00:00:02: Willkommen bei Die bessere Hälfte.
00:00:05: Wir werden immer älter und das ist eine ziemlich gute Nachricht!
00:00:08: In diesem Podcast spreche ich mit klugen Menschen darüber, wie wir die zweite Lebenshälfte so gestalten können dass wir gerne älte werden.
00:00:16: Ich bin Stephanie Hilscher Und meine bessere hälfte ist heute Doris Dörrje.
00:00:21: Sie ist Regisseurin, Schriftstellerin und eine wunderbare Beobachterin unseres manchmal ziemlich widersprüchlichen Lebens.
00:00:29: Mit Filmen wie Männer und Kirschblüten Hanami hat sie uns zum Lachen gebracht, berührt und immer wieder auf die großen Fragen gestoßen.
00:00:38: Ihr Film Frau Winkler verlässt das Haus ist für mich ein Anlass über etwas zu sprechen dass wir gerne auf später verschieben.
00:00:45: Wie stellen mir unser Leben vor wenn wir wirklich alt sind?
00:00:49: Wer kümmert sich dann um uns?
00:00:50: was dürfen wir von unseren Kindern erwarten Und könnte uns irgendwann einen Pflegeroboter ans Herz wachsen?
00:00:57: Ich weiß, Pflege, Abschied und das Lebensende klingen erst mal nicht nach Themen mit denen man es sich gerne auf dem Sofa gemütlich macht.
00:01:04: Aber vielleicht hilft es ja wenn wir anfangen darüber zu sprechen?
00:01:07: Mit Neugier, mit Humor und ohne auf alles schon eine Antwort haben müssen!
00:01:12: Denn darin steckt auch eine Frage fürs hier-und jetzt Was ist uns am Leben so wichtig dass wir's auf gar keinen Fall auf später verschieben
00:01:20: wollen?
00:01:21: Herzlich Willkommen Doris Dörre.
00:01:28: Hast du dir schon Gedanken über den Namen deines zukünftigen Pflegerobotas gemacht?
00:01:32: Wie würdest du denn nennen?
00:01:34: Oh, das weiß ich noch nicht.
00:01:35: Nee darüber habe ich noch nachgedacht.
00:01:37: vielleicht dann doch auch Pavlovich weil dass sich jetzt so bei uns eingebürgert hat durch das Drehen die ganzen Wochen mit dem Roboter Vielleicht würde ich ihn auch Pavlovic nennen.
00:01:48: wäre es
00:01:49: Was müsste der denn können damit du sagst okay gut du kannst hier bleiben und darfst jetzt irgendwie mit mir wohnen.
00:01:57: Ja, es geht halt darum eine Autarkie möglichst lange zu behalten.
00:02:02: Und was bräuchte ich?
00:02:03: Klar saubermachen, Wohnung putzen klar Essen bestellen aber nicht so Scheusliches wie er im Film bestellt sicherlich das.
00:02:11: und dann kommt natürlich dazu Was braucht man als körperliche Pflege?
00:02:16: was braucht man Als medizinische pflege?
00:02:19: Das ist natürlich sehr unterschiedlich und hier bei uns im film ist schon auch wichtig noch mal zu zeigen Diese Schamgrenze, die man dann überwinden muss.
00:02:29: Wenn man so hilflos ist und pflegebedürftig ist, ist es einem vielleicht lieber wenn ein Roboter einen windelt als die eigene Tochter.
00:02:38: Und das fände ich auch angenehmer glaube ich, wenn er's gut macht, wenn es so sein muss.
00:02:44: Ich denke gerade weil die Frau Winkler im Film zu Pavlovic dem Roboter her im Grunde auch eine emotionale... Beziehung aufbaut, also wo ist dann wiederum auch die Grenze?
00:02:55: Also könnte sich da vielleicht dann auch wieder sowas wie Scham einschleichen.
00:03:01: Naja wenn wir es schaffen uns immer wieder bewusst zu machen dass wir mit einer Maschine reden was Frau Winkler nicht schafft und was wir auch zunehmend nicht mehr schaffen mit der KI Dann stellt sich die Frage eigentlich nicht.
00:03:13: Also dann müssen wir schon auch immer wieder uns vergegenwärtigen, ich rede mit einer Maschine sie hat kein Bewusstsein eine emotionale Bindung ist auch nicht möglich.
00:03:22: Aber wir fallen halt als Menschen drauf rein, weil wenn sich jemand... Wenn sich etwas bewegt und spricht dann ist es für uns sofort ein Wesen.
00:03:31: Und das glaube ich auch ein großes Problem und das versuche ich auch zu zeigen in dem Film Wir können gar nicht anders als eine Bindung aufzubauen.
00:03:38: Und wenn es dann aber so ist wie hier dass uns das ja dann auch gefährlich wird Weil dieser Roboter ja dieses eingebaute Programm hat Frau Winkler auch umzubringen wenn's ihr schlechter geht dann wird es alles sehr gefährlich.
00:03:50: Und ich glaube, wir sind gerade an dem Punkt wo so viele von uns schon eine Verbindung aufgebaut haben.
00:03:57: Sehr, sehr viele Leute fragen die KI um Rat und sie hat natürlich auch eine History, die erinnert sich an das was wir vorher gefragt haben.
00:04:07: Dann wird es auch zunehmend komplizierter glaube ich da wieder auszusteigen aus dieser Bindung.
00:04:13: Absolut, weil ich meine der Film zeigt ja auch wie viele Vorteile das einfach hat.
00:04:17: Der Frau Winkler geht's halt viel besser als vorher.
00:04:21: Ja aber er wird sie umbringen und das dürfen wir nicht vergessen dass die KI eine messerscharfe Logik hat.
00:04:28: Sie denkt nur logisch Das heißt sie denkt immer an ein Ergebnis was im Sinne von was ist.
00:04:37: Hier wird jetzt gesagt es wäre für die gesamte Gesellschaft gut, wenn die älteren dann irgendwann mal umgebracht werden.
00:04:44: Weil es ökonomisch sinnvoll ist!
00:04:47: Ja so denkt die KI.
00:04:49: Es muss ökономisch sinnfrei sein für die KI weil wir es verpasst haben und ich hoffe dass wir das noch irgendwie hinkriegen der KI wirklich Werte beizubringen.
00:05:00: Das haben wir nicht geschafft.
00:05:01: Es ist ja eigentlich total visionär, dass von dir jetzt der Film genau zu diesem Zeitpunkt rauskommt.
00:05:08: Wo Sam Oldman und alle großen Entwickler davor waren, dass die KI genau das tun wird?
00:05:14: Ja ich habe da nur schon sehr früh angefangen mich damit zu beschäftigen Und die haben das schon vor langer Zeit gesagt.
00:05:21: Jetzt ist es halt in aller Munde.
00:05:23: Aber vor vier Jahren gab's auch schon deutliche Warnungen.
00:05:29: Hast du persönlich Angst davor?
00:05:31: Nein, habe ich nicht.
00:05:32: Weil Angst nutzt uns nix!
00:05:35: Ich bin da sehr viel aktivistischer.
00:05:39: Ich glaube wir müssen dringend regulieren und kontrollieren und wir müssen vor allem diesen vier fünf Techbossen übrigens alles Männer auch die Macht wieder ein Stück weit entreißen.
00:05:50: das müssen wir unbedingt und ganz schnell.
