00:00:04: Hallo und herzlich willkommen bei Fünfzig über Fünfzech, dem Podcast für die zweite Lebenshälfte um gesundes Älterwerden.
00:00:10: Es gibt diesen Moment im Leben den viele Menschen kennen.
00:00:13: Den Moment in dem man plötzlich merkt, Zeit vergeht nicht nur – sie vergeht auch für mich!
00:00:19: Vielleicht passiert das wenn die ersten grauen Haare kommen?
00:00:22: Wenn Kinder groß werden oder die eigenen Eltern alt werden?
00:00:25: Oder man merkt dass man wahrscheinlich mehr Lebensjahre hinter sich hat als vor sich Und während wir in jungen Jahren oft das Gefühl haben, unendlich viel Zeit zu haben verändert sich irgendwann der Blick.
00:00:37: Fragen werden wichtiger – was möchte ich mit meiner Zeit anfangen?
00:00:41: Was
00:00:42: zählt wirklich?
00:00:43: Was darf bleiben und wovon darf ich mich verabschieden?
00:00:46: Mein heutiger Gast beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesen Fragen.
00:00:50: Er ist Autor, Podcaster und Begleiter für Menschen die sich bewusst mit dem Alter werden auseinandersetzen möchten.
00:00:56: In seinem Buch Die größte Reise meines Lebens beschreibt er, dass älter werden nicht als Problem das gelöst werden muss sondern als eine Einladung dem Leben mit mehr Bewusstsein zu begegnen.
00:01:07: Wir sprechen über Endlichkeit, über Gelassenheit, über das Loslassen von Erwartungen, über die Frage was wir mit zunehmendem Alter gewinnen und darüber warum das Älterwerden vielleicht nicht kleiner sondern tiefer macht.
00:01:20: Und natürlich sprechen mir auch darüber was passiert wenn man erkennt, dass Zeit nicht unbegrenzt ist.
00:01:26: Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch.
00:01:28: Herzlich willkommen Bertram Casper!
00:01:58: groß in der Zukunft liegt, sondern das ist eigentlich was, was genau jetzt schon beginnt.
00:02:05: Also es gibt tatsächlich einen richtigen Einschnitt weil ich viele Jahre exzessiver Marathonläufer war.
00:02:12: also Ich hatte so Umfänge hunderthundertzwanzig hundertdreißig Kilometer die Woche und bin mit vierzig meinen letzten Marathon gelaufen.
00:02:21: In Marburgs- und Nachtmarathon gibt's da So kurz danach ein.
00:02:25: zwei Wochen danach habe ich eine bei der Hausarbeit mein Knie verletzt und dann stellte sich raus, es ist ein Miniskusriss.
00:02:33: Und ich hab den operieren lassen aber so richtig geworden, ist das nicht wieder?
00:02:39: Und da habe ich das erste Mal gedacht – und witzig war's dass es auch die ... also die forty-four war weil mein Wunschalter ist achtundachtzig.
00:02:47: Also das korrespondiert irgendwie miteinander.
00:02:50: komischerweise was das älter werden angeht und das beschäftigen damit und da habe Ich das erste mal gemerkt hoch.
00:02:57: Jetzt habe ich einen Einschnitt in meinem Leben, jetzt kann ich den Sport, den ich Jahrzehnte geliebt hab.
00:03:03: Ich habe mit Sechzehn angefangen zu laufen, den nicht mehr machen.
00:03:08: Ich muss mir einen anderen Sport suchen und dieser Übergang also denen zu durchleben und das zu akzeptieren dass es jetzt anders ist... Das war für mich sehr schwer weil ich einmal den Sport so geliebte.
00:03:20: Und dann natürlich dieser Einschnitt, hey du kannst das nicht mehr.
00:03:23: Dein Körper spielt das erste Mal nicht mehr so mit wie du dir das eigentlich wünscht und ich habe wirklich so anderthalb Jahre gebraucht bis ich mich damit anfreunden konnte versöhnen konnte, des akzeptieren konnte.
00:03:37: und erst als es mir dann gelungen ist war ich offen mir eine neue Sportart zu suchen.
00:03:42: Und dann habe ich gefunden, das Nordic Skating.
00:03:44: Das macht man so ähnlich wie mit so Rollski aber ein bisschen anderes Gerät und mit Stöcken.
00:03:50: Dann habe ich viele Jahre das gemacht bis mir das jetzt einfach zu gefährlich ist.
00:03:54: Ich bin im sechzigsten Lebensjahr und es ist mir einfach im Moment zu gefährlig obwohl ich dieses Fliegen mag weil mein Gleitet immer von einem Bein auf das andere und treibt sich mit den Stöckern an.
00:04:05: also das ist diese Skating-Bewegung die alle eigentlich kennen vom Beatlon.
00:04:11: ein tolles Gefühl, weil ich da auch in so einen Flow komme.
00:04:14: Ich habe diese Geräte noch und wer weiß vielleicht mache ich es nochmal irgendwann?
00:04:18: Und das war so nach dem Einschrittsschnitt gefragt.
00:04:21: Das war der heftigste Einschnitt wo ich das erste Mal gemerkt habe.
00:04:25: jetzt werde ich tatsächlich älter.
00:04:28: Darf ich kurz fragen warum die Achtendachtzig?
00:04:30: Achso ja, die Achtenachtzig!
00:04:35: Die acht ist ja so die Zahl der Unendlichkeit, weil das so eine Schleife ist.
00:04:39: Und ich finde, dass es einfach eine tolle Zahl und ich habe mal so eine Übung gemacht, die heißt Lebensteppig da bestimmt man sein Wunschalter.
00:04:46: Ja, die achten Achtzig war sofort da!
00:04:49: Dann hab' ich aber einen Moment inne gehalten.
00:04:52: Ich habe gedacht, eigentlich wird es gerne über neunzig werden.
00:04:55: Und mein heimliches Wunschalter ist zwei-neunzig.
00:04:59: Aber so nach außen kommunizieren, achtundachtzig.
00:05:02: und ich habe in meinem Buch auch einen Brief an meinen achtenachtzigjähriges Ich geschrieben mit dreiundsechzig.
00:05:08: Das war so ergreifend An sein Ich in die Zukunft zu schreiben ohne dass ich ja weiß ob ich diese achtundachzig je erreichen
00:05:17: werde.
00:05:18: Und kannst du ein bisschen verraten, was zu deinem achtundachtzigjährigen ich wünscht?
00:05:23: Also.
00:05:25: Ich kenne Gunther Schmidt gut bei dem viele Fortbildungen gemacht und der vertritt ja den hypnosystemischen Ansatz.
00:05:32: Wenn ich mir sozusagen mich in Gedanken in die achten Achtzig schreibe mit all den Wünschen, die ich damit verbinde dann schreife ich sozusagen ein bisschen die Wirklichkeit in der Zukunft her... bei und prime mich oder fokussiere meine Aufmerksamkeit in diese Richtung.
