00:00:04: Hallo und herzlich willkommen bei Fünfzig über Fünfzig, dem Podcast für die zweite Lebenshälfte um gesundes Älterwerden.
00:00:13: Trennungen passieren nicht plötzlich.
00:00:15: sie beginnen oft viel früher leise fast unmerklich mit einem Gefühl dass sich einschleicht mit Gedanken die man erst noch zur Seite schiebt und mit der Frage die irgendwann nicht mehr weggeht reicht das hier eigentlich noch für ein gemeinsames Leben?
00:00:30: Gerade in der Lebensmitte wird diese Frage für viele existenziell, wenn Beziehungen schon lange bestehen.
00:00:37: Wenn es gemeinsame Geschichte gibt vielleicht Kinder Verbindlichkeiten Verantwortung und gleichzeitig ein wachsendes Bewusstsein dafür das Zeit nicht unendlich ist.
00:00:46: Zu gehen ist dann keine spontane Entscheidung sondern oft ein langer innerer Prozess zwischen Zweifel und Hoffnung
00:00:52: Angst und Klarheit.
00:00:55: Wann
00:00:55: ist es nur eine schwierige Phase?
00:00:58: Und wann ist die Beziehung an einem Punkt, an dem sie nicht mehr trägt?
00:01:02: Was hält Menschen davon abzugehen obwohl sie längst spüren dass sie unglücklich sind.
00:01:07: Und was braucht es um diesen Schritt wirklich zu gehen ohne sich selbst zu verlieren?
00:01:11: Darüber spreche ich heute mit
00:01:12: Dr.
00:01:13: Carlotta Welding.
00:01:14: Sie hat sich intensiv mit genau diesem Fragen beschäftigt und ein Buch darüber geschrieben Wenn Es Besser Ist Zu Gehen Die Psychologie der Trennung.
00:01:23: Wir sprechen über die Dynamiken von Beziehungen
00:01:26: in der Lebensmitte,
00:01:27: über Ängste, Selbsttäuschung und Verantwortung.
00:01:29: Aber auch darüber
00:01:30: was nach einer Trennung kommen kann.
00:01:33: Und warum ein Ende manchmal auch ein Anfang ist?
00:01:36: Ich bin Stephanie Hilscher und das hier ist Fünfzig über Fünfzehn.
00:01:39: Viel Spaß mit dieser Episode!
00:01:44: Carlotta Warum sind Trennungen aus deiner Sicht gerade in der Lebensmitte so häufig?
00:01:50: Also Trennnungen finden schon natürlich zu jedem Zeitpunkt statt.
00:01:55: in jedem Alter trennen sich Personen.
00:01:57: Aber in der Lebensmitte ist natürlich ganz häufig mit höheren Hürden verbunden, wir haben uns schon mehr miteinander verwoben und etwas aufgebaut.
00:02:07: Wir teilen häufig eine längere Geschichte miteinander als wenn wir ganz jung sind.
00:02:11: Und gerade um diese Zielgruppe geht es ja in meinem Buch dass ich über Menschen spreche oder versuche Menschen anzusprechen die ganz bewusst unglücklich sind und eben dennoch sich nicht trennen können.
00:02:25: Mir kommt es schon so vor, dass dadurch das man in der Lebensmitte über viele Dinge so reflektiert also ich habe das oft mitbekommen, dass das ein typischer Zeitpunkt für Trennungen ist.
00:02:37: Kannst du das aus deiner Sicht nochmal erklären warum das so ist?
00:02:41: Also wir kommen gleich noch darauf was da alles dran hängt und wie man das vielleicht auch ein bisschen auseinander klamüsert und guckt was davon irgendwie tatsächlich zu einer Trennung führen sollte.
00:02:53: und wenn man vielleicht aber irgendwie auch noch eine Chance hat oder so.
00:02:55: Aber was denkst du?
00:02:58: Warum, warum häufen sich Trennungen einfach in der Lebensmitte so?
00:03:03: Also diese sogenannte Midlife Crisis die birgt ja in sich das.
00:03:08: wir unser Leben betrachten manchmal zum ersten Mal weil eben die ersten Jahrzehnte häufig so ein Sog von Ereignissen und Entwicklungen passiert ist.
00:03:21: Von wer bin ich, Ablösung vom Elternhaus?
00:03:24: Mit wem bilde ich ein Leben?
00:03:27: Pflanze ich mich fort wie?
00:03:30: was wird auf einmal von mir verlangt?
00:03:32: der Verlust des Egos in der Elternschaft usw.
00:03:35: Und dann gerät man irgendwann an Punkt hoffentlich wo man Kapazitäten hat sich zu befragen und nochmal neu auf sein Leben zu blicken wenn vielleicht auch schon vorher, dass mal passiert ist.
