubst du wenn ich jetzt diese Info habe und das für mich anwenden möchte?

00:11:41: Wenn ich damit zu meinem Arzt gehe, fällt das immer auf fruchtbaren Boden oder werde ich dann vielleicht noch schlechter behandelt?

00:11:48: Weil ich irgendwie als Besserwetter so bekomme.

00:11:53: Also hoffentlich wenn es ein Mensch ist, der seinen Beruf richtig versteht.

00:11:59: Dann dann ist man dankbar für Feedback oder für Fragen weil natürlich wollen wir eine Interaktion miteinander wachsen auch in dieser Beziehung die wir haben zwischen Ärztinnen und Patientinnen und so.

00:12:11: Und Feedback- oder Fragen sind ganz wichtig damit wir eben weiterkommen und damit auch mal klar wird klingt jetzt auch so selbstverständlich, also damit mal klar wird was die Patientin eigentlich will.

00:12:21: Was ist denn das?

00:12:22: Was Frauen und Männer auch eigentlich von sich unter Gesundheit vorstellen?

00:12:28: weil viel zu oft funktioniert die Medizin so.

00:12:32: in der Medizin ist es so wie mit den Wechseljahren dass die medizin denkt was könnte die patienten wollen oder denken?

00:12:38: und dann machen wir das aber man hat viel zu wenig wirklich die Patienten gefragt.

00:12:43: total absurd auch, weil die dadurch eben nicht ihre Perspektive einbringen können in die Medizin an sich.

00:12:51: Das heißt wie wir Doktern so rum und denken uns immer was das Ziel sein könnte.

00:12:57: aber wenn man tatsächlich mal Menschen fragt dann ist die Antwort häufig ganz ganz anders.

00:13:02: und erst jetzt gibt es so kluge Tools, die heißen PROMs und PREMs.

00:13:06: Also Patient-related Outcome Measurements oder patient related experience measurements, dass man die Menschen fragt was erwartest du jetzt von deiner kranken Behandlung?

00:13:18: Von den Ärzten auch, die dich therapieren.

00:13:20: Was ist das Ziel?

00:13:22: Und wir denken immer ja der Tumor war es weg oder irgendwas dieses und das ist das ziel.

00:13:25: aber manche würden sagen nein meine Lebensqualität ist mir ganz wichtig, dass die Zeit die ich habe ich in hoher Lebensqualitätslebe Das und das ist mir wichtig, wenig Nebenwirkung.

00:13:35: Und wir müssen unbedingt die Perspektive der Patienten mehr einbringen.

00:13:38: Das tun wir nicht in der Medizin.

00:13:41: Was würdest du sagen hat sich in den letzten Jahren in der medizin verbessert?

00:13:46: Es hat sich verbessert dass die Führungsquote von vierzehn Prozent, die ist besser als vor zehn zwanzig jahren da war sie im einstelligen Bereich.

00:13:57: Sie ist natürlich trotzdem mit vierzehn Prozent sehr deprimierend, wie ich finde.

00:14:00: Weil das führt eben zu all diesen Problemen, dass Frauen Perspektiven nicht gesehen werden.

00:14:05: Wir haben schon mehr Bewusstsein auch für eine Interaktion auf Augenhöhe.

00:14:12: Ich weiß nicht alle Menschen aber ich glaube, dass ärztliche Bewusstseins eher so, dass wir jetzt vielmehr wegkommen von diesem Götter in Weiß-Ding und sondern mehr sozusagen das Verständnis haben.

00:14:25: Ich bin eine Ärztin, ich habe Medizin studiert, ich bin Expertin für Medizin und die Patientin ist Expertin für ihren Körper und vor allem auch für ihre Wünsche.

00:14:33: Und gemeinsam können wir auf Augenhöhe ein schlüssiges Gesundheitskonzept kreieren, dass für diese Patientin passt und dass ihr eben nicht nur ein gutes Gefühl und eine gute Lebensqualität, sondern eben auch eine gute Gesundheit ermöglicht oder so gut wie möglich ebent.

00:14:46: Und das glaube ich haben viele Ärzte auf jeden Fall verstanden Und wenn wir das jetzt noch strukturell auch noch mehr umsetzen, dann sind wir auf einem sehr guten Weg.

00:14:56: Also

00:14:56: d.h.,

00:14:56: die Rahmenbedingungen müssen sich ja dafür auch ändern?

00:14:59: Weil im Moment hat man ja einfach pro Patient nicht so viel Zeit!

00:15:03: Ja, das ist ein Problem und ich bin ja Gynäkologin und jetzt kann ich aus meiner gynäcologischen Perspektive sagen... Wir haben zum Beispiel Berufsverbände also sozusagen Menschen, die die Struktur schaffen, also die eben dafür sorgen.

00:15:15: wieviel Zeit habe ich eigentlich mit der Patientin?

00:15:17: welche Dinge kann ich mit der Patientin besprechen und werde dafür bezahlt als Ärztin.

00:15:23: Und in der Gynäkologie ist es so, dass wir einen Berufsverband haben, der noch nie von einer Frau geleitet wurde.

00:15:29: Da gibt's ein Vorstand – dieser Vorstand ist quasi fast ausschließlich männlich!

00:15:34: Wir hatten noch nie eine Berufsverbandsvorsitzende oder eine Stellvertreterin auch

00:15:39: nicht.".

00:15:40: Und das macht natürlich was mit diesem Fach-Gynäkologie auch, dass in einem Fach, wo wir achtzig Prozent Frauen sind noch nie eine Frau dieses Fach gestalterisch geleitet hat.

00:15:50: Das ist eigentlich absurd und da muss man sich auch fragen, was geht da vor?

00:15:54: Warum isst es so und was können wir da tun?

00:15:57: Ist es richtig?

00:15:57: Das heißt nicht, dass Männer nicht exzellente Gynäcologen sein können sondern das heißt wie viel Raum geben wir dem Gedanken an Frauenermächtigung wirklich?

00:16:05: Sind wir wirklich für Frauen in der Gynänokologie da Oder haben wir da ein anderes Verständnis?