00:05:51: Manifestation?
00:05:52: Manifestion könnte man auch sagen, ganz genau!
00:05:55: Und dafür habe ich das gemacht und ich wünsche mir zum Beispiel solche Dinge wie dass sich weiterhin jeden Abend mit meiner Frau Hand-in-Hand einschlafe.
00:06:05: Ich wünsche dir, dass ich zu meinen Kindern eine Beziehung auf Augenhöhe behalte die mich einlädt auch meine spielerischen Anteile ihren Kindern gegenüber dann zu erhalten.
00:06:19: Ich stelle mir vor, dass ich mit acht und achtzig noch auf der Bühne stehe als der ältestes Poetry Slammer in Deutschland.
00:06:27: Juppie hieß das zwei Punkt Null?
00:06:29: Genau!
00:06:30: Könnte man so sagen... Mit einer blauen Baskenmütze.
00:06:33: und zu meiner Fehlbarkeit stehe zudem, dass sich Textteile vergesse dass ich ein Rückstock vielleicht habe.
00:06:41: Das ist so das Bild, was ich mir da her schreibe und das sind bisschen auch dieser Brief sozusagen einen Versprechen an mich und auch damit eine Erinnerungshilfe daran, dass sich diese Dinge die ich da beschreibe, die mir wichtig sind, die für mich Bedeutung haben, dass ich den nicht vergesse.
00:07:00: Und ich lese den manchmal, den Brief heute.
00:07:03: Also immer mal wieder sowieso bei Lesungen und das ist einfach so schön wie wertschätzend Ich an mich schreibe!
00:07:10: Das tut gut.
00:07:12: Das freut mich total.
00:07:14: Hast du auch schonmal an dein jungeres Ich geschrieben?
00:07:18: Also ich werde diese Frage oft gestellt auch in diesem Zusammenhang und ich habe noch nicht an mein jüngeres Ich geschrieben.
00:07:25: aber ich sage manchmal heute meinem Jüngeren Ich was.
00:07:29: Also ich erzähle dem was, ich gehe gerne spazieren und manchmal bin ich dann so zwei Stimmen.
00:07:34: Und die eine Stimme ist mein jungeres Ich da bin ich so zwanzig-dreinzwanzig und dann rede ich auch manchmal mit meinem achten dreißigjährigen Ich das kommt immer drauf an.
00:07:43: Dem sage ich manchmal sowas wie, ach hättest du die Arbeit doch nicht so wichtig genommen?
00:07:48: Hättest Du der doch nicht viel Bedeutung gegeben, wie du es gemacht hast in deinem Leben.
00:07:53: Das sind eher Dinge wo ich mit mir nicht ganz rund bin wo ich hadere sozusagen in der Rückschau auf mein Leben, wo ich mir eigentlich was anderes gewünscht hätte und mir das aber nicht gelungen ist.
00:08:06: Und ich versuchte es aber nicht mit dem Anklagenden zu tun sondern eher mit einem Freundschaftlichen ja mit einem der danach schaut wie könnte die Versöhnung gehen damit dass das mir nicht damals so gut gelungen is mehr Bedeutung anderen Dingen in meinem Leben zu geben zum Beispiel meiner Familie und Das tut gut also sich das sozusagen in die Vergangenheit hinein.
00:08:34: Was ich mal gemacht habe, in jungen Jahren – das war jetzt nicht deine Frage aber das fällt mir in dem Zusammenhang ein – Ich hab' einmal eine Grabrede an mich geschrieben mit einundzwanzig im Sinne der Rückschau auf das Leben.
00:08:46: also wie war das denn bisher?
00:08:49: und bin da darauf gestoßen dass ich viele Beziehung hatte damals, ich habe damals Sozialarbeit studiert Die Helfende Beziehung waren.
00:08:58: also ich war eher der Helfer und habe gemerkt, das tut mir überhaupt nicht gut.
00:09:02: Ich brauche eher gleichgewichtige Beziehungen beziehung auf Augenhöhe Und das hat dann zu einem krassen Einschnitt geführt weil ich die Beziehungsbeendet habe und mir neue Beziehunge sucht habe.
00:09:15: Warum erzähle ich das?
00:09:16: Ich glaube, dass es generell gut ist.
00:09:18: Es geht ja ums Älterwerden auch immer wieder einmal Rückschaut zu halten aber auch in die Zukunft zu schauen weil ich quasi dann mein Leben und das finde ich das mit einer der wichtigsten Entwicklungsaufgaben beim älter werden.
00:09:32: Weil es am Ende darum geht mit sich selbst eins zu sein also mit sich stimmig zu sein.
00:09:38: Sich selbst integriert zu haben mit all dem Guten und aber auch mit all den Schwierigen.
00:09:44: Und wenn das gelingt, dann glaube ich kann nicht wirklich loslassen und kann auch wirklich gehen.
00:09:50: Die Erde verlassen.
00:09:53: Total!
00:09:54: Also alles was du sagst, dicke Ausrufe zeichen... Das Ding ist nur wie?
00:09:59: Was ist für dich sehr viel anders, oder was ist für Dich das Geheimnis tatsächlich dahin zu kommen diese Integration zu schaffen?
00:10:06: Ja also ich bin da ja auch noch auf dem Weg.
00:10:08: Ich werde wie gesagt vielen sechzig bin da auf dem weg und bin auf der Suche.
00:10:13: aber ein ganz wichtiger Punkt den ich auch rausgefunden habe quasi in dem In meinem schreibprozess war Dass ich einmal akzeptiere dass sich ehrenrunden brauche Also dass ich immer wieder schleifen drehen muss zu meinen, sag ich mal schwierigen Anteilen in mir oder zu den Mustern die mich immer wieder einholen.
00:10:35: Und dass ich diese Muster eher verstehe als eine Erinnerungshilfe, die mich einlädt für ne Ehrenrunde so nach dem Motto ach da ist es wieder!
00:10:44: Da is wieder dein Leistungsnarrativ.
00:10:47: und jetzt nicht mich Anklage dafür und sage ja du bist vielleicht blöd hast das immer noch nicht gelernt?
00:10:54: Wie soll das... Jetzt musstest doch mal endlich gelernt haben sondern dann zugewandt zu bleiben, freundschaftlich sich selbst gegenüberzuleiben und zu sagen oh ich nutze das jetzt als eine Erinnerungshilfe.
00:11:06: Ich nutze es dafür dass ich eingeladen werde da wieder genau hinzuschauen und wieder mich zu fragen will ich das für den Moment?
00:11:15: Will ich dieses Narrativ gerade tut mir das grade gut oder tut mir des grade nicht gut?
00:11:20: und diese Kombination sozusagen die Weichheit sich selbst gegenüber verbunden mit der Freundschaft zu sich selbst.