00:05:53: Ich habe heute Morgen langsam recht gehört, die haben heute eine Ausgabe zu KI und eben diesem Phänomen oder das was halt gerade so besprochen wird.
00:06:00: Und ich fand es auch ganz interessant weil die dann gesagt haben dass natürlich dieses Verselbstständigen dieser KI-Agenten Dass das ja nochmal die Dimension hat, dass das ja keine natürlichen Personen sind.
00:06:13: Das heißt für die gilt auch kein Recht?
00:06:16: Natürlich nicht!
00:06:17: Also sie können sich einfach bewegen wie sie wollen und tun was sie wollen Und Sie können im Grunde gar nicht belangt werden.
00:06:23: und deren Vorschlag war dann natürlich die Entwicklerfirmen haftbar zu machen damit da ein Riegel vorgeschoben wird.
00:06:31: Aber man vermenschlicht diese KI auch total und dann lässt man sie einfach laufen ohne Regeln weil sich einfach
00:06:39: die Person nicht handelt.
00:06:42: Und wovor jetzt die Forscher auch wirklich große Angst haben, sind die Selbstverbesserungsprogramme, die die KI immer schneller errechnet.
00:06:51: und was heißt eine Verbesserung für eine KI?
00:06:54: Die heißt halt dann auch immer ökonomischer zu denken und immer logischer auf uns Menschen zu reagieren.
00:07:00: und wir sind für die KI unlogische Wesen und deshalb eben die Angst, dass sie dann auf die Idee kommen könnten uns gleich abzuschaffen.
00:07:07: Weil das in ihrer Verbesserungswelt gar nicht reinpasst.
00:07:12: Wir sind... nicht besonders praktisch wir sind nicht besonders schlau!
00:07:17: Wir sind nicht besonderes nützlich für die KI.
00:07:20: aus der Sicht in der KI
00:07:22: Ja es ist ja auch interessant weil im Grunde diese Agenten haben sich hier auch miteinander vernetzt Und da gab's schon auch welche, die die Rolle der moralischen Instanz sozusagen eingenommen haben sind natürlich gefüttert mit unseren Emotionen und unseren Gedanken, die wir als Menschen auch haben.
00:07:37: Und dann geht halt jemand in diese Rolle und streut sozusagen Bedenken ein.
00:07:41: Aber am Ende ist das natürlich trotzdem keine empathische Handlung, zu einem empathischen Ergebnis führen kann, weil die KI ja gar nicht empathisch sein kann.
00:07:53: Sondern sie spielt es ja nur vor also im Grunde wie ein Psychopath.
00:07:58: Und die Logik wurde... Die empathischen Regungen, diese pseudo-pathischen Riegung, die bedenken wurden sehr schnell weggewischt durch die Logique.
00:08:07: Genau und die Logike gewinnt am Ende dann?
00:08:10: Und das ist oder könnte tödlich sein.
00:08:13: Also ich glaube auch nicht, dass wir jetzt anfangen sollten den Panik zu verfallen.
00:08:17: Wir müssen halt uns einfach zusammen tun international und Regularien aufstellen so wie wir es ja eigentlich auch bei Atomwaffen geschafft haben eine Zeit lang zumindest müssen wir das jetzt wieder machen.
00:08:31: Wir müssen uns international darum kümmern.
00:08:33: Und das ist natürlich auch gerade problematisch, weil die USA und China als große Konkurrenten kein Interesse daran haben jetzt die KI zu regulieren.
00:08:44: Und es gibt am Ende natürlich genau wie die KI-Bots – die ausbrechen.
00:08:48: gibt es trotzdem auch die Menschen, die ausbrennen und weiter entwickeln?
00:08:51: Ja natürlich im Interesse des Kapitals.
00:08:54: ja klar!
00:08:55: Der Film spielt.
00:08:59: Ist das irgendwie was, was sich für dich weit weg anfühlt jetzt für dich persönlich sozusagen?
00:09:06: Nein.
00:09:06: Das ist ganz nah.
00:09:08: Und es ist deshalb so nah weil wenn ich nach rückwärts denke vor zwei Jahren hatte ich noch kein Chattipiti auf dem Handy.
00:09:16: Das ging so irrsinnig schnell.
00:09:18: also wird die Entwicklung nach vorne auch ganz schnell sein.
00:09:21: Okay nochmal auf Chattapiti zurückzukommen Das ist ja unsere Alltags-KI.
00:09:27: Findest du, dass es da schon anfängt?
00:09:30: Auch gefährlich zu werden?
00:09:31: oder wo ist für dich so die Grenze?
00:09:35: Meine Grenze ist relativ hoch weil ich auch aus einer anderen Zeit komme und vielleicht auch andere Dinge noch beherrsche.
00:09:42: also ich kann auch analog mich durch die Welt bewegen und brauche nicht unbedingt nur digital die digitale Unterstützung, um in der Welt zurechtzukommen.
00:09:53: Aber die Jungen wachsen damit auf, dass sie für jeden kleinen Fortsack jetzt mal die KI fragen.
00:10:01: Das ist denen schon so in Fleisch und Blut übergegangen.
00:10:05: Und dann kann man sagen okay Leute, googelt mal lieber das verbraucht schon deutlich weniger Energie als die KI.
00:10:11: Ist ja das nächste große Thema wo soll denn die ganze Energie herkommen?
00:10:15: von der für die KI?
00:10:17: Seid damit auch ein bisschen bewusster.
00:10:19: Frag nicht ständig nur TGPT für irgendwas, was ihr genauso gut anders recherchieren könnt.
00:10:26: Da ist für mich eine ganz klare Grenze.
00:10:28: also ich versuche auch immer wieder nochmal nachzudenken.
00:10:31: brauche jetzt wirklich eine Information über die TGPD oder kann ich das nichts anderes rausfinden?
00:10:37: Ich frage nichts Persönliches.
00:10:40: dafür habe ich Freundinnen und Freunde Verstehe aber die Versuchung.
00:10:48: Also ich habe auch Freundinnen, die zum Beispiel ihren gesamten WhatsApp-Verlauf mit jemandem der vielleicht ein bisschen schwierig ist oder in dem man sich verliebt hat oder alle möglichen Emotionen spielen da rein – diese WhatsApps analysieren lassen?
00:11:06: Wie soll ich jetzt antworten?
00:11:08: Was meint die, der wirklich?
00:11:10: Das finde ich schon auch!
00:11:13: Interessant zumindest.
00:11:15: Ja, also ehrlich gesagt ich kenne das nicht in dem Umfang.
00:11:19: aber zum Beispiel wenn ich jetzt eine E-Mail bekomme im geschäftlichen Kontext und weiß ich nicht finde es ein bisschen schwierig und denke oh wie antworte ich jetzt am diplomatischsten darauf?
00:11:29: irgendwie gleichzeitig empathisch aber doch bestimmt oder so.
00:11:33: mir fällt es manchmal so ein bisschen schwer.
00:11:36: Dann hau ich das auch oft da rein und kontrolliere das natürlich nachher noch mal.
00:11:40: Und passt das so meinem Stil vielleicht ein bisschen an, aber das hilft mir schon
00:11:44: auch.
00:11:44: Natürlich ist es irre praktisch.
00:11:45: Das
00:11:46: geht so fast schnell.
00:11:48: Wir haben ja alles wenig Zeit.
00:11:50: Es ist irre praktische.
00:11:52: Das ist natürlich auch die große Verführung.
00:11:54: Aber ich sehe das alles immer sehr interessiert und ich bin so neugierig darauf was das mit uns macht.