00:16:10: Und das muss man dringend einmal sich fragen und betrachten.

00:16:14: Weil diese Struktur dann eben konkret bedeutet, dass wir zum Beispiel keine Abrechnungsziffer haben für Wechseljahrsberatung.

00:16:22: Das heißt eine niedergelassene Gynäkologin kriegt irgendwie vierzehn Euro Pauschalberatungen tatsächlich wirklich ernsthaft vierzehnt Euro pro Quartal.

00:16:31: Das heisst wenn ich jetzt mit meinen Wechseljäern zu meiner Niedergelassenen Gynänokologin gehe Gespräche haben möchte, dann kriegt die für zehn Euro dazu.

00:16:39: Wenn sie mit mir eine halbe Stunde oder eine Stunde redet kann die ihre Praxis zu machen langfristig.

00:16:44: das ist einfach nicht ökonomisch einfach nicht sinnvoll und wenn ich da noch dreimal wieder komme kriegst Sie nicht nochmal für zehn euro sondern die vierzehn Euro vom Anfang gelten auch dafür.

00:16:52: und dass es keine richtige Medizin ja der Berufsverband in der Pflicht eine Struktur zu schaffen die uns als Gynäkologen an der Basis ermöglicht eben den Menschen eine gute medizinische Versorgung zu ermöglichen.

00:17:06: Und warum dauert das so lange?

00:17:07: Weil diese Zahl kursiert seit Jahren.

00:17:12: Ja, ich führe es auch auf die schlechte Frauenquote in dem Medizin im Berufsverband zurück und auf die fehlende Perspektive von uns Frauen-Medizin.

00:17:22: Ich könnte dir jetzt noch ganz viele Geschichten erzählen wie ... sehr viel zum Beispiel in Männermedizin investiert wird.

00:17:30: Zum Beispiel jetzt Roboter-Schirurgie, in der Urologie und das ist auch richtig man soll z.B die Prostata und den Penis mit tollen OP-Instrumenten, die sehr teuer sind operieren habe ich gar nichts dagegen wenn man gleichzeitig die Frauenmedizin auch finanziell unterstützt.

00:17:45: und das isst aber nicht der Fall!

00:17:47: Und da es ein Ungleichgewicht und eine Ungerechtigkeit und die finde ich können wir so nicht stehen lassen in einer civilisierten Gesellschaft weil das ist nicht civilisiert.

00:17:58: Ich merke, dass sich mein Blick auf Gesundheit mit dem Älterwerden verändert hat.

00:18:02: Mich interessiert immer weniger die Frage wie kann ich möglichst jung bleiben sondern viel mehr.

00:18:07: was kann ich heute tun damit ich mich auch in zehn zwanzig oder dreißig Jahren noch stark fit und klar fühle?

00:18:13: Die Basis dafür ist für mich ganz klar.

00:18:16: Bewegung, Krafttraining, gutes Essen und Schlaf – all die Dinge über die wir hier im Podcast ja auch immer widersprechen!

00:18:22: Und ich ergänze das für mich bewusst mit ausgewählten Nahrungsergänzungsmitteln.

00:18:27: Zwei davon gehören bei mir tatsächlich jeden Tag dazu.

00:18:31: Vitamin C und Kreatin.

00:18:33: Vitamin C nehme ich unter anderem, weil es zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt und weil es die Eisenaufnahme erhöht.

00:18:41: Das ist für mich persönlich ein wichtiger Punkt!

00:18:43: Und Kreatin ist für mir inzwischen genauso selbstverständlich – Ich mache regelmäßig Kraftsport um Kreatien, erhöht bei eine Einnahme von drei Gramm die körperliche Leistung bei aufeinander folgenden kurzzeitigen hochintensiven Belastungen.

00:18:58: Spannend finde ich außerdem wieviel mittlerweile rundum Kreatinen und kognitive geforscht wird.

00:19:04: Gerade Konzentration und mentale Energie sind Themen, die mich sehr interessieren.

00:19:09: Bei Nahrungsergänzungsmitteln möchte ich aber wissen was ich da jeden Tag nehme und deshalb passt Natrogena so gut zu mir.

00:19:17: Natrogener ist ein Familienunternehmen das Nahrungsergänzumsmittel auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt mit natürlichen Inhaltsstoffe nach deutschen Qualitätsstandards und mit einem besonderen Fokus auf eine hohe Bioverfügbarkeit.

00:19:31: Auf unnötige Konservierungstrennen und Bindemittel wird konsequent verzichtet.

00:19:36: Die Rezepturen werden außerdem gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Beirat kontinuierlich auf Basis neuer Erkenntnisse weiterentwickelt.

00:19:44: Wenn ihr euch ebenfalls mit der Frage beschäftigt, wie wir möglichst gut und gesund durch die zweite Lebenshefte kommen habe ich euch in den Show Notes die Better Aging Themenseite von Natugena verlinkt.

00:19:55: Dort könnt ihr auch die Produkte anschauen, die zu eurer persönlichen Routine passen.

00:20:00: Und jetzt noch wichtig, vom vierten bis zum fünften September XXV läuft die Naturgener Sommeraktion.

00:20:06: Mit dem Code ENERGY-XXVI spart ihr für ca.

00:20:10: und zwanzig Euro ab einem Bestellwert von fünfzig Euro.

00:20:13: Wenn ihr die Folge später hört mit meinem Coach Stephanie XXVI bekommt ihr auch nach der Sommeraktionen zehn Prozent Rapat auf eure Bestellung!

00:20:22: Alle Infos, die Themenseite und die Teilnahmebedingungen findet ihr wie in meinen Shownaus.

00:20:27: Danke an mein Werbepartner Natogena für die Unterstützung dieses Podcasts!

00:20:33: Werbung Ende.

00:20:36: Gehen wir noch mal vielleicht zu den Frauen selbst?

00:20:38: Weil du begleitest ja auch viele Frauen gerade in der Lebensmitte.

00:20:41: Was macht denn die Lebensmette aus gynäkologischer Sicht so besonders und so spannend vielleicht auch?