00:11:27: Das glaube ich ist ein ganz zentraler Schlüssel, weil ich natürlich viele Sachen in meinem Leben nicht gut gemacht habe.
00:11:34: also wo ich hätte quasi auch im Sinnem was ist denn mein Anspruch?
00:11:38: Was sind denn meine Werte?
00:11:40: Hätte das anders machen müssen damit ich meinen Wertentreu bin.
00:11:44: und wenn mir das aber nicht gelingt dann kann mir gegenüber niederschmetternd umgehen, ich kann aber auch mir gegenüber versuchen versöhnlich umzugehen.
00:11:55: Und das ist so mein Weg der Integration weil die Schleifen, die führen immer mehr dazu dass die Erinnerungshilfen sozusagen weniger werden.
00:12:04: und dann gelingt es mir auch besser in der Balance zu bleiben, in der Balance von Anspannung und Entspannungen.
00:12:11: Aber nervt dich das nicht auch manchmal dass du da noch eine Ehrenrunde drehen musst?
00:12:14: Nee komischerweise nicht.
00:12:16: also Ich überlege gerade aufgrund deiner Frage, woran liegt das eigentlich?
00:12:21: Ich glaube es hat bei mir ganz viel damit zu tun dass ich das für mich so umgedeutet habe.
00:12:28: Dass diese Ehrenrunde wirklich was Positives ist.
00:12:31: Dass sich akzeptiere, dass die Seele einfach noch ein bisschen mehr Zeit braucht als vielleicht mein Bewusstsein zeitbraucht.
00:12:38: oder ich könnte auch anders sagen Mein Körper braucht noch ein bischen mehr Zeit als mein bewusst sein und Mein Körper braucht wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.
00:12:48: Und wenn ich das so umdeute, dann gelingt es mir quasi das Willkommen zu heißen und zu sagen wie schön und nicht wie blöd.
00:12:58: also und ist natürlich im Prozess Ich bin da lange dran immer wieder je mehr es mir gelingt sozusagen genau dieses Bewusstsein dazu zu haben und dass für mich so zu konnotieren desto besser kann ich quasi guter zu sein.
00:13:13: und zu der Ehrenrunde, aber damit auch zu mir selbst im Sinne von ich bin mit mir selbst befreundet.
00:13:20: Und kennst du aber diese Ungeduld?
00:13:23: Ja klar!
00:13:25: Die kenne ich total.
00:13:26: Also die holt mich manchmal so rapide schnell ein dass sich quasi darüber weg gehe was eigentlich mir mein Körper sagt.
00:13:36: dann brauche Feedback von außen, dann ist meine Frau da die mir dann sagt ja so geht gelassen älter werden aber nicht.
00:13:44: Also was da gerade wieder los ist diese Einladung von Außen oder dieser Hinweis Von Außen der hilft mir dann wieder diese andere Haltung in mir zu etablieren.
00:13:56: Mein Verständnis ist immer, ich hab so mehrere Ich-Anteile in mir.
00:14:01: Und wenn die Ungeduld kommt, dann spricht dieser ungeduldige Ich-Anteil in ihr und der ist dann unheimlich laut.
00:14:07: Die Frage ist ja wie krieg' ich den wieder gut gehandelt?
00:14:11: Dann brauche ich einen Steuerungsich.
00:14:12: Manchmal kann ich das nicht selber weil er so stark isst und dann brauch ich aber von außen jemanden und dann kann mein SteuerungsIch wieder sozusagen die Oberhand gewinnen und sagen du deine Ungeduld tut dir nicht gut!
00:14:25: führt gerade dazu, dass du dich in Überforderung begibst und nicht in der Balance bleibst zu die, die du dir eigentlich wünscht für dein gelassenes Elter werden.
00:14:37: Und hast du das Gefühl wenn du jetzt sagst, du kennst es schon mit dieser Ungeduld aber es wird immer besser?
00:14:42: Glaubst du das liegt am üben oder am natürlichen Prozess des Elters werden?
00:14:48: Ich glaube ist es beides.
00:14:49: also ich glaub üben is extrem wichtig eine mentale Einstellung zu mir, also oder die Einstellung auch wie ich mit mir umgehe.
00:14:59: Wie ich mich selber begegne!
00:15:01: Die sollte genauso trainiert werden wie wir in Muskel im Fitnessstudio trainieren Ja?
00:15:06: Also ich brauche da Übung Ich brauche Wiederholung.
00:15:09: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:15:10: und dann bringt aber natürlich das Älterwerden Mit sich Dass viele Dinge nicht mehr so gehen.
00:15:17: Also es ist ja am Ende auch wenn Lust machen will aufs älter werden ist es ein Abbauprozess, also es wird Dinge geben die ich immer weniger kann.
00:15:27: Immer weniger schnell, immer weniger gut und so weiter.
00:15:30: Und vor dem Hintergrund ist es tatsächlich so dass Es dann darum geht das zu akzeptieren Dass es so isst und dass sich trotz des weniger immer für mich noch das Gefühl habe Das Glas ist halb voll.
00:15:41: Ja Also mit dem was ich zur verfügung habe Kann Ich trotzdem noch zum beispiel gute gespräche führen oder Mit dem, was ich zur Verfügung habe kann ich jeden Tag einen Waldspaziergang machen.
00:15:53: Aber ich kann nicht mehr auf die Eiger-Nordwand hochsteigen diese Zusammenhänge für sich zu anzuerkennen dass sie so sind und dann zu lernen Sie zu akzeptieren.
00:16:05: Und ich glaube das Älterwerden lädt uns schon dazu ein Dass das leichter gelingt weil wir tatsächlich gelassener werden Weil wir geduldiger werden weil wir vielleicht weiser werden weil wir uns besser kennengelernt haben oder auch wirklich besser kennen, weil wir wissen wie unsere Muster sind und damit besser umgehen können uns selbst gegenüber.
00:16:29: Und von daher glaube ich kommt wirklich beides zusammen.
00:16:32: Ich finde es auch total gut so das Auge auf das positive zu richten und zu sehen dass das Glas halb voll ist.
00:16:39: und gleichzeitig ist es natürlich so wie du sagst Es ist ein Abbauprozess.
00:16:44: Wobei hast du bei dem Gedanken daran am meisten Angst, wenn du ans Alter werden denkst?
00:16:50: Ja es gibt in der Tat zwei Aspekte vor denen ich am meisten angst hab und das ist einmal Autonomieverlust.
00:16:58: Also das ist quasi... Wenn ich das Gefühl habe Ich kann nicht mehr her über meinen Körper sein.
00:17:06: Das ist der eine Punkt also Inkontinenz zum Beispiel.
00:17:10: oder Der andere Punkt is Ich bin auf Hilfe angewiesen, also ich kann bestimmte Dinge nicht mehr so wie ich gewohnt bin sie zu können.
00:17:19: Ich brauche beim Treppensteigen jemanden der mich hält zum Beispiel.