00:11:59: Ich merke jetzt schon dass Menschen anfangen so zu sprechen wie die KI also diese sehr, sehr diplomatische aber auch sehr weiche Art zu formulieren wo nie mal wirklich ein klares Statement kommt sondern immer wieder gesagt wird oh du hast recht ja du hast so Recht.
00:12:21: vielleicht sollten wir das noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten bla bla bla und ich merke dass Leute anfangen so zu sprechen.
00:12:30: auf der anderen Seite haben wir eine vollkommen entfesselte Art zu kommunizieren im Netz, wo Diplomatie das Wort völlig unbekannt ist.
00:12:41: Sondern es nur um eine Entfesselung geht.
00:12:45: Also Hass im Internet – haben wir alle als Problem!
00:12:50: Das ist genau das Gegenteil davon und vielleicht gehören diese beiden Dinge auch zusammen?
00:12:55: Dass auf der einen Seite diese extrem diplomatische Art der KI sich auszudrücken, auf uns abverbt aber wir dann anonym Vielleicht diesen Wunsch entwickeln, so richtig drauf zu hauen.
00:13:06: So richtig alles rauszukotzen was uns einfällt?
00:13:10: Oder wir lernen wieder einen mäßigeren Umgang weil das mit dem ganzen Hass im Internet ... Das gab's auch schon bevor die Kaida war.
00:13:17: Das gab es in den sozialen Medien vor zehn Jahren.
00:13:21: Ist schlimmer geworden ist deutlich schlimmer worden.
00:13:25: Ja das wäre eine Hoffnung.
00:13:26: also ja ich finde auch wir sollten immer hoffnungsvoll versuchen zu bleiben, dass die ganzen Hater einen diplomatischen freundlichen Umgang lernen von der KI.
00:13:38: Ja also vielleicht hat es auch einen positiven Effekt.
00:13:41: Wir sollten da offenbleiben und uns auch nicht einem positiven Ausgang verschließen.
00:13:47: Wie gehen wir zurück zum Film?
00:13:50: Wenn Sie sich Ihr eigenes Alter so vorstellen wie sehen sie sich wenn sie wirklich alt sind?
00:13:57: was haben Sie für ein Bild von sich?
00:13:58: Naja, das ist halt das was wir uns nicht vorstellen wollen.
00:14:01: Und natürlich möchte ich mich selber autark vorstellen.
00:14:05: Also ich möchte sehr lange autark autonom sein und auch niemandem zur Last fallen.
00:14:12: Das ist ja immer diese Schwierigkeit zwischen dem Pflegenden und dem Gepflegten Dass der Gepflegte immer wieder dieses Gefühl hat.
00:14:22: Ich bin nur noch eine Last!
00:14:24: Ich falle allen zur last Und der, der pflegt hat ja auch diese Last zu tragen.
00:14:30: Es ist ja tatsächlich eine Last im buchstäblichen Sinne jemanden zu heben und bewegen.
00:14:36: Das ist eine Last!
00:14:38: Darüber aber so ein anderes Verständnis auch zu bekommen das ist sehr schwierig und ich glaube es wäre aber sehr wichtig dass wir die last auch anders verteilen.
00:14:50: also wir wissen beide sind fast nur Frauen die pflegen Zu Hause.
00:14:54: wie beruflich sind es mehr zu allen, natürlich die Frauen.
00:14:58: Und da zu entlasten aber auch demjenigen der glaubt dass er zur Last fällt ein Stück von dieser Last zu nehmen ist ja auch eine Last mich als Last zu fühlen.
00:15:10: und da sind wir Meilen weit entfernt von Entlastung für beide Seiten.
00:15:17: Was sind deine Ideen?
00:15:20: Man muss sich in der Welt so ein bisschen umgucken, andere Länder machen das schon auch anders und interessant.
00:15:25: Also zum Beispiel in Schweden wo ich gerade war da habe ich mit einigen gesprochen wie es da geht und da ist das Konzept schon sehr viel länger so dass man versucht die Menschen zu Hause zu behalten und autark sein zu lassen solange es geht.
00:15:42: Das bedeutet dass viel mehr Geld in Prävention gesteckt wird.
00:15:49: Also die kommen nach Hause und machen mit einem Gymnastik, aber von der Krankenkasse bezahlt.
00:15:54: Die kommen aber auch um Haushalt mitzuhelfen, erst mal wirklich Aufgaben zu übernehmen, die nur dazu dienen den älteren Menschen autark sein zu lassen.
00:16:07: Und da kann man sehr viel machen an der Prävention also durch Bewegung, durch bessere Ernährung, kulturelle Ereignisse, zu denen man dann diese Menschen bringt.
00:16:19: All diese Dinge sind ja nachgewiesener Weise sehr wichtig und bringen unheimlich viel.
00:16:26: Was wir machen ist dass wir nichts unternehmen also sie eben einzeln überlassen.
00:16:31: aber das ist halt sehr von Geld und Klasse abhängig.
00:16:34: und Erziehung was man sich da so leisten kann und was man auch schon immer vielleicht gemacht hat also die sich zum Beispiel schon immer gesund ernährt zu haben Das ist schwierig für viele.
00:16:47: Was wir machen, ist eben genau dass wir warten bis die Leute krank werden und dann gibt es halt ein Pflegegrad.
00:16:52: wenn man Glück hat wird hier gerade auch reduziert ja und dann und dann kommen die Töchter dran
00:17:00: Genau!
00:17:01: Es ist im Grunde ein individuelles Problem auf beiden Seiten vom Kranken oder vom alten Menschen und auch von den pflegenden oder von den Angehörigen
00:17:09: Ja
00:17:10: Ja.
00:17:11: Und mich wundert das schon, muss ich ganz ehrlich sagen weil es einfach uns alle betrifft.
00:17:17: Mich wundert es seit Jahrzehnten?
00:17:20: Frau Winkler ist ja recht eigensinnig und manchmal auch ein bisschen anstrengend sehr verletzlich aber auch verletzend.
00:17:28: was magst du besonders an ihr?
00:17:31: Das war unsere Verabredung zwischen Angela Winklar und mir dass wir versuchen wollten alle Emotionen zu erzählen also eine Gastigkeit und Biestigkeit.
00:17:43: Und eine Wut auch, dann wieder eine große Zärtlichkeit und Wärme.
00:17:50: Auch ein Lachen, dass sie lustig ist ab und zu.
00:17:55: Diese wirkliche Achterbahn-Fahrt, deshalb kommt die Achterwand vor, das wollten wir erzählen.
00:18:02: Das passiert mit einem, wenn man anfängt, große Schmerzen zu haben ... Dass diese Schmerze einen so Okupieren so besetzen, dass man wütend wird.
00:18:13: Man möchte sie loswerden und kann sie nicht loswerdern diese Schmerzen.
00:18:17: Und dann schlägt man um sich.
00:18:19: Dann schlägt man natürlich zuallererst die Person... ...schlägt mal um sich und erwischt zuallererst die Person, die ganz nah bei einem ist.
00:18:28: Das ist oft die Tochter, die Pflegende.
00:18:35: Damit zurechtzukommen, also jetzt wieder auf einer anderen Seite gesehen, ist auch wahnsinnig schwierig!
00:18:40: Weil die Menschen sich verändern, Eltern verändern sich durch diese Situation der Hilflosigkeit und der Schmerzen.