00:20:47: Also die Lebensmittel ist für mich ein Teil des Zyklus und der Zyklos Gesundheit, wir menstruieren über eine Zeit unseres Lebens.

00:20:56: Und dieser Zykluß ist etwas ganz Starkes und was sehr schön ist auch so ein Zeichen für Gesundheit.

00:21:02: Und letztendlich ist der Zyklius natürlich Basis unserer Gesellschaft.

00:21:06: Wir alle sind geboren worden weil es den Zyklos gibt.

00:21:08: Wir alle wurden von einer Frau geboren.

00:21:11: Jetzt wechseljahre zum Beispiel die Lebensmitte dann bedeutet dass dieser Zyklus auf eine Art und Weise sich verändert oder auch und dann aufhört.

00:21:20: Und auch dieser Prozess gehört dazu und kann was auch sehr Stärkendes und Schönes sein, finde ich.

00:21:26: Und hat aber auch medizinische Folgen sowie auch andere Bereiche des Lebens von Frauen.

00:21:32: Frauen sind irgendwie immer Gynäkologinnen auch, finde Ich weil wir haben so viel mit dem Zyklus oder mit unserem Körper zu tun.

00:21:38: zwangsläufig kennen wir uns irgendwann aus damit.

00:21:41: Und deswegen ist also diese Wechseljahre sind dadurch irgendwas Interessantes, weil es so eine Umstellung von den regelmäßigen Zyklien auf nicht mehr Zyklen haben und das macht es natürlich nicht nur medizinisch sondern auch insgesamt biografisch interessant.

00:21:56: Wenn du jetzt den direkten Kontakt hast mit den Frauen was sind die kritischen Punkte für die Frauen?

00:22:05: Also Frauen berichten mir, wenn sie Symptome haben.

00:22:09: Weil viele Frauen haben auch keine Symptom.

00:22:11: Wenn Sie Symptoma haben dann berichten sie über Veränderungen die sich dann in ihr Leben auswirken also zum Beispiel sagen wir mal Stimmungsschwankungen Die sich dann eben auch in ihre Partnerschaft oder in Beziehung zu ihren Kindern äußern.

00:22:28: Aber es kommen natürlich auch Schlafstörungen ist eines der Hauptsymptome In dieser Lebensphase Oder Hitzewallung und Veränderungen des Drives

00:22:37: auch

00:22:38: kommen dazu.

00:22:39: Und es gibt ganz, ganz viele Symptome die man diesen hormonellen Veränderung zuordnet also Ohrensausen Herzklopfen auch und so.

00:22:47: Ich glaube was wichtig ist sich zu verinnerlichen is wenn ich in dieser Lebensphase irgendwelche Symptoma habe die keiner irgendwie interpretieren kann dann könnte könnten es die Wechseljahre sein weil man gewisse Symptom wie zum Beispiel das Ohrensausen das haben viele nicht oder Gelenkschmerzen viele vielleicht gar nicht so offen schirm, dass es damit zusammenhängen könnte.

00:23:07: Auch Ärzte und Ärztinnen nicht!

00:23:09: Also noblich habe ich einen Kumpel gefragt, der ist Orthopäde, der hat dann zu mir gesagt, zu mir kommen ständig so Frauen mit Gelenkschmerzen.

00:23:14: Und dann hab' ich gesagt wie oft hast du schon mit denen über Wechseljahre gesprochen?

00:23:19: Ja... ...und dann meinte er noch nie.

00:23:21: Oh wow!

00:23:22: Und das ist ein guter Orthopädê, das ist jetzt nicht so, dass ja irgendwie kein guter orthopädé ist.

00:23:27: aber wir lernen das nicht im Studium.

00:23:29: Das spielt keine Rolle, denn das spielt auch keine Rolle bei der Facharzt-Weiterbildung Und dann kommt halt sowas raus.

00:23:35: Das finde ich wahnsinnig, aber wo du das gerade mit dem Studium erwähntest, es gibt ja glaube ich wirklich nur so zwei drei Zeitstunden die auf das Thema verwendet werden.

00:23:42: Gibt es noch ein anderes Feld was so krass vernachlässigt ist?

00:23:47: Bestimmt also weitere Felder der Frauenmedizin auf jeden Fall.

00:23:51: Also zyklusendemitriose PMOS als chronische Erkrankung auch.

00:24:00: Sexualität Clitoris wird komplett weggegostet.

00:24:06: Sexualität an sich oder dieses dann noch schlimme, wenn Mythen auch im Medizinstudium eigentlich transportiert werden wie der Mythos Jungfernhäutchen.

00:24:16: Das Jungfernheutchen gibt es nicht und trotzdem ist das Bestandteil vieler Curricula in den Universitäten was ich absolut finde.

00:24:23: Ja solche Dinge

00:24:26: Ja, aber da fragt man sich ja auch warum.

00:24:28: Also gerade zum Beispiel das mit dem Jungfernhäutchen und ich kann mir schon vorstellen in manchen Kulturen spielt das ja eine große Rolle und wenn das so von Generation zu Generation weitergetragen wird dann ist es für mich noch schlüssiger als wenn eine falsche Information in der Wissenschaft weiter getragen wird.

00:24:43: also warum ist das denn so?

00:24:46: Also kurz zusammengefasst, man könnte dazu sehr viel sagen.

00:24:48: Was ist ein super spannendes Thema?

00:24:49: Warum haben wir das Konstrukt Jungfernhäutchen?

00:24:53: Warum gibt es das?

00:24:54: Also kurz zusammengefasst würde ich sagen, es ist ein konstrukt, ein patriarchales Konstrukt was vielleicht früher eine Berechtigung hatte um sozusagen sexuell promiskes Leben also zu viele Sexualpartner zu vermeiden weil In einer Zeit, wo wir noch keine für Hütungsmittel, keine Antibiotika und so was hatten ist es eine Krankheitsvermeidung wenn Menschen nicht viel Sex haben.

00:25:21: Und auch ne Verhütungsmethode natürlich!