00:17:25: das würde ich als extremen Autonomieverlust erleben und davor habe ich Angst weil ich nicht genau weiß wie ich damit umgehen werde.
00:17:33: Das ist ein Grundmuster in mir dass dieser Wert der Autonomien sehr hoher ist in meinem Leben Und dass sich darauf sehr viel wert lege das Gefühl hätte, der geht mehr und mehr verloren.
00:17:46: Das würde mir viel Angst machen.
00:17:48: also ich versuche es ja zu kompensieren indem mich mit dem älter werden beschäftige.
00:17:54: so ein leitspruch ist fantasie durch information ersetzen und wenn nicht mehr was ältern weiß oder wenn ich zum beispiel mehr darüber weiß welche hilfsmittel es gibt bei bewegungseinschränkung autonomieverlust bin ich quasi vorbereiteter.
00:18:12: Also ich habe mich sozusagen ein Stück vorbereitet da drauf und weiß, wie ich dem begegnen kann.
00:18:17: Und das reduziert natürlich dann Angst oder die Fantasie der Angst.
00:18:22: Das ist der eine Aspekt.
00:18:24: In der Angst ist man ja Dümmer und deswegen glaube ich es ist für mich gut, mich darauf vorzubereiten damit ich gar nicht in diese Situation so rutsche.
00:18:32: Ja?
00:18:33: Der zweite Punkt, der ist tatsächlich die Art des Sterbens.
00:18:39: Ich glaube, ich hab' nicht Angst vor dem Tod vor der Endlichkeit an sich, weil ich einmal sehr reichhaltig auf mein Leben zurückblicke.
00:18:50: Also jetzt schon sozusagen... Ich würde sagen, ich habe ein gutes Leben gehabt und weil ich so viel mit dem Tod zu tun hatte – eine zeitlang arbeitsmäßig aber auch durch familiäre Einschnitte -, dass der mir irgendwie vertraut vorkommt sogar soweit das ich sage.
00:19:09: die Endlichkeit lädt uns ja eigentlich ein bei all ihrem Schrecken, die das hat im Sinne von Verlust und Traurigkeit darüber dass jemand anderer nicht mehr da ist.
00:19:20: Aber gleichzeitig schärft sie unseren Blick dafür was Bedeutung in unserem Leben hat.
00:19:26: also Sie macht uns sozusagen bewusst Was ist mir wirklich wesentlich?
00:19:31: Und den Teil den mag ich aber der Art wie ich sterben könnte Der schreckt mich.
00:19:40: und wenn wir wissen, dass nur ungefähr vierzehn Prozent der Menschen zu Hause sterben.
00:19:44: Der Rest stirbt woanders.
00:19:46: also Und wenn ich mir vorstelle Ich würde in einem intensivzimmer Liegen In Kleidung die nicht meine ist aber rate Die piepen fremde menschen die rein und raus kommen Das wäre keine gute vorstellung Zu sterben und dafür habe ich angst.
00:20:05: Also das quasi der zweite teil der mir Angst macht.
00:20:10: Und dazu gehört natürlich noch der Aspekt des Leidens, auch wenn wir heute wissen, dass unsere Medizin ja sehr weit fortgeschritten ist und man viel tun kann das Leiden zu minimieren.
00:20:21: Dennoch ist die Vorstellung für mich, dass ich leiden müsste im Sinne von Schmerzen, nicht mehr sagen zu können was ich will und was sich nicht will ... Das wär schlimm!
00:20:34: Du hast ja auch deinen Vater begleitet in seinem Sterbeprozess.
00:20:38: Magst du davon erzählen?
00:20:40: Ja, also ich schreibe ja auch darüber.
00:20:41: von daher kann ich da auf jeden Fall erzählen.
00:20:46: Mein Vater der hat entschieden nicht mehr zu essen und zu trinken bis zum Tod Und ich sage gerne so in der Reflexion das ist jetzt dreieinhalb Jahre her dass er lebenssatt war und Das er genug hatte vom Leben.
00:21:01: und mein vater war ein sehr konsequenter Mensch.
00:21:06: Wenn der eine Entscheidung getroffen hatte, dann hat er sie getroffen.
00:21:10: und wir haben immer darüber, weil wir eben viel Verlust auch in unserer Familie erlebt haben, haben wir immer offen darüber geredet wie das denn ist wenn ich mal sterben sollte oder wenn er einmal sterben sollte?
00:21:23: Und wir haben darüber gredet was Ich mir von ihm wünschen würde und er sich von mir und Er hat sich von Mir gewünscht dass ich ihn begleite wenn er stirbt Dass er nicht alleine stirbt.
00:21:34: Und dann kam eines Tages, ich war da gerade bei der Diakonie Hessen.
00:21:40: Bei einem Meeting mit dem damaligen Vorstand und mein Telefon vibrierte und mein Vater wusste eigentlich dass er eben in meiner Arbeitszeit nicht anruft sondern davor oder danach.
00:21:52: und dann habe ich gesehen es ist mein Vater.
00:21:55: und dann bin ich dran gegangen und hat mir gesagt ganz bewusst überlegt und mit einer Klarheit die beeindruckend war Ich hab beschlossen, nicht mehr zu essen und zu trinken.
00:22:06: Ich habe alles mit meinem Arzt besprochen als es Zeit zu gehen.
00:22:10: Einfach am Telefon?
00:22:11: Am Telefon!
00:22:12: Das war der Satz
00:22:14: meiner Fresse.
00:22:15: Genau meine Fresse so ging's mir auch.
00:22:18: ja
00:22:19: das war wie ein Schock.
00:22:20: also ich merke gerade wie ist mir kalt den durch den Körper läuft.
00:22:23: das war ein richtiger Schock.
00:22:26: dann habe ich mich da verabschiedet und habe gesagt es gibt einen Notfall in meiner Familie bin nach Hause gefahren, habe meine Sachen gepackt und bin sofort zu ihm gefahren.
00:22:36: Und dann hab ich relativ schnell gemerkt, dass er da nicht mehr umzustimmen ist, das er sogar schon angefangen hatte.
00:22:43: Also er hatte direkt nach dem der Arztbesuch war gerade kurz vor mich angerufen hat.
00:22:49: Da war klar, er wird diese Entscheidung nicht mehr revidieren.
00:22:55: Der wohnte in Bielefeld in der Nähe von dem Schildescher See Und dann bin ich quasi erst mal eine Runde um den See gedreht, um mich zu ordnen und so mich zu fragen.
00:23:07: Was heißt das denn jetzt?
00:23:09: Dann wurde mir relativ schnell klar Jetzt geht es nicht darum meinen Vater umzustimmen sondern ihn bestmöglich zu begleiten und zwar nicht aus der Rolle als Sohn heraus Sonder sonder aus der rolle Als jemand der ihm beisteht der den Weg mit ihm geht
00:23:26: Werbung schlechter schlafen Gereizter sein, weniger Energie haben.