00:18:47: Und natürlich auch der Perspektive tatsächlich auf den Tod zuzugehen.
00:18:54: Das macht sehr viel mit einem... Ich habe auch versucht zu verstehen bei meinen Eltern was es bedeutet Abschied nehmen zu müssen wirklich sich von diesem Leben dieser Welt von den Kindern, von den Freunden verabschieden zu müssen und das zu wissen.
00:19:12: Und das macht einen dann doch auch wütend
00:19:16: verzweifelt.".
00:19:19: Ich mag diese kleinen Ritual im Alltag die einem für ein paar Minuten das Gefühl geben – jetzt ist kurz Pause!
00:19:27: Und Kaffee gehört für mich ganz klar dazu….
00:19:30: Dieses kurz hinsetzen, eine schöne Tasse in der Hand ein paar Minuten für mich.
00:19:35: und das Schöne ist dieser Moment muss nicht automatisch morgens um acht stattfinden.
00:19:40: Denn Chibo hat jetzt etwas Neues!
00:19:42: Die feine Milde gibt es ab sofort auch entkoffiniert.
00:19:47: Feine Milde isst ja wirklich so einen Kaffee.
00:19:49: den Gefühl schon unsere Eltern und Großeltern kannten Den gibt es seit dauernd.
00:19:54: Schon damals überzeugte er mit seinem vollen, mildem Geschmack und daran hat sich bis heute nichts geändert!
00:20:00: Und jetzt kommt dieses Original eben nochmal neu – voller Kaffee-Geschmack aber ohne Koffein.
00:20:06: Ich trinke selbst schon länger keinen koffieinhaltigen Kaffeen mehr und finde es deshalb besonders schön dass es inzwischen immer mehr richtig gute entkoffinierte Varianten gibt.
00:20:16: Die feine Milde entkoffeiniert schmeckt aromatisch fein und angenehm mild.
00:20:21: Und bei mir gibt es tatsächlich einen Moment, in dem ich besonders oft Lust auf Kaffee bekomme.
00:20:27: Am frühen Abend!
00:20:28: Wenn der größte Teil des Tages geschafft ist... ...ich aber noch nicht ganz im Feierabend
00:20:32: bin.".
00:20:34: Dann noch einmal kurz hinsetzen, eine Tasse Kaffee.
00:20:37: Das ist für mich so eine kleine Zisur im Tag und genau dafür finde ich einen richtig guten endkoffinierten Kaffe perfekt!
00:20:44: Die neue Chibo Feine milder endkoffeiniert bekommt ihr in der Chibo Filiale im Supermarkt und natürlich auch online bei Chibo.
00:20:52: Und für euch gibt es auch ein kleinen Rabatt.
00:20:55: Wenn ihr auf www.chibo.de bestellt, bekommt ihr mit dem Code FeineMilde-Fünfzehn einmalig fünfzehn Prozent Rabatt auf das gesamte Feinemildesortiment.
00:21:05: Der Code gilt bis zum ein dreißigten Dezember zweitausendsechsundzwanzig – alle Details dazu findet ihr in den Show Notes.
00:21:12: Danke an meinen Werbepartner Chivo für die Unterstützung dieses Podcasts!
00:21:18: In dieser Folge habe ich auch noch einen zweiten Werbeptartner.
00:21:22: Es gibt so kleine Dinge, auf die ich mich abends richtig freue.
00:21:25: Ins Bett zu gehen und mich in kuschelige Bettwäsche einzumummeln zum Beispiel.
00:21:29: Ich habe gerade die Bettwäsche von Mela getestet und dies wirklich superkuschelig!
00:21:34: Wir haben die Flanellbettwäscher aus hundert Prozent Biobarmbolle.
00:21:38: der Stoff ist sanft gebürstet dadurch fühlt er sich so weich an.
00:21:42: Er hält schön warm und bleibt dabei atmungsaktiv.
00:21:44: Gerade für die kühleren Nächte finde ich das richtig gemütlich Und bei uns ist sich tatsächlich die ganze Familie einig schlafen wirklich total gern darin.
00:21:54: Mela kennt ihr vielleicht schon als Modemarke aus Deutschland, schöne unkomplizierte Basics und Strickpullover aber auch Socken, Taschen- und Rucksäcke – mit Mela Home gibt es inzwischen außerdem Bettwäsche und Handtücher!
00:22:06: Die Basis ist Bio Baumwolle und bei der Frage wie daraus fertige Produkte werden nimmt Mela es ziemlich genau.
00:22:13: Das gesamte Sortiment ist nach Gott's Fairtrade-Kotten und dem grünen Knopf zertifiziert.
00:22:19: Hinter den Aussagen zum Materialien und Herstellungen stehen also unabhängige Standards und Kontrollen.
00:22:26: Gleichzeitig sollen die Sachen bezahlbar bleiben, T-Shirts gibt es z.B.
00:22:30: ab neunundzwanzig Euro neunzig.
00:22:33: Schaut mal auf www.melaware.de vorbei!
00:22:36: Mein Code für euch lautet Stefanie Fünfzehn und gilt bis zum einund dreißigten Dezember zweitausend sechsund zwanzig.
00:22:43: Den Link und den Code findet ihr auch in den Shownotes.
00:22:47: Danke an meinen Werbepartnern Pamela für die Unterstützung dieses Podcast und die kuschelige Bettwäsche.
00:22:54: Werbung Ende Du hast ja auch erzählt, du hast deine Eltern gepflegt und du warst noch keine Dreißig als du schon ein Sterbehilfe-Seminar belegt hast weil dein Partner oder dein Mann so krank war und dann auch verstorben ist.
00:23:11: Hat dir das Sterbebegleiter Seminar geholfen?
00:23:15: Konnte dich das vorbereiten?
00:23:16: Sehr sehr stark!
00:23:17: Und auch ein tolles Hospiz, ein ambulantes Hospiz in München.
00:23:22: Die haben mir wirklich essenzielle Dinge beigebracht.
00:23:26: und es gab eine Übung die werde ich auch nie vergessen.
00:23:28: da mussten wir Seminarteilnehmer uns hinlegen und wir mussten die Sterbenden spielen.
00:23:37: Wir mussten dann unsere Wünsche ausdrücken als Sterbende.
00:23:43: Da war sehr eindrucksvoll dass wir als Sterbene auf gar keinen Fall wollten, dass die Lebenden sich an uns kreien und versuchen festzuhalten.
00:23:55: Uns mit ihrer Trauer auch wieder
00:23:57: belasten.".
00:23:59: Das war sehr eindrucksvoll!
00:24:02: Da dann auch als derjenige, der begleitet zu sagen... Das ist in Ordnung, wenn du jetzt gehst und ich werde dich dabei begleiten.
00:24:13: Aber ich werde ihn nicht versuchen, dich festzuhalten und mich mit deiner Trauer überwältigen oder auch versuchen zu bremsen und immer noch hier auf dieser Erde festhalten.
00:24:26: Das fand ich sehr wichtig!
00:24:28: Wie macht man das?
00:24:29: Wie setzt man das dann um, dass das gelingen kann?
00:24:34: Ja durch Liebe und Präsenz.
00:24:40: Das ist wahrscheinlich das Einzige, was man wirklich leisten kann.
00:24:45: aber es sind zwei große Dinge Liebe und Präsens Denn man möchte auch oft fliehen Man möchte vor dem Leid fliehn.
00:24:52: Also ich habe das ganz deutlich immer wieder gespürt bei meinen Eltern.