00:25:24: Jetzt können wir aber verhüten und haben Antibiatika um Geschlechtskrankheiten zu behandeln

00:25:28: usw.,

00:25:29: jetzt brauchen wir das eigentlich nicht mehr.

00:25:30: also es ist eine patriarchale Struktur um Frauen davon abzuhalten sich frei zu entfalten und Sex zu haben um Gesellschaften zu lenken.

00:25:39: Ja, und das ist interessant eigentlich auch so.

00:25:42: Das beruhigt mich manchmal so ein bisschen dass ich denke okay vielleicht war es jetzt nicht nur um Frauen zu schikanieren sondern es ist tatsächlich sozusagen es hat gesellschaftlichen Hintergrund natürlich was trotzdem irgendwie frauenfeindlich weil wir hätten sie ja auch an den Männern aufziehen können.

00:25:54: Wir hätten auch sagen können hier ihr Männer dürften nicht so promiss sein sondern wir haben die Schaltstelle Frau.

00:25:59: Die Frau soll käusch sein usw.. gefunden, dass das bei der Frau besser passt und da irgendwie besser eingehakt werden kann als bei den Männern.

00:26:09: Man hätte ja das gleiche Konstrukt mit der Vorhaut des Mannes, die vorhaut darf nicht zurückgezogen werden.

00:26:13: beim Sex und erst mit der Ehe

00:26:15: usw.,

00:26:15: gibt es tausend Sachen finden jetzt vielleicht manche die Zuhören absurd aber das ist genau das Gleiche mit dem Jungfornhäutchen, das ist auch absurd!

00:26:21: Und so ist es also ein Instrument der gesellschaftlichen Einschränkung von Frauen und ihrer Entfaltung.

00:26:28: Aber dann ist es eigentlich bei den Wechseljahren ähnlich.

00:26:31: Was meinst du, also dass wir die Wechsel erhasstigmatisiert haben?

00:26:34: Ja

00:26:34: weil das Narrativ natürlich auch ein total negatives ist.

00:26:37: und dann Frauen als Schabracken und Schatulen.

00:26:40: Und jetzt geh mal in die Ecke und nervt niemand mit deinen Befindlichkeiten und wenn Du da durch bist kannst Du wieder Teil der Gesellschaft sein!

00:26:46: Joa aber das ist ja eigentlich immer so.

00:26:47: oder mit dem Zyklus Ö, Die hat ihre Tage, Ö, die ist zu frühschwanger, zu spätschwange, zu oft schwanger, zur selten Schwange irgendwie oder können wir es irgendwann recht machen?

00:26:56: Also... Eigentlich nicht.

00:26:59: Oh Mann ey, ist schon traurig!

00:27:02: Ja und nein.

00:27:03: also es ist ähm ich finde es traurigt auf jeden Fall aber es ist natürlich auch ein Arbeitsauftrag.

00:27:09: Es ist natürlich irgendwo aus sozusagen etwas wo man so denkt okay so können wir's ja nicht lassen.

00:27:14: Also wir können ja nicht irgendwie einen Teil der Gesellschaft stigmatisieren und abwerten für etwas, was eigentlich total stark ist.

00:27:21: Das kommt noch dazu.

00:27:22: Jeden Tag gehe ich durch den Kreißsaal in meiner Klinik, wo ich arbeite und sehe wie Frauen gebären.

00:27:28: Jedes Mal läuft mein Schauer über den Rücken, weil ich so denke ... Wie stark seid ihr alle?

00:27:32: Wie stark sind Frauen?

00:27:34: Also auch egal ob sie gebären oder nicht!

00:27:36: Wie wahnsinnig stark sind die

00:27:37: Frauen?!

00:27:37: Und dann denk' ich mir so... das ist interessant, dass diese Stärke dieses Jahr fast etwas schaffendes Göttliches, ein Göttinnengleich.

00:27:51: Und aus der Perspektive müssten wir ja eigentlich zugeben dass Frauen eigentlich das Rückgrat unserer Gesellschaft die Basis unserer Gesellschaft und wahnsinnig sozusagen Göttinengleich eben sind.

00:28:04: und aus der Basis müssen sie alle Macht- und alle gestalterische Freiheit haben und deswegen muss man diese ganzen Frauen Themen abwerten damit das nicht passiert.

00:28:13: Und warum glaubst du ist es gerade irgendwie, weil wir erleben ja schon ein bisschen gesellschaftlichen Wandel.

00:28:18: Also auch wenn er noch nicht in der ganzen Gesellschaft leider angekommen ist aber es fängt ja bei den Frauen grade an dass sie sich diese Lebensphase auch nehmen und daraus irgendwie Kraft schöpfen aus dieser Transformation.

00:28:30: Warum glaubst Du passiert das gerade jetzt in dieser aktuellen Zeit?

00:28:34: Ich glaube, es passiert, weil Frauen merken, dass diese ganze Narrative die wir an Frauenkörper geheftet haben.

00:28:39: Nämlich Ö der Zyklus ist ein Stigma und was eklig ist oder irgendwie ... Die hat ihre Tage und deswegen sieht sie schlecht drauf.

00:28:47: Oder die Wechseljahre machen dich zu einem asexuellen komischen alten Wesen, das keiner mehr haben will?

00:28:53: Oder auch dass die Irritation wie Frauen an sich gesehen werden und dass Frauen das Schwächere geschlecht sind?

00:29:03: Die merken, die sind Narrative langsam oder dass Frauen immer Konkurrenzwesen sind.

00:29:08: Das wurde uns ja auch ganz lange von der Gesellschaft so, äh, Frauen können gar nicht miteinander Netzwerken und so.

00:29:13: Die haben ja immer einen Konkurrentsdenken.

00:29:15: Und das ist gar nicht wahr weil wir vernetzen uns und wir fördern einander, wir finden einander toll und sehen einander ... Ich glaube es sind alles Narrative wo Frauen jetzt merken sie sind uns.

00:29:26: erstens hindern Sie uns?

00:29:28: Sie machen uns nicht stärker sondern schwächer Und wir brauchen diese Narrative nicht mehr, sondern wir können Getroß sagen.