00:23:32: Stimmungsschwankungen – das Gefühl irgendwie nicht mehr ganz die alte zu sein!
00:23:37: Wenn ich in den letzten Jahren durch fünfzig über fünfzig eines gelernt habe dann dass wir Frauen oft viel zu lange glauben Wir müssen uns mit bestimmten Beschwerden einfach abfinden und natürlich spielen Hormone dabei eine große Rolle Aber was mich in vielen Gesprächen mit Ärztinnen WissenschaftlerInnen und Expertinnen immer wieder überrascht hat Wie eng auch unser Darm und unser Mikrobiom mit unserem Wohlbefinden zusammenhängen.
00:24:01: Genau hier setzt MyBags an!
00:24:03: Heute weiß man, dass das Mikrobiome an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt ist – von Stimmung & Energie bis hin zu hormonellen Veränderungen.
00:24:11: Für diese besonderen Lebensphasen hat MyBacs die Women's Line entwickelt – speziell abgestimmte Nahrungsergänzungsmittel, die auf die unterschiedliche Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind.
00:24:22: Ich selbst habe mir die Menobags genauer angeschaut.
00:24:25: Ein Produkt, das Frauen in der Pre-Menopause, Perimenopause und Menopause begleiten kann.
00:24:31: Menobacks kombiniert ausgewählte Bakterienstämme mit Pflanzenextrakten und Mikronährstoffen und setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz für Frauen in den Wechseljahren.
00:24:41: Was ich daran mag?
00:24:43: Es geht nicht darum irgendetwas zu reparieren sondern darum den Körper in einer Phase zu unterstützen in der sich einfach vieles verändert.
00:24:51: Ich habe Minovex inzwischen fest in meine tägliche Routine integriert.
00:24:55: Nicht weil ich glaube, dass es die Lösung für alles gibt sondern weil ich heute versuche meinen Körper auf verschiedenen Ebenen zu unterstützen mit Bewegung Ernährung Schlaf und eben auch mit dem Blick auf mein Mikrobiom.
00:25:08: Was ich tatsächlich bemerke, ich fühle mich insgesamt energiegeladener und komme gerade durch vollgepackte Tage etwas leichter durch.
00:25:16: Ob Podcasts, Moderation oder Familienalltag – Ich habe das Gefühl mein Akku hält im Moment einfach etwas länger!
00:25:23: Und das ist etwas dass ich sehr gerne mitnehme.
00:25:25: Wenn ihr euch gerade selbst in dieser Zeit des Umbruchs befindet und das Gefühl habt euren Körper etwas bewusster unterstützen zu wollen dann schaut euch die Menobags einfach gerne mal an Mit meinem Code.
00:25:39: Ich finde das sehr krass, wie reflektiert du bist und wie du das einordnest.
00:26:07: Wie schnell du dann sozusagen umswitschen kannst und ich meine, das ist ja ein hoch emotionales Thema.
00:26:14: Also wie gelingt dir das irgendwie diesen Perspektivwechsel zu vollziehen?
00:26:20: Und dich auch der Situationen und dem Wunsch deines Vaters dann so unterzuordnen?
00:26:25: Ja tatsächlich!
00:26:28: Das hat mit zwei Dingen zu tun, nämlich einmal dass wir den Tod in unserer Familie nie ausgespart haben.
00:26:34: Das heißt es war quasi ein normales Thema.
00:26:37: Wir haben nicht jedes Mal darüber gesprochen wenn wir uns gesehen haben aber wir haben immer Uns damit auseinander gesetzt was sein wird wenn wir mal sterben werden und wie wir uns das wünschen Und Wie das sein soll und von daher war das vertraut?
00:26:52: Das war das eine was mir das erleichtert hat.
00:26:54: und dann habe ich natürlich einfach auch Dadurch, dass ich viele Jahre im sozialen Bereich gearbeitet habe.
00:27:01: Ich hatte immer viel mit Krisen zu tun und mit Übergängen, mit schweren Schicksalen von Menschen... ...und ich war sozusagen geübt auf die Mitterebene zu gehen!
00:27:11: Und ich erzähle mal den Teil nach dem du fragst indirekt, nach dem emotionalen Teil.
00:27:17: Als er dann gestorben war, da bin ich zusammengeklappt.
00:27:23: Ich kann mich noch, wir haben ja bei ihm gewohnt in der Wohnung und waren die ganze Zeit auch als Familie bei ihm.
00:27:29: Und ich kann mich gut erinnern wie ich in Tränen im tiefen Schluchzen zusammengebrochen bin.
00:27:37: Da kam das alles raus!
00:27:39: Da kam dieser Teil raus, der wehgetan hat, da kam dieser ganzen Verlust zum Vorschein... Da kam all das was mich auch Kraft gekostet hat in diesen zehn Tagen bis er gestorben war.
00:27:52: Ich habe dann relativ schnell gemerkt, dass ich da mehr brauche.
00:27:57: Dass sich da mehr Raum auch braucht für mich und die Eigen-Auseinandersetzung Und bin dann ein paar Tage gefahren in einem Hotel wo ich immerhin fahre bei so schwierigen Situationen auch als meine Mutter gestorben ist zum Beispiel um mir Zeit für mich zu nehmen und das auf mich wirken zu lassen und wahrzunehmen was da angefühlen ist und was davon ausgedrückt werden will diesen Sterbeprozess, den ich ja in meinem Buch im ersten Kapitel beschreibe.
00:28:28: Den habe ich ja geschrieben zweieinhalb Jahre nachdem das passiert ist.
00:28:31: Ich hätte es vorher nicht schreiben können.
00:28:35: Das wäre unmöglich gewesen weil ich wäre immer wieder ins Schluchzen gekommen, ins Trauern, in die Anstrengung und Das verwundert viele Menschen, wenn ich mit Menschen darüber rede was da passiert ist.
00:28:49: und deswegen sage ich immer einen wichtigen Teil noch dazu.
00:28:53: Weil wir als Familie also auch meine beiden und so beiden Erwachsenen Kinder und meine Frau haben entschieden Wir gehen diesen Weg gemeinsam weil Ich habe immer gesagt Wenn das mal soweit isst dann mach ich dass Und ihr müsst für euch selber entscheiden.
00:29:08: Jede Haben dann aber relativ schnell entschieden nach zwei Tagen Sie wollen auch kommen und sie wollen da sein.
00:29:14: Das war schön, das war total schön und hat mich entlastet.
00:29:18: Und hat uns als Familie zusammengebracht.
00:29:20: Wir konnten wirklich Abschied nehmen.
00:29:23: also auch unsere Kinder konnten meine Frau alles mit ihm besprechen was Bedeutung hatte.
00:29:28: Was ich aber daraus gelernt habe und das will ich sagen ist dass Ich glaube ich möchte das meiner Familie nicht zu moden.