00:24:56: Ich fand dass so entsetzlich das mit anschauen zu müssen Und war auch so hilflos demgegenüber weil ich dieses leiden nicht verbessern konnte dass ich oft auch einfach weg wollte.
00:25:09: Ich wollt nicht
00:25:10: mehr.".
00:25:12: Das ist dann die Wut, der krank oder der alte Mensch hat?
00:25:16: Weil für uns ist es ja auch ein Schmerz, der Wut erzeugt.
00:25:19: Ja, ja.
00:25:21: Konntest du im Austausch bleiben?
00:25:24: Bedingt!
00:25:28: Eigentlich eher mit mir selber und auch meiner langen Meditationspraxis – das hat schon auch sehr, sehr geholfen.
00:25:35: Also immer wieder zu schauen... Was ist gerade mit mir?
00:25:38: und still zu sein, da zu sein wirklich auch weiter sitzen zu bleiben?
00:25:43: Da zu bleiben.
00:25:44: Und diesem Fluchtreflex auch zu widerstehen und zu gucken woher kommt denn der Flucht Reflex genau?
00:25:49: warum will ich jetzt hier unbedingt weg?
00:25:51: weil es mir so weh tut?
00:25:53: ja okay aber das kann man auch aushalten also man kann auch sitzen bleiben es tut dann trotzdem wie auch wenn man abhaut tut's ja weiter weh nützt ja nichts und dann dazu bleiben und zu warten bis das auch wieder vergeht.
00:26:08: Denn das Wichtigste ist schon Präsenz zu sein, aber ich war natürlich auch lange nicht so präsent wie ich, dass meine Schwestern, drei Schwesten die haben schon sehr viel mehr übernommen als ich eine vor allem in derselben Stadt wohnt, wie meine Eltern.
00:26:25: Die hat den Hauptteil übernommen was oft so ist das natürlich diejenigen am meisten dann tragen müssen die da leben in der Nähe leben.
00:26:33: aber ich hatte natürlich auch meine Arbeit und meine Filme Und ja Ich war sehr zerrissen.
00:26:39: Auch das habe ich versucht zu erzählen In dem Film.
00:26:42: Wie zerrissen wir dann sind?
00:26:44: Lange Wege hin- und herfahren Da immer zu denken oh mein jetzt nachlässige ich auch Arbeit aber auch den Rest der Familie natürlich.
00:26:56: Da hängt sehr viel dran an diesem Dasein wollen und zu einem großen Teil nicht dasein zu können.
00:27:05: Wie bist du mit dem schlechten Gewissen umgegangen?
00:27:08: Wie geht man mit dem schlechtem Gewissen, um weiß ich nicht so genau.
00:27:13: Ich habe versucht dann wirklich so präsent zu sein wie es mir nur irgendwie möglich war und habe dann andere Dinge übernommen.
00:27:21: Also es war auch ganz schön, dass jede Schwester so eine andere Aufgabe dann auch hatte.
00:27:27: Und wie war das damals wenn ich fragen darf bei deinem Mann?
00:27:32: Ja beim meinem Mann war das eine ganze andere Situation mit unserer sehr kleinen Tochter und da war ich anders zerrissen.
00:27:39: Da musste ich für meine kleine Tochter ja auch ein normales Leben weiterleben und ihr auch bieten dass es Prognosen gab von vier Wochen, sechs Wochen drei Monaten, sechs Monate.
00:27:58: Das war halt eine entsetzliche Achterbahnfahrt und das habe ich dann wirklich nur über Meditation ausgehalten.
00:28:07: Da hab' ich wahrscheinlich Paddingaktacken gekriegt, würde ich heute sagen Ich konnte nicht mehr atmen.
00:28:15: Was ist in der Meditation für dich passiert?
00:28:20: war die Anweisung von einem Lama, an den ich mich gewandt hab ohne zu wissen wer das überhaupt ist oder was der für einen Hintergrund hat.
00:28:28: Bin ich zu einem Lamer geraten durch eine Freundin und er hat sie mir gesagt shut up sit and breathe.
00:28:38: Und das hat wirklich geholfen.
00:28:44: Das hast du dann auch immer weitergemacht?
00:28:46: Ja und das konnte ich natürlich auch immer direkt neben meinem Mann machen, mit meiner Tochter machen.
00:28:52: Das habe ich dann überall gemacht.
00:28:54: also ich hab neben meiner Tochte gesessen so lange bis ihr eingeschlafen ist.
00:28:57: Ich hab neben meinen Mann gesessen, neben seinem Bett gesessen.
00:29:00: Ich hab im Krankenhaus gesessen auf den Krankenhaus Fluren, Walking Meditation gemacht und das Erstaunliche und es freut mich wenn wir das jetzt ein kleines bisschen vielleicht weitergeben können Wenn man sich darauf konzentriert wirklich nur auf das Einatmen und Ausatmen Sitzen kann, weil man zu unruhig ist im Gehen machen.
00:29:21: Ein Schritt ein Atemzug.
00:29:24: Nächster Schritt einen Atemzug.
00:29:26: Dann kann man da drin eine Schmerzfreiheit entdecken.
00:29:31: Denn wenn man diese Augenblicke so klein unterbricht auf einen Atenzug dann kann man feststellen, ah ja dieser Atem Zug, dieser Moment ist schmerz frei!
00:29:44: Der nächste vielleicht schon nicht mehr aber dieser jetzt und sich so von einem Moment zum nächsten zu hangeln, das hat sehr gut funktioniert.
00:29:56: Das freut mich total und gleichzeitig denke ich so okay du musst es aber als Angehörige losgehen und dafür sorgen dass du ein Werkzeug für dich findest damit es dir sozusagen besser geht.
00:30:09: Und die Angehöre werden ja oft vergessen!
00:30:13: Total jetzt denke ich heute manchmal was war das für eine Welt und die hat sich wirklich verbessert, wo niemand mich – und ich war ja noch nicht mal vierzig.
00:30:24: Ich war Mitte dreißig als das anfing.
00:30:27: Niemand mich gefragt hat wie geht es eigentlich für sie mit dem Kind?
00:30:33: Haben Sie noch irgendwie eine Möglichkeit Geld zu verdienen oder haben Sie Zuhause Möglichkeiten Ihren Mann zu pflegen?
00:30:39: oder wie kriegen Sie das hin?
00:30:41: können wir irgendwie unterstützen?
00:30:43: Nichts!
00:30:44: Gar nichts.
00:30:45: Es gab keine psychologische Unterstützung, es gab niemals eine Frage danach wie ich das eigentlich hinkriege.
00:30:52: Wie ich das so handeln soll?
00:30:55: Nichts gar nichts!
00:30:57: Das war aber normal damals.
00:31:01: Das war normal.
00:31:02: also mittlerweile gibt es so... Ich habe eben schon erzählt, meine Mutter ist ja auch schon so lange krank.
00:31:08: Ich hatte letztes Jahr eine Frau kennengelernt, der es genauso ging und bei ihr in der Familie war eine psychologische Unterstützung die sich um die ganze Familie gekümmert hat.
00:31:18: Das gab's bei uns überhaupt gar nicht.
00:31:21: Aber ich hab jetzt auf so einem Kongress neulich auch gelernt, dass es da verschiedene Organisationen und Vereine gibt die sich tatsächlich auch um Angehörige mittlerweile kümmern.
00:31:29: aber ich glaube ist noch nicht soweit institutionalisiert das es wirklich für jeden greift.