00:29:34: Wir lieben einander und finden einander toll!

00:29:36: Wir unterstützen einander – und wir können es verkraften wenn eine andere toller Größe besser ist als wir weil wir selber toll und groß sind.

00:29:44: Deswegen ist das gar nicht wild, sondern wie sind alle irgendwie gut?

00:29:49: Und das andere ist auch, dass diese ganze Narrative ja dazu führen, dass unser Leben schlechter ist.

00:29:54: Und unser Leben ist eben nicht mit den Wechseljahren zum Beispiel zu Ende sondern es gibt einen Leben mit den wechseljahren und nach dem wechsel jahren.

00:30:01: Und jede Lebensphase hat was Schönes und ist toll und wir sind toll!

00:30:05: Deswegen glaube ich gibt es so ein Erwachen der weiblichen Perspektive und das ist sehr schön finde ich.

00:30:12: Total, mir gefällt es auch sehr gut.

00:30:14: jetzt muss ich schon sagen... Magst du vielleicht mal teilen, wie du so persönlich durch deine Wechseljahre gehst?

00:30:21: Ja also ich habe wenig Probleme.

00:30:24: Ich hatte eine Phase wo ich Schlafstörungen hatte.

00:30:26: deswegen hab hier so ein Ring mit gar keine Werbung für diesen Ring und es gibt auch ganz viele andere Ohren und andere Devices wo man irgendwas misst an seinem Körper Und der hat mir geholfen.

00:30:37: mein Schlaf weil Schlaf ist etwas was sehr Erlernbar ist, also Schlaf.

00:30:42: Da kann man sich so eine Schlafhygiene antrainieren durch verschiedene Möglichkeiten und dann ist zum Beispiel bei mir der Schlaf wieder besser geworden.

00:30:50: Und so habe ich jetzt nicht so wahnsinnig viele Probleme.

00:30:52: interessanterweise.

00:30:54: Ich hatte Kälte-Wallungen Die hatte schon ganz früh So Ende dreißig hatte ich Kälter Wallungen.

00:30:59: Es gibt es Also manche Frauen haben Hitzewallung Manche haben kälte Wallungen das nicht ganz so oft aber Bei mir war's eben so Kälten Wallung interessant.

00:31:07: Ja das sind so die Dinge, die mir einfallen.

00:31:09: und doch ja also ich war schon immer so ein bisschen sagen wir mal.

00:31:13: Ich weiß nicht vielleicht habe ich wenn man es so nennen möchte PMS?

00:31:17: Ich mag den Begriff nicht so gerne aber sozusagen die Idee dass man in der zweiten Zyklus-Hälfte etwas forscher ist.

00:31:23: Ich glaube das bei mir sehr ausgeprägt und das hat sich jetzt sagen wir in dieser Lebensphase auch nicht besonders gebessert.

00:31:29: Also ich glaube habe noch weniger Probleme vielleicht, meine Meinung zu sagen oder nicht zu gefallen.

00:31:36: Also es macht mir nichts aus, nicht zu fallen!

00:31:38: Ich glaube ich bin zufrieden den Menschen zu gefallen wo ich denke das ist mir wichtig denen zu gefallen und ich hab jetzt nicht das Gefühl dass ich irgendwelchen zum Beispiel fremden Menschen oder irgendwelche Männern vor allem gefallen muss und das ist sehr befreiend.

00:31:53: auch.

00:31:53: also ich erlebe diese Lebensphase als befreundet oder die Patientinnen die zu mir kommen.

00:31:57: Es gibt extrem viele Frauen, die ihre Libido neu definieren in den Wechseljahren.

00:32:01: Die irgendwie sagen, die Sexualität, die ich gelebt habe, das ist nicht die Sexualkeit, die eigentlich wollte.

00:32:07: und jetzt nutze ich diese Lebensphase und die Energie, die diese Lebensweise hat nochmal um meine Sexualität um zu gestalten.

00:32:16: Und das kann alles Mögliche bedeuten, auch Frau zu Sexualität oder andere Partner.

00:32:21: Oder mit dem eigenen Partner noch mal Sexualität neu zu definieren und das finde ich spannend weil man ja oft die Idee hat meine Libido geht weg.

00:32:29: Das ist aber auch nicht der Standard.

00:32:33: Und da besprechen die Frauen auch offen mit dir?

00:32:35: Ja.

00:32:37: Das find' ich ja toll!

00:32:38: Ja?

00:32:39: Ja, es schön dass du den Raum bietest also dass sie so einen Vertrauen haben, das zu besprechen, weil jetzt natürlich ein super intimes Thema ist.

00:32:45: Ja, jetzt habe ich ja auch ein Buch über Clituris und sozusagen Sexualität geschrieben.

00:32:50: Also seitdem kommen noch mehr Menschen und sprechen mit mir über ihre Sexualität.

00:32:54: Aber ich höre so ganz viele Geschichten, die so toll sind.

00:32:57: Letzte Woche war eine seventy-fünfjährige Frau bei mir, die ich zufällig auch schon lange kenne, weil sie Mutter von einem Schulfreund ist und ihr hat mich über ihre Sexualität erzählt.

00:33:09: Und es war so toll!

00:33:11: Sie hatte eine aktive Sexualität mit ihrem Mann.

00:33:15: Das fand ich toll.

00:33:16: oder vor ein paar Wochen war eine Frau bei me, die mir erzählte, auf Chor.

00:33:22: So ein bisschen stereotypisch und hat dort eine Person kennengelernt, die sich sehr verliebt und dann eine sehr erfüllende Sexualität.

00:33:28: Und sie war auch schon älter.

00:33:32: Auf jeden Fall deutlich jenseits der Wechseljahre.

00:33:37: Ich finde toll diese Geschichten sozusagen über Sexualität und über wie wir uns entfalten können und vielleicht selbstbestimmt ja sagen zu Sexualität aber auch selbst bestimmt nein sagen zu einer Sexualität, die vielleicht noch nie zu uns gepasst hat.