00:29:37: Wenn ich den Weg mal wählen sollte was ich nicht weiß Dass ich auf Essen und trinken verzichte dann werde ich in den Hospiz gehen.
00:29:47: Und dann können sie entscheiden, wie viel Zeit Sie da sind.
00:29:51: aber Sie wissen immer Ich bin in guten Händen von Profis deren Aufgabe das ist mich zu begleiten die das gewählt haben.
00:30:01: ja Das wäre so...das war meine Quintessenz daraus weil ich eben diese Anstrengung Diese emotionale Arbeit Die damit verbunden war.
00:30:13: Die spüre ich heute noch, wenn ich anfange darüber zu reden.
00:30:17: Ich habe damals entschieden, weil ich einen langen Vorlauf hatte mit meinem Vater zu dem Thema.
00:30:23: Meine Frauen und meine Kinder waren da öfter mal dabei, wenn wir darüber geredet hatten aber die hatten kein emotionaler Vorlauf dazu oder ein viel weniger emotionaleren Vorlauf Und ich glaube, wenn sie den gehabt hätten dann wäre das vielleicht nochmal anders.
00:30:38: Jetzt bin ich aber deren Vater und mein Vater war deren Opa.
00:30:43: Das heißt, wir haben eine andere familiäre Beziehung.
00:30:47: Meine Kinder und ich.
00:30:48: Ich bin ihr Vater!
00:30:49: Und vor dem Hintergrund möchte ich gern diese Entscheidung treffen.
00:30:53: Ich möchte sie nicht ihnen zumuten, indem ich entscheide, ich gehe ins Hospiz... ...und nicht entscheide – ich will zu Hause
00:31:02: sterben.".
00:31:13: Klar.
00:31:14: Und der kommt immer dann, ich rede auch oft mit meiner Frau drüber ... Wer kommt immer wenn wir ihn vermissen?
00:31:23: Weil er hätte noch leben können.
00:31:24: Er hatte sicherlich noch ein paar gute Jahre gehabt.
00:31:26: Aber es wollte er nicht mehr und dann werde ich sauer.
00:31:31: Dann habe ich Wut.
00:31:32: Und dann denke ich egoistisches Arsch.
00:31:36: Hast du das als Suizid empfunden?
00:31:38: Nee!
00:31:40: Sondern als selbstbestimmtes Sterben.
00:31:43: Wo ist da für dich der Unterschied?
00:31:46: Ja, das ist eine große Frage in dem ja viele... also zu der ja viele kluge Menschen streiten.
00:31:53: Von daher sage ich einfach meine persönliche Meinung dazu.
00:31:57: Ich finde wir haben alle das Recht darüber zu bestimmen wie wir unser Leben gestalten und somit haben wir auch das recht über unser Sterben zu gestalten.
00:32:09: Und ich würde nie sagen Suizid sondern mein Vater hat den selbstbestimmten Freitod gewählt und hat das für sich so entschieden, weil er lebensamt war.
00:32:21: Und es gibt eben bei mir die feste Überzeugung dass mir nicht zusteht auch als Sohn nicht aber auch generell nicht das zu bewerten
00:32:33: Verstehe ich, aber natürlich macht das ja auf der emotionalen Ebene oder du sprichst ja auch so schön von deinen verschiedenen Anteilen.
00:32:40: Spricht das ja wahrscheinlich auch dann trotzdem ein kindlichen Anteil an der...
00:32:45: Total!
00:32:46: Darf schon vielleicht eine andere Haltung zu haben?
00:32:48: Ja absolut genau und das ist ja mein Verständnis.
00:32:51: also dass wir verschiedene Anteile in uns haben und ich habe natürlich auch diesen kindlichen Der seinen Vater vermisst der sich von seinem Vater gehalten gefühlt hat, also derjenige in meinem Leben war, der mir Schutz gegeben hat.
00:33:12: Der mich begleitet hat in schwierigen Situationen den ich anrufen konnte wenn ich ein Problem hatte und in dieser Entscheidung hat sich das umgedreht.
00:33:22: für mich Das war ein anderer Anteil.
00:33:27: Wenn man so will, der Erwachsener-Anteil in mir sagt, er hat jetzt eine andere Aufgabe.
00:33:33: Jetzt ist nicht das Kind ich dran?
00:33:35: Das kriegt später was es braucht wenn die Trauigkeit kommt und die Erschütterung kommt usw.
00:33:41: Und jetzt ist aber daran der Erwachsenteil.
00:33:44: Der Erwachsenteils hat die Aufgabe, dass meinem Vater uns beiden, uns und unserer Familie So gut es geht zu gestalten bei aller Schwernis und bei allem Zusammentreffen auch von Trauer und Freude gleichzeitig.
00:34:03: Das ist ja das Verrückte, dass wir in diesen zehn Tagen auch total lustige Momente hatten wo wir uns, wo wir gespürt haben wie eng unsere Beziehung ist, wie Gutes uns tut.
00:34:18: Wir haben zum Beispiel habe ich mit ihm das Bild ausgesucht, was wir dann aufgehängt haben als er aufgebart war.
00:34:25: Und da liegt er so wie ich ihn kenne schon von klein auf wenn wir wandern waren in den Alpen.
00:34:31: Da liegt er quasi in einer kurzen Hose, barfüßig mit seinem Buff auf dem Kopf.
00:34:36: Weil er eine Glatze hatte um sich vor der Sonne zu schützen.
00:34:39: Der ist T-Shirt hochgezogen, braun gebrannt, lag er da auf den Felsen ... Mit ... mit senigen Waden, mit sehnigen Armen also, ein seniger, schlanker Körper.
00:34:51: und so war der.
00:34:53: Und darüber haben wir gelacht!
00:34:55: Wir haben uns an die Situation erinnert, die da war und der hat davon erzählt.
00:34:59: Dann im nächsten Moment war wieder da.
00:35:03: Ja, aber das Bild steht ja dann da wenn er da tot liegt und plötzlich waren wir wieder total traurig.
00:35:13: Für mich ist das Leben dann auch reich mein Leben auch reichen wenn beides zusammenkommen darf Wenn ich eben nicht nur die Wut oder nicht nur Die Trauer oder Nicht nur die Freude lebe sondern wenn Ich den Gefühlen die Da sind gleichzeitig nah beieinander, wenn ich denen Raum geben darf.
00:35:35: Und wir haben das ja vor ein paar Jahren rausbekommen auch in der Möglichkeit Gehirnes zu scannen also live zu scennen und wir haben damals fest wurde festgestellt dass wir zwei unterschiedliche Areale haben wo wir Gefühle wahrnehmen und zwar die positiven und die negativen gefühle.
00:35:56: Das passiert an zwei unterschiedlichen Stellen im Gehirn.
00:35:58: Also Wir können sogar Beides gleichzeitig fühlen.
00:36:04: Und das finde ich machtes Leben reich.