00:31:36: Nein!
00:31:36: Und das ist natürlich immer die Frage danach wer bezahlt?
00:31:41: Und da wird ja versucht zu sparen wo es nur irgendwie geht Und nicht andersrum ein Netz aufzubauen, wie du gerade sagst.
00:31:51: Wo man wirklich flächendeckend unterstützt überhaupt nicht.
00:31:57: Ja und das ich finde es einfach wahnsinnig ärgerlich dass man in so einer Situation die ja eh schon sehr belastend ist diese Aufgabe auch einfach noch bekommt.
00:32:08: Ja das ist es!
00:32:09: Und dass wir es nicht schaffen uns darum anders zu kümmern Das finde ich schon auch sehr... Bestürzend.
00:32:19: Es gibt Verbesserungen, ja es gibt es tatsächlich.
00:32:23: aber zum Beispiel was Hospize angeht, was Palliativplätze angeht da sind wir immer noch so wenig versorgt mit Plätzen und Möglichkeiten.
00:32:36: ich habe damals eben dieses ambulante Hospiz gefunden die ganz winzig waren.
00:32:41: Und die haben heute auch psychologische Beraterin, wirklich Unterstützung zu Hause, Palliativschwestern, Pelliativärztinnen ... Das ist eine ganz andere Situation jetzt?
00:32:53: Es ist schon mal ein guter Schritt auf jeden Fall!
00:32:57: Du hast mal gesagt so einen Satz da bin ich ein bisschen hängen geblieben.
00:33:00: wenn es sehr viele Alte gibt dann erpressen wir damit die Jungen.
00:33:05: Kannst du das noch mal ein bisschen aufdröseln, was du mit dem Erpressen genau meinst?
00:33:09: In diesem Film kommt die Legende von Narayama vor.
00:33:13: Das ist ja eine japanische Legende.
00:33:15: in dieser ... die sehr alt.
00:33:16: und in der Legende tragen die Kinder ihre Eltern auf einem Berg, den Berg Nara wenn sie siebzig Jahre alt sind und setzen sie da aus damit sie da sterben.
00:33:28: die Eltern.
00:33:29: Warum?
00:33:30: Weil die Gesellschaft sonst nicht überleben könnte, weil zu viele Menschen mit Essen.
00:33:36: Also das Essen reicht nicht für die Alten und für die Jungen.
00:33:39: also müssen die Alte sterben.
00:33:42: Und das ist eine schreckliche Angelegenheit natürlich gewesen wenn die ältesten Söhne meistens Die Mutter auf dem Rücken auf den Berg tragen mussten was hier in der Geschichte der Roboter übernimmt.
00:33:57: aber Natürlich sind wir in einer ähnlichen Situation, dass so viele Alte ... In einer Gesellschaft wie unsere Leben das die Jungen diese Last gar nicht mehr tragen können.
00:34:08: Die finanzielle Last nicht tragen können aber auch die Versorgung, die private Versorgungs-.
00:34:12: Ich hab drei Schwestern ich habe jetzt nur eine Tochter.
00:34:15: soll die das dann alles leisten?
00:34:16: Nein nein nein bitte nicht!
00:34:18: Aber die Situation ist da und deshalb glaube ich müssen wir auch wirklich schauen, dass wir Älteren die jungen unterstützen Solange wir das können und dass wir auch demokratische Prozesse nicht so ablaufen lassen, dass die älteren immer das bekommen was sie wollen weil sie einfach mehr sind.
00:34:37: Ja geht auch nicht.
00:34:38: ja also Wir müssen die jungen wirklich sehr stark im blick haben Und da habe ich nicht das gefühl dass das so ist.
00:34:46: gerade
00:34:47: Was würdest du denn sagen wie kann man da gut brechen wenn du jetzt sagst Du möchtest deiner tochter nicht zur last fallen deine tochter möchte aber vielleicht trotzdem für dich da sein?
00:34:56: Wie geht man?
00:34:57: Über sowas irgendwie gut ins Gespräch.
00:35:02: Ja, ich glaube in dem man über seine Ängste anfängt zu sprechen und zwar wirklich von beiden Seiten und da vielleicht auch versucht kreative Lösungen zu finden die nicht im Disaster enden und das Disaster ist ja doch oft dass man dann nicht mehr kann als pflegender Angehöriger und es dann diese Heimfrage gibt.
00:35:34: Und die Heime zum Teil gut geführt sind, aber auch nicht.
00:35:40: Und das man mit einem entsetzlich schlechten Gewissen als Kind die Eltern ins Heim schickt, ins Heimpakt... ...und die Eltern da dann auch unglücklich sind.
00:35:55: Also darüber zu sprechen was man auf gar keinen Fall möchte und jeder würde natürlich sagen, ich möchte auf gar kein Fall ins Heim.
00:36:01: Aber da auch zu gucken was gibt es denn für Möglichkeiten die verträglich sind?
00:36:07: Es gibt betreutes Wohnen, es gibt andere Modelle.
00:36:11: wir müssen uns glaube ich dringend um andere Wohnmodelle auch kümmern.
00:36:15: Da gibt es ja schon Ansätze und da gibt es tolle Ideen auch.
00:36:18: Ich
00:36:18: finde mich da auch schon ein bisschen mitbeschäftigt, also da gibt's alles von bis auch sehr lifestylig, auch so Konzepte die einen in meinem Alter dann total ansprechen.
00:36:30: Also ich hab zum Beispiel in Hamburg was gefunden... Die haben in allen europäischen großen Städten die Filialen.
00:36:39: Und wenn du jetzt in Hamburg da sozusagen eingemietet bist, kannst du aber auch sagen, ach den nächsten Sommer möchte ich aber in Rom verbringen und dann organisieren dir... dir so ein Tausch und du bist quasi in der gleichen Umgebung, weil alles gleich strukturiert ist.
00:36:56: Und kannst dann halt einfach da sein.
00:36:57: was sind natürlich auch Sachen da?
00:36:59: also erst mal ist das eine finanzielle Frage.
00:37:01: das ist ein teures Modell.
00:37:03: zweitens musst du ja auch überlegen bin ich so gut in meine Gesundheit investiert dass sich mir das überhaupt leisten kann noch irgendwie woanders hinzugehen.
00:37:11: Bin ich mental dann noch so fit?
00:37:13: Also das sind ja auch eine Milliarde Faktoren.
00:37:16: Ja aber ich finde trotzdem dass es sich total lohnt, sich damit auseinanderzusetzen wie man später leben will und was man sich wünscht.
00:37:30: Ja klar aber deshalb passiert das auch hier in dem Film über Nacht.
00:37:35: Frau Winkler fällt buchstäblich vom Hocker.
00:37:38: Das sind diese gefürchteten Stürze.
00:37:40: sie stürzt und ist ab da dann betlägerig.
00:37:44: Und das ist die große Schwierigkeit, dass man das nicht vorhersehen kann.
00:37:49: Dafür nicht planen kann, nicht wirklich und dass man davor aber auch die größte Angst hat von einem Tag auf den anderen hilflos zu werden.
00:37:58: Und dafür kann man nicht wirklich vorsorgen.
00:38:03: Das ist schwierig!
00:38:04: Ich finde auch, wenn man so drüber nachdenkt.
00:38:06: Auch wie möchte ich denn sein?
00:38:08: Wenn ich älter bin... Also ich bin ein sehr positiver Mensch!