00:03:48: Ist jetzt aber ein Zeitpunkt wo besonders viel oder seit langer Zeit erstmalig viel Raum und Zeit dafür ist da drauf zu schauen gucken wer bin ich?
00:04:00: was habe ich bisher eigentlich gehabt?
00:04:02: hab ich eigentlich das was ich will wollte?
00:04:06: wer will ich werden?
00:04:08: was will ich mit meiner restlichen zeit wenn man so sagen will anfangen?
00:04:14: Das ist
00:04:15: schon interessant, ne?
00:04:17: Also weil das natürlich diese Fragen die man sich da stellt.
00:04:21: Die haben ja nicht nur mit Beziehungen zu tun oder nicht nur Mitbeziehung zu anderen Menschen sondern eben auch ganz stark mit der Beziehung Zu-sich selbst.
00:04:30: Was sind denn so die größten Fragen von Klienten und Klientinnen, die du betreust, die in dieser Lebensphase so aufkommen?
00:04:40: ich habe Natürlich viele Personen bei mir sitzen mit Kindern.
00:04:47: Natürlich in dem Sinne, weil Kinder ein sehr großes Hindernis für eine Trennung darstellen.
00:04:54: Also jemand der zwar lange mit seinem Partner zusammen gewesen ist vielleicht auch verheiratet und eben ohne Kinder schafft eventuell die Trennung leichter, auch ohne mich oder eine Person wie mich als jemand mit Kindern.
00:05:06: deshalb habe ich natürlich viele Personen mit Kindern Und in der Elternschaft sehen wir in unserem Partner ganz häufig noch mal aus der anderen Brille Differenzen.
00:05:19: Also die Art und Weise, wie ich meinen Partner beobachte in seinem Ausfüllen der Elternrolle sehe ich vielleicht nochmal Aspekte seines Charakters in einem anderen Licht oder auch mit einem anderen Gewicht.
00:05:32: ja weil auf einmal hat natürlich die Andersheit meines Partners einen Einfluss auf mein Kind.
00:05:38: Also da, wo ich vielleicht vorher eine Differenz zu meinem Partner tolerieren konnte oder akzeptieren, vielleicht auch umarmen konnte hat auf einmal das vielleicht Konsequenzen in meinen Augen negative Konsequenten auf das gemeinsame Kind.
00:05:54: Das heißt wir haben häufig diese Frage von sind wir zu unterschiedlich?
00:06:00: Die Art und Weise wie ich bin ist sowieso unterschiedlich, aber reicht das aus um zu sagen ich bin hier nicht mehr glücklich.
00:06:11: Und das führt ganz schnell zu dieser Frage was es überhaupt unglücklich genug?
00:06:17: Also stecke in der Beziehung und merke ich fühle mich eigentlich nicht richtig wohl, aber ist dieses sich nicht wirklich wohlfühlen schon Anlass genug?
00:06:27: Ist das normal?
00:06:29: Ist jede Beziehungen nach XY Jahren an diesem Punkt?
00:06:34: Oder muss ich dieses Gefühl ernst nehmen und mich damit beschäftigen?
00:06:38: Ich fand das ganz toll, wie du es im Buch beschrieben hast.
00:06:41: Dass diese Unterschiede am Anfang natürlich ... Das sind was uns aneinander fasziniert... Und dass alles neu ist an dem Partner sozusagen!
00:06:51: Und dass selbst die Fünfinger an der Hand des Partners irgendwie faszinhiert betrachtet werden.
00:06:56: So boah krass du's ja auch fünf Finger!
00:06:58: Ich auch wow!
00:06:59: Und dann kommt irgendwie dieses Excitement und so man lernt sich kennen Und dann ist es natürlich, vielleicht kannst du das noch mal beschreiben.
00:07:07: Weil ich finde anhand des Blicks sozusagen auf die Kinder merkt man ja auch schon ganz gut dass diese Qualitäten, die man einem Partner zuerst aufregend und spannend findet ein nachher vielleicht total stressen können.
00:07:20: Vielleicht kannst du diesen Bogen nochmal so spannen und eventuell Ein Ausblick geben, wie man verhindern kann.
00:07:29: Das nachher so krass genervt ist von dem was am Anfang irgendwie so fasziniert hat und so angezogen hat.
00:07:38: Dieser Bogen wird auch als Beleuchtungswechsel beschrieben das heißt dasselbe Objekt erscheint in einem anderen Licht und sieht in diesem Licht komplett anders aus für mich obwohl es dasselben Objekt immer noch ist.
00:07:52: Ja, du kennst dich mit Licht aus und Beleuchtung schätze ich besser als ich jedenfalls.