00:36:07: Ich würde gerne noch einmal auf deinen Vater zurückkommen, weil wenn du so diese zehn Tage beschreibst ne?
00:36:11: Ich krieg eine kleine Ahnung davon und du hast am Anfang gesagt dass dein Vater sehr zielstrebig war und wenn er eine Entscheidung getroffen hat dann aber gab es in dieser Zeit Zweifel bei ihm oder
00:36:23: keine Sekunde?
00:36:24: Keine Sekunde okay.
00:36:26: Nein,
00:36:27: keine Sekunden.
00:36:28: Der war ganz klar Und der hat auch sofort im Grunde, nachdem er vom Arzt wiedergekommen war, sofort aufgehört zu essen und zu trinken.
00:36:38: Und hat ab dem Moment bis er gestorben ist keinen Schluck Wasser zu sich genommen und nichts gegessen.
00:36:45: Vom ersten Moment ganz konsequent.
00:36:50: Der war sich ganz sicher.
00:36:54: Wahnsinn!
00:36:57: Wie alt war der?
00:36:58: Der ist mit reinachtzig gestorban.
00:37:03: Und war er krank?
00:37:04: Nein, der hatte das übliche was viele Menschen haben im Alter.
00:37:09: Er hat ähnlich wie ich eben große Angst vor Autonomieverlust gehabt und sein Hausarzt, der auch dann täglich da war bei ihm in der Wohnung und auch für uns ansprechbar war, der hat mir danach erzählt dass er eine beginnende Demenz hatte.
00:37:28: Wir haben das dann auch festgestellt, als wir die Wohnung aufgelöst haben.
00:37:32: Weil er sich so Sachen einfach aufgeschrieben hat ... Der hat in einem Wohnprojekt in Bielefeld gelebt und war da beteiligt an der Gartenarbeit, hat immer Gartenarbeit gemacht.
00:37:43: Und dann hat er immer wenn er mit der Gartenschefin sozusagen gesprochen hat, hat er sich Notizen gemacht.
00:37:49: also wir konnten ihm nach hinein dann auch erkennen dass dass er Dinge sich nicht mehr so gut merken konnte.
00:37:55: Und mein Vater war ähnlich wie das bei mir auch ist, das war ein ... Ich sag immer gerne und das sage ich bewusst so, der war ein Autonomie-Junkie und das bin ich auch.
00:38:06: Also könntest du dir quasi vorstellen wenn es mal soweit ist?
00:38:10: Das auch zu machen?
00:38:10: Ja
00:38:11: also ausgehend von heute schon.
00:38:14: Dennoch sage ich immer dazu, ich weiß nicht was dann isst.
00:38:18: Wenn es so weit sein sollte, vielleicht gibt es ein Erfordernis quasi dass es ein höheres Ziel gibt was ich über mein Autonomiebedürfnis stelle und so ein höeres Ziel könnte in der Familie liegen.
00:38:29: Könnte darin liegen das mir unsere Kinder vielleicht sagen wir möchten das nicht dann bewerte ich das vielleicht neu.
00:38:38: Ja für mich war das keine Option meinem Vater gegenüber allein das in Frage zu stellen.
00:38:44: ja da war Ich ganz klar das war meine Klarheit Weil ich hätte auch sagen können, du Papa.
00:38:49: Ich will das nicht.
00:38:51: Aber mir war ganz klar, ich stelle seine Entscheidung nicht in Frage.
00:38:56: Ja?
00:38:56: Das war aber meine Entscheidung.
00:38:58: Das heißt nicht dass ein Sohn eine Tochter das so machen muss wie ich.
00:39:04: Also ... ich bin total geplettet von deiner Klarheit und deiner Sortiertheit Und auch dass du diesen Teilen die alle so Indie sind weil also ich kenne das viel Auf einmal fühle, also meine beiden Gehirnhälften sind beide aktiv.
00:39:21: Und ich versuche natürlich auch das so ein bisschen auseinander zu differenzieren und fand es jetzt auch beeindruckend dass du gesagt hast okay in der Situation hole ich jetzt diesen Anteil raus und ich spüre irgendwo da ist der andere der will auch was aber der muss jetzt kurz warten.
00:39:36: das heißt aber nicht dass er dann nicht bedient wird weil ich finde man hat ja oft auf den Impuls Dass man so sagt, okay da kommt jetzt gerade was hoch.
00:39:43: Da muss ich jetzt genau hingucken.
00:39:44: aber vielleicht muss man gar nicht immer jetzt sofort genau hingucken.
00:39:48: So ist
00:39:48: es.
00:39:49: Oft sind ja die Bedingungen gar nicht gut dafür.
00:39:52: Das sind dann auch auf die Anteile, die viel verletzlicher und dünn heutiger sind.
00:39:57: Und vielleicht ist es gar nicht dran grade wenn ich so aufgewühlt bin emotional dass ich mich mit denen gerade beschäftige weil denen Raum gäbe, brauche ich vielleicht Klarheit.
00:40:09: Da brauche Ich vielleicht gerade Stärke.
00:40:11: Da Braue ich vielleicht gerade Sortiertheit weil das sonst übermächtig würde was da kommt ja und dann wird es ja gefährlich unter Umständen auch.
00:40:20: Aber hast du da jetzt mein Tipp für mich?
00:40:24: Du
00:40:24: wirst ja jetzt zu zwanzig Jahre älter als ich.
00:40:26: Nee nicht ganz!
00:40:27: Ich bin ja schon Ende vierzig also fünfzehn Weil das ist was, da freue ich mich total.
00:40:32: Also wenn das jetzt mit dem Alter kommt aber vielleicht kann ich auch ein bisschen etwas dafür tun.
00:40:36: also was ist dein Tipp um ja dass so balanciert zu halten?
00:40:42: Ich habe jahrelang mit Menschen gearbeitet und war wenn man so will zuständig dafür denen Entwicklungsräume zu eröffnen in ganz unterschiedlichen Kontexten in denen ich gearbeitet habe Das war von der Intensität unterschiedlich.
00:41:00: Das führt natürlich dazu, dass du so viel auch über dich lernst und soviel geübt bist.
00:41:08: Die Fragen die du den anderen stellst dir selber zu stellen also sozusagen dein eigener Supervisor oder Coach zu sein.
00:41:16: Und ich habe ja so einen riesen coach in mir Ja und der ist natürlich dann der übernimmt die steuerung in diesen momenten wenn es gelingt das gelingt auch nicht immer Und dann habe ich natürlich einen Vorteil, dass sich da wirklich geübt bin.
00:41:31: Und dann glaube ich ist aber der zweite wichtige Teil, sich Zeit zu nehmen und das hab' ich oft nicht gemacht in meiner Berufstätigkeit.
00:41:41: Aber das Alter bietet ja die Chance dadurch, dass sie Räume öffnen Dadurch, dass ich plötzlich eine andere Form der Selbstbestimmung habe.