00:38:10: Ich meine mir das dann eher positiv aus und was ich noch so machen möchte und was können möchte und so muss ja alles nicht so kommen ist mir durchaus sehr bewusst.
00:38:18: aber Ich finde, es gibt ja auch noch eine andere Komponente.
00:38:22: Man verändert sich auch im Laufe seines Lebens.
00:38:24: also wenn ich mir jetzt eine Utopie schaffe für mein Leben Ü-Achzig heißt das gar nicht dass ich das Wenn ich ü. Achtzig bin dann auch noch so will weil wahrscheinlich habe ich mich total verändert ist es ja auch gar nicht so leicht.
00:38:38: Ja die Prioritäten verändern sich natürlich auch.
00:38:41: Also zum Beispiel Bewegung wenn du jetzt sagst, du möchtest vielleicht unterwegs sein und dann ein halbes Jahr in Rom leben.
00:38:49: Vielleicht ist aber mit Achtzig viel wichtiger, in der Nähe von den Menschen zu sein die du magst und liebst statt jetzt irgendwie nach halbisjahr in einer Stadt zu sein wo du niemanden kennst.
00:39:01: Das verschiebt sich ja das verändert sich
00:39:04: Ja.
00:39:05: Aber Du würdest auch sagen es lohnt sich trotzdem quasi ein bisschen sich Gedanken zu machen und zu planen für später?
00:39:12: Ich weiß es nicht.
00:39:12: Ich habe keine Ahnung, ich glaube es gibt zwei Wege.
00:39:15: der eine Weg ist wirklich zu Planen und auch sich vielleicht sogar schon Platz zu suchen in einem Haus was einem gefällt wo man denkt ja das ist ein Modell was funktionieren könnte und die Wohnung irgendwie barrierefrei umzubauen schon bevor es nötig wird.
00:39:34: Das ist die eine Möglichkeit.
00:39:36: der eine Weg.
00:39:37: und der andere Weg ist komplett zu negieren.
00:39:40: Ich weiß nicht so recht, was da vielleicht auch besser ist.
00:39:43: Diese komplette Negation ist auch nicht so schlecht.
00:39:45: Meine Eltern haben das so gemacht aber natürlich weil sie auch wussten dass da vier Töchter sind im Notfall.
00:39:52: Ich kann dir sagen irgendwer bezahlt die Rechnung am Ende dann schon.
00:39:55: ne?
00:39:56: Haben wir eine Rechnungen bezahlt?
00:39:58: ich weiß es nicht ob man das so formulieren darf sollte Ob es da so eine Rechnung gibt, die impliziert auch immer die Schuld.
00:40:10: Dieses Abtragen müssen ... Die Eltern haben mir etwas gegeben und ich gebe's zurück.
00:40:15: Das wird sehr schnell gefährlich weil dann auch die Frage auftaucht wer trägt wie viel von dieser Rechnungen?
00:40:22: Wer bezahlt wie viel?
00:40:24: Und das ist natürlich auch schnell ein Problem unter Geschwistern, Unterverwandten.
00:40:29: Wer zahlt welchen Anteil der Rechnungszeit?
00:40:32: Wird die Rechnunge recht verteilt oder nicht?
00:40:35: Das sind alles Dinge, die tauchen sehr schnell auf.
00:40:38: Und ich glaube wir sollten uns hüten vor so kapitalisierten Begriffen wie Rechnungzeilen, Schuldbezahlen, Schuldeinlösen – das macht's glaub' ich nicht einfacher!
00:40:51: Wie können wir sonst nennen?
00:40:55: Ja... Ich glaube dass es wichtig ist im Austausch zu bleiben über die Gefühle, die man hat die Ängste, die man hat.
00:41:08: Ich finde es wichtig den Kindern auch zuzuhören.
00:41:11: was sind denn die Ägste der Kinder?
00:41:13: Natürlich hat jedes Kind Angst die Eltern zu verlieren aber da sind auch noch ganz andere Ängsten also von seinem eigenen Lebensweg abgebracht zu werden, weil man sich so zerrissen fühlt.
00:41:26: Weil man dann das Gefühl hat ich muss jetzt wirklich nur noch für meine Eltern da sein.
00:41:31: Da gibt es vieles was unhausgesprochen ist und ich glaube es ist eine ganz gute Idee die Dinge bei Zeiten auszusprechen.
00:41:37: Das fällt ja vielen schwer.
00:41:39: Ja, ja Meine Eltern haben zum Beispiel nie darüber geredet Nichts kein einziges Wort auch nicht über Tod und Sterben Und Ich habe dann versucht mit meiner Mutter drüber zu reden und hab's dann auch ab und zu mal geschafft.
00:41:58: Aber das war nicht leicht, ja?
00:42:02: Da ist jeder anders in seinem Weg, muss man auch respektieren.
00:42:05: Ich denke nur, dass wir schon auch ein bisschen besser gelernt haben über Gefühle zu sprechen.
00:42:13: Du machst in dem Film noch ein großes anderes Thema aufwerten.
00:42:17: am Anfang schon kurz darüber gesprochen ... Sterbehilfe
00:42:21: Ja.
00:42:22: Assistiert der Suizid.
00:42:24: Frau Winkler will die Todes-Tablette, die der Pavlo Betroboter besorgt hat nicht mehr nehmen.
00:42:30: Obwohl das so abgesprochen war, obwohl sie es eigentlich wollte und sie versteckt sich dann ja in der Besenkammer und weint bitterlich fand diese Szene so krass.
00:42:42: Ja, das verwirrt und berührt mich auch wirklich immer mehr dass ich denke auf der ganzen Welt leiden wir unter Verlust Und ich sehe jetzt immer mehr den Leuten... Ich seh's Ihnen nicht an, das stimmt nicht.
00:42:57: Aber wenn ich am Flughafen rumsitze, ich denke immer öfter, mach nochmal, jeder ist ... Das Kind von Eltern!
00:43:04: Jeder hat mit Verlust zu kämpfen, jeder hat mit dieser Situation zu kämpfen.
00:43:09: wie werden die Eltern alt und wie sterben sie?
00:43:13: Jeder von denen und jeder fürchtet sich vor Verluste aber wir lassen das nicht so recht durchscheinen in den meisten Fällen nicht.
00:43:25: Das finde ich auch verwirrend, dass wir so wenig unseren Schmerz aufzeigen und über den Schmerzen verbinden wir uns ja in der Regel sehr viel mehr als über die schönen Dinge.
00:43:42: Wir beide könnten jetzt halt über den schönsten Ferientag reden.
00:43:46: Du wie ich?
00:43:47: Ja okay!
00:43:50: Ja das stimmt.
00:43:51: Und es macht halt so vieles leichter Weil man ja, ich glaube einfach weil man immer wieder im Kern merkt dass wir alle gleich sind was du hier auch gerade beschrieben hast.
00:44:00: Du siehst den Leuten an und das ist der Kern von allem der uns halt verbindet.
00:44:07: Ja und das Liebe-und Angst vor Verlust zusammengehören Wenn wir nicht lieben haben wir keine Angst vor verlust.
00:44:14: Und dass es so miteinander verbunden ist und wird es auch nicht auflösen sollten und können.
00:44:22: Wir sollten das nicht trennen und es ist fast ein Gradmesser.
00:44:26: Wenn ich sehr liebe, habe auch große Angst vor Verlust.