00:33:51: Warum sollen wir immer für Sex zur Verfügung stehen?

00:33:54: Viele Frauen stehen einfach als zu penetrierende Wesen für sex zur Verfügung ohne dass es ihnen jetzt großen Spaß macht.

00:34:01: und in einer Lebensphase wo sie noch um Kinder kriegen ging, hat's vielleicht Sinn ergeben aber später dann nicht mehr kann sein.

00:34:07: Und da kommt diese Selbstermächtigung auch quasi zu Tage.

00:34:11: also das erlebst du bei deinen Patientinnen.

00:34:14: Also dass sie dann auch einfach sagen, okay jetzt reicht's.

00:34:16: Ich steh nicht mehr zur Verfügung?

00:34:18: Genau ich glaube das aus einer medizinischen Perspektive das an dem Oestrogen liegt ein bisschen.

00:34:23: also Oestrogen ist ein tolles Hormon aber es macht uns ein bisschen lieber vielleicht als wir vielleicht originär sind.

00:34:33: also sozusagen das merkt man auch in den Zyklusphasen.

00:34:35: In der ersten Zyklusphase ist das Oestrogen sehr hoch und In der ersten Zyklusphase ist man oft mehr, sozusagen nicht so fordernd und forscht vielleicht wie in der zweiten Zyklosphase.

00:34:48: Und aus einer sehr gynäkologischen Perspektive finde ich deswegen die zweite Zyklosphase natürlich viel besser weil ich Frauen wünsche dass sie sich um ihre Bedürfnisse forscht und fordernt kümmern und dass sie die durchsetzen.

00:34:59: Und deswegen finde ich, es so gehen natürlich ein gutes Hormon.

00:35:02: Aber auf der anderen Seite eben etwas ... Wenn uns das lieb macht und versöhnlich und vermittelnd und so, dann ist es fast so eine Erleichterung, wenn es in den Wechseljahren weniger wird.

00:35:13: Weil aus einer medizinischen Perspektive die Frauen auch wiederum sagen, aha!

00:35:19: Das bin ich also... Ich werde noch mehr selber.

00:35:24: Person zu mir gesagt, ich knüpfe gerade da an wo ich vor der Pubertät aufgehört habe.

00:35:29: Das fand ich so eine total interessante Perspektive auch dass sie sozusagen dieses ganze Frauen-Ding oder diese Frauen dieser männliche Blick auf den weiblichen Körper auch das sie das eben vor der pubertät nicht hatte logischerweise als Kind oder weniger und dass sie da anknüpft.

00:35:46: Und das fand ich so aus einem tollen Spruch.

00:35:48: Ja, voll gut!

00:35:49: Ich meine mein Kärt ja auch, es merke jetzt zum Beispiel bei mir selber auch zu so alten Interessen zurück.

00:35:53: Ich möchte voll gerne wieder Klavierspielen und Reitstunden nehmen und so.

00:35:56: Das ist ja alles gewesen in meiner Kindheit befeuchtet.

00:36:00: Man kommt irgendwie...das ist so mein Gefühl auch ein bisschen mehr so wie da an seine Essenz?

00:36:06: Obwohl ich hormone Ersatztherapie mache und das ist so, gehen natürlich Ersätze.

00:36:10: Weil ich sonst krasse Probleme habe.

00:36:12: Aber ich finde trotzdem unter all dem passiert diese Bewegung ja trotzdem.

00:36:19: Weißt

00:36:19: du?

00:36:22: Wenn jetzt eine Frau zu dir kommt die starke Beschwerden hat und die sagt, dass sie sich überhaupt nicht mehr wieder erkennt.

00:36:28: Wo würdest du zuerst ansetzen?

00:36:31: Und was würdest Du ihr auch raten, wo Sie zuerst an setzten?

00:36:33: Also was ist der Medizinischer Blick?

00:36:35: Was machst Du aus medizinischer Sicht und was würdest Du ihr aber auch ganz persönlich raten , wo sie selber vielleicht mal hingucken kann?

00:36:42: Genau, das hast du schön zusammengefasst.

00:36:44: Weil es ist ganz wichtig noch mal genau hinzugucken welches Individuum vor einem sitzt also was das für eine Person ist.

00:36:51: da is ganz wichtig zum Beispiel zu gucken wie viel bewegt sie sich?

00:36:54: Was ist sie?

00:36:55: Wie ist ihr Schlafverhalten?

00:36:56: Welche Erkrankungen kommen in der Familie vor?

00:36:58: macht sie Sport?

00:36:59: Was sind ihre Wünsche im Bezug auf Ihre Gesundheit?

00:37:03: Wo steht Sie jetzt?

00:37:04: Wie regelmäßig sind die Menstruation oder sind sie nicht mehr vorhanden?

00:37:07: Wie lange sind die Symptome dar und welche Symptomen sind es?

00:37:10: Also so wirklich ein ganz, ganz individualisierter Blick und ich finde das haben Frauen auch mal verdient dass man da individualisiert hinguckt.

00:37:17: Und dann kann es zum Beispiel sein sag mir mal typische Situation eine Person ist sagen wir siehundvierzig und sagt sie hat ganz schwere Schlafstörungen und sie hat vielleicht auch ein bisschen mehr Körperfett und ihre Menstruationen.

00:37:31: die sind unregelmäßig und wenn Sie da sind sind sie sehr stark so.

00:37:35: das ist eine relativ typische situation.

00:37:37: dann könnte man mit dieser person besprechen Wie ist es, bewegst du dich genug oder machst du Sport?

00:37:43: Könntest du dir vorstellen noch mehr Sport- oder Bewegung in dein Leben einzuflechten.

00:37:47: Wie sieht das aus mit deiner Ernährung?

00:37:50: Hast du da schon alle Register gezogen?

00:37:52: Ist es eine gesunde Ernährungen?

00:37:53: oder können wir dann noch ein paar Kohlenhydrate hinterfragen und ein paar Proteine dazutun zum Beispiel oder überhaupt noch insgesamt mehr Gemüse?