00:41:49: Der Zeit, der Freiheit, der Entscheidung was will ich und was will Ich nicht bietet sozusagen, dass älter werden den Raum diesen Dingenraum zu geben und damit sich selbst mehr Raum zu geben in der Eigenwahrnehmung.
00:42:03: In dem eigen erkunden, in dem eigen erforschen Und das finde ich es spannend also sich selber zu erforschnen Sich selber besser kennen zu lernen weil in dem Berufsleben da müssen wir funktionieren Da haben wir oft gar nicht die Möglichkeit dafür.
00:42:19: aber jetzt wo wir dann Zeit haben Ja, und ich mache nächste Woche ein Podcast mit der Professorin Kessler über Therapie von Menschen im Alter.
00:42:29: Weil ich sage jetzt ist doch die Chance sich besser kennen zu lernen und sich noch mit den Dingen zu versöhnen, auch auseinanderzusetzen in den Raum zu geben, die schwierig in dem eigenen Leben war um runterzuwerden.
00:42:46: Jetzt könnte ich das doch gut tun!
00:42:48: Und das ist sozusagen für mich die Einladung.
00:42:51: Nutze die Zeit dafür.
00:42:53: Dem, was da in dir ... Ich sag immer so, da quatschen so twenty-fünf Anteile in mir.
00:42:59: Mal mehr mal weniger, die einen laut und nimm dir doch Zeiten aufmerksam!
00:43:05: Sei dir zugewandt, guck nach, was die dir so
00:43:09: erzählen.".
00:43:10: Und ich mach das halt oft beim Spazieren, indem ich Selbstgespräche führe.
00:43:14: Laut?
00:43:14: Ja, in Gedanken wäre mir das zu ... Ich könnte das nicht wirklich unterscheiden in Gedanken.
00:43:20: Aber wenn ich laut rede, dann gebe ich dem auch ein bisschen eine andere Stimme.
00:43:23: Wenn dann das trotzige Kind sich meldet, dann sagt es Meno was machst du da wieder?
00:43:29: Lass dir doch nicht alles gefallen!
00:43:31: Das ist so dieser kritische Kindanteil.
00:43:35: und wenn ich aber dann sage Bertram grad haste wieder viel von dir verlangt.
00:43:43: Grad war's wieder viel... Dann wird die Stimme anders dann wird sie zugewandt.
00:43:48: Dann wird sie stiller, oiga eben nicht anklagend und mir macht das Freude.
00:43:55: Mir macht es total Freude.
00:43:57: also die Zeit fürs Erkunden nutzen dass ist eigentlich das wozu ich einlade
00:44:03: schön richtig richtig schön.
00:44:05: wenn du jetzt so auf die nächsten zwanzig Jahre guckst worauf hast du am meisten lust?
00:44:11: was mach dich am meisten neugierig?
00:44:13: worauf freust du dich?
00:44:16: Das größte Geschenk, was ich empfinde ist dass Ich frei entscheiden kann wohin nicht meine Aufmerksamkeit lenke.
00:44:27: Das finde ich es das größte geschenkt Dass sich nicht mehr muss sondern dass ich darf und dass ich entscheide Was ich darf?
00:44:35: Und was ich nicht will.
00:44:37: das finde ich ist das größtes geschenk so ganz generell was des älter werden angeht.
00:44:42: und Dann ist es dieser teil den ich versucht hab gerade zu beschreiben, nämlich der, der Selbsterkundung.
00:44:49: Also mich sozusagen noch besser kennenzulernen und was mir unheimlich viel Spaß macht ist quasi an meinen Prozessen andere Teilhaben zu lassen.
00:45:00: Deswegen mache ich ja meinen Podcast.
00:45:03: Und ich verstehe mich und mein Buch und meinen Podcast nicht als Ratgeber sondern ich versteh' mich als Impulsgeber, als jemander einlädt sich selber Fragen zu stellen.
00:45:16: Ich wünsche mir eigentlich, also du hast ja gefragt in die Zukunft, dass ich dem Leben und mir selbst gegenüber im Fragenstellen offen bleibe.
00:45:27: Und neugierig bleibe!
00:45:29: Und Wahrnehme... Da gibt es so einen schönen Begriff den mir die Gerda Marie Adenau nahe gebracht hat, das ist eine Philosophin mit der habe ich mich schon zweimal mit dem Kairos mit dem richtigen Augenblick, also mit dem Moment.
00:45:45: Und ich wünsch mir eigentlich ... dass sich die richtigen Augenblicke auch in Zukunft erkennen werde und das mir so das Leben auch irgendwie holk bleibt.
00:45:55: Weil ich würd sagen, ich hab einfach Glück gehabt im Leben.
00:45:59: Auch wenn ich viele tragische Sachen erlebt habe.
00:46:01: Aber ich konnte im Grunde immer wahrnehmen, wann lasse ich was?
00:46:08: Wann fange ich was an?
00:46:10: Und ich sag ja eh für mich, und das hoffe ich, dass mir das auch weiter gelingt beim Älterwerden.
00:46:17: Dass wenn ich mal eine Entscheidung getroffen hab, dann habe ich die getroffen.
00:46:20: Ich erzähle gern dieses Beispiel von mir und meiner Frau.
00:46:24: Ich hab mich irgendwann für sie entschieden.
00:46:26: Und ich entscheide mich immer wieder neu für Sie natürlich!
00:46:29: Aber damals schon die Entscheidung hat mir gesagt ne es gibt keine andere Optionen Es gibt nur den Weg miteinander einen Weg zu finden.
00:46:39: Das wünsche ich mir weiter, dass mir das gelingt.
00:46:42: Also mir treu zu bleiben mit mir weiter im Kontakt zu
00:46:47: bleiben.".
00:46:49: Ich glaube die Zeichen stehen ganz gut.
00:46:53: Vielen Dank für dieses Gespräch.
00:46:55: zwar wirklich ganz wertvoll diesen Austausch mit dir zu haben.
00:46:58: Danke schön!
00:47:02: Wenn du bis hierhin zugehört hast, dann danke ich dir wirklich von Herzen.
00:47:06: Dieser Podcast lebt von Zeit, von Aufmerksamkeit und davon das wir uns gegenseitig zuhören!
00:47:11: Wenn dir diese Folge etwas gegeben hat, dann freue mich riesig wenn du dem Podcast abonnierst eine Bewertung da lässt oder ihn mit jemandem teilst für den er gerade wichtig sein könnte.
00:47:22: Du findest mich auch auf Instagram.
00:47:24: dort teile ich Gedanken Einblicke und Themen die hier im Podcast weitergehen.
00:47:29: Und wenn du tiefer einsteigen möchtest, in meinem Buch – so alt war ich noch nie – findest Du viele der Fragen, Gefühle und Perspektiven wieder die wir hier besprechen.
00:47:39: Danke, dass Du da bist!
00:47:40: Bis zum nächsten Folge.