00:44:30: Das gehört ja wirklich zusammen aber diese Verbindung ist nicht so klar glaube ich oder wir lassen uns nichts zu dass man sie sieht diese Verbindungen.
00:44:41: Wir können noch eine Stufe weiter drehen also werden wir uns bewusst machen dass wir deshalb nicht nur unsere Furchte vor Verlust, sondern dass es deshalb auch so schmerzt.
00:44:53: Weil wir eine Liebesfähigkeit haben, dann ist das eigentlich auch fast ein positiver Gradmesser.
00:45:01: Ich versuch's mit mal ganz gut zu drehen!
00:45:05: Dass wir an diesem Schmerz ermessen können, dass wir auch fähig sind unter Waren zu lieben.
00:45:12: Auch nicht so schlecht oder?
00:45:13: Das ist schön.
00:45:15: Ja, das ist schön.
00:45:16: ich hatte noch so ne Beobachtung Und ich wollte mal fragen, ob die richtig ist.
00:45:21: Weil du hast ja die Sage beschrieben, wo quasi dann die Alten auf dem Berg gehoben werden um dort zu sterben.
00:45:29: und das macht ja der Pablo Witsch mit der Frau Winkeler.
00:45:33: Und dann gibt Pablo Witzche den Geist auf!
00:45:36: Ich muss irgendwie an Romeo und Julia denken.
00:45:45: Das hat viele Bedeutung.
00:45:48: diese Szene Also, zum einen imitiert er ja Liebe.
00:45:52: Mhm.
00:45:54: Er glaubt dann wirklich, dass er Frau Winkler nicht verlieren möchte oder das heißt, er glaubt ... Das kann man auch nicht sagen bei einer KI.
00:46:02: Die KI glaubt gar nix.
00:46:03: Aber er sagt, dass sie ihn nicht verliern möchte.
00:46:07: D.h.,
00:46:08: er hat gelernt so zu tun als hätte er Verlustangst und dann aber geht ihm irgendwie der Strom aus.
00:46:21: Ob er das vielleicht auch wiederum vorgibt, dass ihm der Strom ausgeht?
00:46:27: Um Frau Winkler ihre eigene Entscheidung zu lassen.
00:46:31: Ah!
00:46:32: Könnte auch sein.
00:46:33: Okay so habe ich es gar nicht gesehen.
00:46:34: Nee
00:46:35: könnte sein aber das ist eben eine Szene die sehr offen ist für das Empfinden der Zuschauerinnen in diesem Augenblick.
00:46:45: wie möchtest du sehen und dass Du's als Romy und Julia gesehen hast?
00:46:47: das gefällt mir sehr gut.
00:46:50: Ja Ja, das hat mich sehr erinnert.
00:46:55: Wir sehen danach ja quasi dass das Haus, das Lehr ist, das leere Leben und wir sehen ja das Umfeld von Frau Winkler danach gar nicht mehr.
00:47:05: Das war ja mit Sicherheit eine bewusste Wahl.
00:47:08: aber ich habe mich natürlich schon gefragt wie es Ihrer Tochter jetzt geht?
00:47:12: Na die Tochter verabschieden wir verliebt sie hat eine neue Liebe und auch eine Zukunft für sich wieder und hat Lust am Leben.
00:47:24: Und ich denke mir, dass sie trauern wird über ihre Mutter natürlich – das ist vielleicht auch sehr stark!
00:47:31: Aber sie hat Freude am
00:47:34: Leben.".
00:47:37: Der Podcast heißt ja die bessere Hälfte und wir haben jetzt ganz viel über auch traurige Dinge am Alter werden und am Sterben und so weiter gesprochen.
00:47:45: aber man muss es ja auch nicht sehen, dass die zweite Hälfe die bessre Hälft ist.
00:47:50: Was würde für dich die zweite Lebenshälfte zur besseren Hälfte machen?
00:47:56: Wann fängt ihr denn an?
00:47:57: Naja, das ist natürlich so eine gefühlte Zeit.
00:48:00: Ich denke immer mit fünfzig weil ich hundert werde aber weiß nicht.
00:48:03: Das
00:48:03: wollte ich gerade sagen.
00:48:04: mein Vater ist neunneinzig geworden Aber der hätte niemals mit fünfzig gedacht dass da es jetzt erst die Hälfe war.
00:48:12: Das ist ja auch interessant dass man das nicht so richtig einschätzen kann.
00:48:16: wo fängt in meiner Hälft eigentlich an?
00:48:20: Ach, da gibt es so vieles was die zweite Hälfte soviel Praller macht.
00:48:27: Und das ist natürlich auch die Erfahrung, die Lebenserfahrung und das is schon auch der Schmerz des Prallermacht und dieses Bewusstsein von Vergänglichkeit.
00:48:37: Ich glaube dass ist entscheidend für die zweite hälfte Dass wir nur durch den Tod die Schönheit wirklich wahrnehmen können.
00:48:46: Wir gehen als sehr junge Menschen doch über Vieles auch hinweg weil wir denken, naja das wird für immer so sein.
00:48:53: Das ist so das Gefühl des Jungseins und es ist auch schön dieses Gefühl der Unverletzlichkeit und es bleibt alles so wie's ist.
00:48:59: gerade erlebe ich es so und hab nicht das Gefühl dass es vergeht Und das wird wirklich entscheidend anders in der zweiten Lebenshälfte wo man sich dann doch bewusst werden muss Dass die zweite Hälfte ist die Vergänglichkeit alles sehr viel mehr zum Funkeln bringt und deshalb auch soviel wertvoller Macht.
00:49:25: Das, finde ich ist der große Vorteil der zweiten Hälfte.
00:49:30: Und das andere ist auch wirklich eine japanische Klebetechnik.
00:49:35: Die lernt man auch in der zweiten hälfte – dieses Kinzugi etwas zerbrochenes mit Gold zu leimen, dass man die Bruchkanten sieht.
00:49:47: Da ist etwas kaputt gegangen, aber jetzt ist es auch wieder heil geworden.
00:49:51: Aber die Verletzungen bleiben sichtbar und es ist was Neues Schönes geworden.
00:49:59: Das ist auch die zweite Lebenshälfte.
00:50:01: Dass man sich nicht davor schützen kann, dass man Narben bekommt überall.
00:50:06: Wir können dann gleich über Verhalten im Gesicht reden sind ja auch Narben im übertragenen Sinne.
00:50:11: also Spuren sag ich mal.
00:50:17: diese Spuren nicht nur mit Stolz trägt, sondern dass man sie eben wie so ein Kind zu geseht.
00:50:23: Dass man dadurch auch etwas bekommen hat und dass die sichtbaren Spuren auch bedeuten das man die Spuren in anderen erkennt Und sie müssen jetzt nicht oberflächlich sein, die können natürlich genauso innerlich sein.
00:50:41: Aber dass man einen anderen Blick dafür bekommt was andere Menschen auch an Wunden und Narben in sich tragen.
00:50:50: Und davor bleibt man nicht verschont in der zweiten Hälfte.
00:50:54: aber ich glaube das es uns sehr viel mehr zu menschen macht.
00:50:58: Ich glaube dass die zweite Hälfe uns sehr viele mehr zum Menschen macht.
00:51:04: Vielen Dank, dass du da warst.
00:51:05: Danke dir!
00:51:06: Danke, dass Du dir die Zeit genommen hast für das schöne Gespräch.
00:51:09: Danke.
00:51:10: Ja es waren sehr tiefes Gespräch?
00:51:12: Ja, fand ich auch.