00:07:56: Du weißt was ich meine ja?
00:07:59: Und eine Eigenschaft also.
00:08:00: ich habe beispielsweise auch im Buch eine eine Klientin beschrieben die zu Beginn ihrer Beziehung sehr fasziniert war von der Wortgewandtheit ihres Partners.
00:08:11: Der kannte sich aus, er war belesen, er wusste ihr die Welt zu erklären und gar nicht mal in einem Mansplaining-Sinn, sondern es war einfach inspirierend für sie und bereichernd.
00:08:22: Und nach und nach bekam das über die Jahre so einen Geschmack von ... Er lässt niemanden außer sich im Licht auftauchen, er nimmt den Raum komplett für sich ein.
00:08:38: Vielleicht auch dann irgendwann später sowas Belehrendes und ganz massiv kam dieser Eindruck dann noch zustande als sie ihn durch den Blick von anderen Menschen betrachtet hat.
00:08:51: also ich erlebe meinen Partner im bei sein anderer Menschen und auf einmal versetze Ich mich in die anderen menschen hinein und merke Ich habe so den Eindruck, die sind gerade ein bisschen genervt von dem.
00:09:05: Und das heißt natürlich in Wirklichkeit ich bin eigentlich genervt Von dem ist es natürlich leichter, jemandem anderen das zuzuschreiben als sich selber das einzugestehen.
00:09:13: So und dieser ganze Beleuchtungswechsel ist erstmal nicht per se etwas Schlimmes.
00:09:18: Es ist eigentlich gut dass wir Nicht über eine lange Zeit hinweg fasziniert sind davon Dass der andere auch fünf Finger an der Hand hat weil das ist ja offensichtlich Banane sondern wir lernen die Aspekte im anderen kennen, die nicht glamourös sind und die wir uns vielleicht auch anders wünschen würden.
00:09:38: Und das ist der Moment wo Liebe uns hilft ja?
00:09:42: Weil Liebe eigentlich da ist wenn wir den Anderen nicht beurteilen nach seinen Kriterien.
00:09:50: Wenn wir nicht ein Katalog aufstellen, wo steht Eigenschaft A-Check, Eigenschaft B-Check Das Wesen uns gegenüber einfach ein großes und durchsichtiges unendliches Kunstwerk ist, was wir gar nicht letztlich eigentlich beschreiben können anhand von Daumen hoch, Daumen runter.
00:10:12: Das finde ich gut, das finde ich schlecht.
00:10:13: Ja?
00:10:13: Das heißt in dem Moment wo wir es schaffen diese Aspekte die uns vielleicht tatsächlich ja die Zureibung führen zu integrieren in okay das gehört zu diesem Geschäft dazu Und ich liebe diese Eigenschaft auch wenn ich vielleicht und wieder davon genervt bin, weil sie zu diesem Wesen dazugehört.
00:10:32: Das ist die Kunst diese Liebe eben ausreichend lange und ausreichender Intensiv zunären Und das ist eben auch die Prävention dass wir nicht nach zwanzig Jahren da stehen und nur noch die Augen übereinander rollen.
00:10:48: Also das klingt ja total gut.
00:10:50: aber wie geht es denn praktisch?
00:10:53: Also, ich bin jetzt in der Glücklich-Mitziehung.
00:10:54: Wir sind auch schon fast zwanzig Jahre zusammen und trotzdem muss ich sagen, bin ich ja ab und zu völlig genervt oder finde eine Eigenschaft doof die ich am Anfang vielleicht gut fand oder ich finde irgendwas was er macht gerade blöd und reg mich auf.
00:11:08: natürlich wird es dann im Nachhinein integriert.
00:11:10: Vielleicht gibt's auch ein Konflikt dazu oder so.
00:11:13: Ich sehe das als völlig normal an.
00:11:15: aber wenn du so sagst okay ich muss im Grunde alles an diesem Wesen, dass da mir gegenübergestellt ist.
00:11:22: Lieben weil jede Eigenschaft eben zu diesem Gesamtpaket gehört dann klingt es ja schon fast nach Erleuchtung.
00:11:30: wie sieht das aber praktisch im Alltag aus?
00:11:34: Ja also da überschätzt du mich eindeutig so meine ich das nicht, dass man nichts als Stürffaktor wahrnehmen sollte.
00:11:47: um Gottes Willen Ich finde das wahnsinnig gesund, wenn du beschreibst dass du genervt bist manchmal von Verhaltensweisen deines Mannes oder von Charakterzügen und andersherum wahrscheinlich auch.
00:11:58: Und dass ihr dann diese Generft halt auch ausdrückt und dass es dann vielleicht ein Konflikt gibt oder nicht.