00:38:00: und so gibt's Bücher dazu die sehr toll sind.

00:38:03: auch Das wären so die zwei Hauptsäulen und Yoga kann man zum Beispiel auch als Sport sehr empfehlen oder Krafttraining.

00:38:13: gibt es Studien dazu, dass das hilfreich ist in dieser Lebensphase.

00:38:18: Und das ist etwas, was man selber machen kann.

00:38:20: Auch Akkupunktur, Akkopressor und so.

00:38:22: oder man könnte sich fragen, ist diese Person also kann sie ihr Gewicht noch mal modulieren oft mit Gewichtsverlust kommt auch oft weniger starke Symptome wenn das Gewicht zum Beispiel mehrgewichtig ist?

00:38:35: Und dann wird es wäre die erste Stufe also sozusagen Lebensstil Modifikation.

00:38:39: Und viele Frauen sitzen vor mir und sagen, ich bewege mich.

00:38:43: Ich mache Sport.

00:38:43: Meine Ernährung ist super gesund.

00:38:45: Ich schlafe regelmäßig.

00:38:46: Mein Stress habe ich angeguckt.

00:38:48: Es gibt so superorganisierte Frauen in dieser Lebensphase, die wirklich alles im Griff haben, wo ich denke, wow!

00:38:54: So kann ich über mein Leben nicht behaupten, dass ich noch alles im griff hab?

00:38:58: Aber toll, super.

00:38:59: Dann braucht man natürlich keine Lebensstil-Modifikation, weil da ist der Lebensstile schon optimiert.

00:39:04: Dann wäre der zweite Schritt ... Sich zu fragen, was sind jetzt die Symptome?

00:39:08: Sind es zum Beispiel Hitzerwallungen.

00:39:09: Dann gibt's ein Medikament, das nicht hormonell ist

00:39:11: z.B.,

00:39:12: dass man nehmen kann.

00:39:13: oder sind es Schlafstörungen?

00:39:14: da kann man auch mit pflanzlichen Mitteln zum Beispiel einfach ausprobieren.

00:39:19: Das hilft nicht extrem stark aber bei manchen reicht es schon so einen Pflanzliche Mittel einzunehmen.

00:39:25: Und wenn das, das würde man zum Beispiel mal zwei, drei Monate ausprobieren.

00:39:28: Wenn das nicht hilft dann könnte man z.B.

00:39:32: sich fragen Hormonersatztherapie ja oder nein?

00:39:35: Oder eine hormonelle Therapie ja und nein?

00:39:37: Und welche?

00:39:38: Oder Frauen die auch an den Schleimhäuten Trockenheit haben, an den Augen am Mund- oder Vulveragina?

00:39:44: da könnte man dann lokal Cremes geben um eben die Befeuchtung wieder herzustellen.

00:39:50: Jetzt erlebe ich das irgendwie oft, dass ganz viele Frauen diese Symptome so ein bisschen persönliches Versagen halten.

00:39:59: Begegnet dir das auch oft?

00:40:01: Das ist sowieso was, was wir Frauen oft machen oder dass wir denken, wir sind selber schuld.

00:40:06: Also ich denke immer so ... Ich hab ganz lange auch gedacht, nur bei mir ist es so.

00:40:11: Nur ich habe diese Probleme mit dem Stillen, dem Zyklus und dem Leben an sich.

00:40:16: Weil das wird ja uns als privates Problem auch eingeredet irgendwie.

00:40:23: Dabei ist es ein strukturelles Problem.

00:40:25: Und das ist interessant, wenn man sich mit Frauen unterhält merkt man, Und ich unterhalte mich sehr viel mit Frauen.

00:40:31: Wir alle haben die gleichen Probleme in unterschiedlicher Ausprägung, vielleicht hat sie eine weniger Regelschmerzen, die andere mehr.

00:40:37: Vielleicht hat die eine irgendwie mehr Sex oder weniger Probleme mit Verhütungen und so weiter uns zuvor.

00:40:42: Wir haben alle die gleichen Probleme oder Herausforderungen.

00:40:46: Und deswegen sind wir alle in einem Boot und deswegen tut es auch so gut, miteinander zu sprechen.

00:40:50: Und sich zu fragen was können wir gemeinsam miteinander noch mehr für unsere allgemeine Gesundheit tun?

00:40:57: Und persönliches Versagen ist das ganz sicher nicht sondern... Wir sind diesem Zyklus ausgesetzt mit allem was dazugehört und das ist etwas Tolles, ist stark aber hat eben auch wahnsinnige Herausforderungen und kommt mit einem hohen Preis wie ich finde!

00:41:12: Dieser hohe Preis der kann von der Gesellschaft auch mal gesehen werden.

00:41:16: Wenn du ab morgen Bundesgesundheitsministerin wärst, welche drei Dinge würdest du zuerst verändern?

00:41:23: Das

00:41:25: ist eine schöne Frage.

00:41:26: Ich würde viele Dinge auf meine Agenda nicht ändern würden.

00:41:31: aber ich glaube ein wahnsinnig hoher Schlüssel ist eben diese Führungsquote in Frauen und das merkt man jetzt auch im Bundesgesunderheitsministerium was ja von Nina Wagen geleitet wird oder auch im Bundesministerium für Forschung und Technologie, was von Dorothea Berge leitet wird.

00:41:49: Das war früher eben nicht üblich, dass dort Frauen waren oder lange Zeit nicht übelig.

00:41:55: Dann wenn Frauen in diesen Bundesministerien sitzen diese beiden haben zum Beispiel Riesenforschungsfonds für Frauen heraus gegeben und für Frauen Gesundheit Und das ist eine ganz andere Nummer als die Vorgänger, die noch nie irgendwelche Forschungsgelder in Frauenmedizin investiert haben.

00:42:12: So würde ich sagen mein erster Akzion wäre tatsächlich eine geschlechtergerechte Besetzung von Führungspositionen in allen Strukturen im Bundestag und in der Medizin überall weil nur so kommen wir dazu dass wir eine gleichberechtigte echte Perspektive haben, dass die fünfzig Prozent Frauen, die es in der Bevölkerung gibt auch gestalterisch tätig sein können.

00:42:36: So und dann gibts natürlich ganz viele inhaltliche Dinge nicht verändern würde.

00:42:39: ich würde sagen Die geschlechter perspektive muss in alle Felder der Medizin.

00:42:45: also wir müssen medizin immer aus geschlechter Perspektive oder individualisiert betrachten, weil das ist auch für Männer gut.

00:42:52: Zum Beispiel wir Frauen haben ganz viele Nachteile was eben diese geschlechte gerechte Betrachtung ergibt.

00:42:58: aber Männer haben auch ganz viele nachteile.

00:43:00: zum Beispiel haben wir es gar nicht geschafft.

00:43:03: Frauen gehen zum Frauenarzt, Männer haben kein Männerarzt.

00:43:06: ja warum haben Männer keinen Männerarz dafür?

00:43:09: dadurch haben sie viel Erkrankungen die zu spät Erkannt werden, oder die vielleicht viel früher erkannt werden könnten.

00:43:15: Dadurch haben sie einen wahnsinnig hohes Risikoverhalten was Nikotin, Alkohol und Gewalt anbelangt.

00:43:23: Das könnten wir bei einem Männerarzt adressieren Und ihr Männerarz könnte sich ja darum kümmern dass eben da viel mehr Prävention stattfindet weil Männer sterben früher Weil sie eben dieses gesundheitsbewusstsein irgendwie sozusagen ihnen nicht vermittelt wird Oder weil sie Risikoverhalten an den tag legen.

00:43:40: Suizide ist ein wahnsinniges Problem bei Männern.

00:43:44: Wir haben eine sehr hohe Suizidrate bei Männernen, weil wir mentale Gesundheit abwerten als was Weibliches.

00:43:49: und du bist doch ein echter Mann da hast du doch sowas nicht, ne Depression?

00:43:53: Und Männer bringen sich um und deswegen ist die Lebenserwartung von Männern niedriger und das ganz tragisch.

00:43:58: also als Bundesgesundheitsministerin würde ich auf jeden Fall eine individualisierte Medizin durchsetzen und in allen Bereichen eben gucken was es für einen Mensch wie können wir dessen Gesundheit gut umsetzen.

00:44:11: Was würdest du sagen, was sollten Mädchen quasi jetzt heranwachsen?

00:44:18: Welche Perspektive fehlt denen noch?

00:44:20: Was müssten die lernen damit sie ein gutes gesundes Frauenleben führen können.

00:44:27: Ja, gestern habe ich gerade so ein Bild aus einer sechsten Klasse-Gymnasium zugeschickt bekommen von Aufklärungsunterricht.

00:44:33: Wo eben Scheide und Jungfernhäutchen eine Rolle gespielt haben.

00:44:37: Schade weil die Vagina ist nicht unser Sexualorgan sondern die Vulva mit der Clituris Und das Jungfernheutchen gibt es nicht.

00:44:45: also da können Mädchen... Da sind Mädchen mehr oder weniger auch ausgeliefert und da müssen wir uns als Gesellschaft fragen wie können wir denen eine gute Gesundheitsbildung bieten?

00:44:54: und Mädchen, finde ich sollte man fördern dass sie nicht eben immer sich da auch fokussieren gefallen zu wollen sondern dass sie ihre eigene Meinung und ihre Bedürfnisse gut durchsetzen.

00:45:06: Und eben stark auch sich möglichst wenig gefallen lassen und sich stark eben einbringen in die Gesellschaft Auch als Aufgabe.

00:45:15: Wenn wir uns jetzt mal ins Jahr zwei tausend vierzig vorbieten Woran würden wir dann erkennen?

00:45:21: das wir ein paar Sachen richtig gemacht haben in der Gesundheitspolitik.

00:45:28: An zufriedenen, gesunden Patienten an Krankheiten die wir vermieden haben indem wir Prävention stark umgesetzt haben für Männer und für Frauen.

00:45:37: und diesen Präventionsgedanken in Deutschland ist im Moment so wie verdienen an Krankheit.

00:45:41: also Krankheit ist sozusagen eine ein Industriezweig muss man fast sagen Und wir verdienen aber nicht an Krankheitsvermeidung, also an Prävention.

00:45:50: Und eigentlich müsste ein kluges Gesundheitswesen Prävention auf eins setzen und sagen jede Krankheit die wir vermieden haben ist eine gute Erkrankung sozusagen.

00:45:59: Das haben wir noch nicht so konsequent geschafft.

00:46:02: Wir würden es also an gesunden und zufriedenen Menschen, die ein langes gesundes Leben haben merken und an Frauen, die gestalterisch ihre Perspektive in in die Gesellschaft und Medizin vor allem auch eingebracht haben.

00:46:16: Und natürlich, das Paragraf twohundertachzehn-Abtreibungsparagraf ist nicht mehr gelbe, dass Frauen eben im Strafrecht verfolgt werden wenn sie ihren Körper selbst bestimmen.

00:46:26: Das wäre natürlich auch etwas woran wir merken, dass wir einen Schritt weiter sind.

00:46:31: Vielen Dank für dein Besuch Manny!

00:46:33: Danke, dass du dir Zeit genommen hast von sehr spannendes Gespräch.

00:46:37: Vielen dank für deine tolle Arbeit, die du tust.

00:46:39: Ja vielen Dank für die Einladung.

00:46:41: Gerne

00:46:43: Vielen Dank an Falk Andreas, Alexander Stößlein, Osama Hai Yaya Pablo Lüttgenhaus, Anna Busmann und das Team von Mitvergnügen für die Arbeit an diesem Podcast.

00:46:54: Wir hören uns nächste Woche wieder – bis dann!

Über diesen Podcast

Willkommen bei Die bessere Hälfte.
Wir werden immer älter – und das ist eine ziemlich gute Nachricht.
In diesem Podcast spreche ich mit Menschen, die durch ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven unseren Blick aufs Älterwerden verändern.

von und mit Stephanie Hielscher

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