00:12:04: aber Du bist ja da!
00:12:06: Ihr seid ja zusammen und du liebst ihn ja.
00:12:10: Das heißt da kommen wir auch auf Form Also unterschiedliche Formen von Ambivalenzen zu sprechen.
00:12:15: Es gibt in jeder Beziehung Ambivalensen, das heißt ich kann sagen mein Mann hat eine gute Eigenschaft A und eine schlechte Eigenschaft B. Das kann ich sagen ohne dass es meiner Liebe oder meinem Commitment genauer gesagt Abbruch tut.
00:12:31: Aber dann gibt's eine Form von anderer Ambivalenz in Beziehungen die schädlich sind.
00:12:36: wenn Ich zum Beispiel sage Mein Partner hat Eigenschaft b Die ist negativ für mich und ich weiß manchmal gar nicht, ob wir füreinander bestimmt sind beispielsweise.
00:12:48: Das heißt, wir können es eigentlich nicht an den negativen Eigenschaften festmachen.
00:12:53: Ist das hier ein Problem oder nicht?
00:12:55: Sondern immer nur an der Art wie wir über diese Differenzen fühlen.
00:13:00: Also wenn ich das Gefühl habe Ich kann die schlechten Eigenschaftens meines Partners annehmen da sein lassen akzeptieren und ihn weiterhin lieben, dann ist das auch kein Problem.
00:13:13: Aber wenn es mich so sehr in meinem Commitment und meiner Zufriedenheit einschränkt, dann schon.
00:13:21: Weil es ist natürlich also Zusammenleben mit einer anderen Person zusammenleben – eng zusammenleben, lange zusammenleben!
00:13:28: Ist ja eine enorme Herausforderung und ja auch ne Provokation der eigenen Person.
00:13:35: Also jeder kleinen Mikrointeraktion letztlich Kann ja ein Konflikt drinstecken.
00:13:43: Du trinkst Sprudel, ich trinke stilles
00:13:45: Wasser.".
00:13:46: So einer von uns hat Recht und der andere nicht!
00:13:51: Also im Beziehungsalltag kommt das ja ständig vor.
00:13:55: Das heißt, ich muss sowieso die ganze Zeit in irgendeiner Form damit händeln dass mein Gegenüber was mir so nah ist komplett anders ist als ich Und das nicht als Affront oder Urteil oder in Fragestellen meines eigenen Werts in irgendeiner Form aufnehmen.
00:14:16: Ich finde das hochkomplex, ich find es ganz interessant was du sagst.
00:14:23: Ich bin so ein bisschen dran hängen geblieben als du diese Eigenschaften so ein bißchen geklastert hast und dass man die eventuell annehmen kann und integrieren kann – das habe ich jetzt gut verstanden – und dass eine andere Reaktion darauf sein kann.
00:14:36: okay das kollidiert jetzt eigentlich zu sehr mit meinen Werten.
00:14:40: Nun waren aber die Eigenschaften ja vor fünfzehn Jahren auch schon da und da war es noch okay.
00:14:45: Kann ich also präventiv etwas tun, damit wir irgendwie besser zusammen schwingen?
00:14:51: Und das nicht zu diesen riesigen Dispflanzen kommt überhaupt?
00:14:56: Geht das?
00:14:58: Ja!
00:14:58: Das ist eine total wichtige Frage.
00:15:01: Also du meinst ja so ein bisschen... Also habe ich den Eindruck jedenfalls wie schaffen wir's dass wir uns auf ne lange Sicht hinweg auseinander entwickeln oder entfernen.
00:15:13: Das ist ja eine legitime, total sinnvolle Frage, weil ja Individuen sich hoffentlich und in meisten Fällen glücklicherweise ständig weiterentwickeln.
00:15:23: Und dass man sich auf dem gleichen Pfad weiterentwickelt, ist nicht selbstverständlich sondern es genauso möglich das man sich in unterschiedlichen Faden weiterentwickelt.
00:15:33: Letztlich kann man sich das was man unter Beziehungsarbeit immer so meint, eigentlich vorstellen als einfach Zeit miteinander verbringen.
00:15:47: Das ist gar nicht so anstrengend wie dieses Wort Arbeit vielleicht klingt in manchen Ohren sondern es heißt eigentlich ständig miteinander ja abgedatet bleiben und eingecheckt bleiben und wissen was den anderen gerade beschäftigt und wo der andere ist beispielsweise.
00:16:07: Also, das ist ja auch ein interessantes Kriterium für ... Ist eine Beziehung ne feste Beziehungen oder eine nicht-feste Beziehungsbeziehung?
00:16:16: Zumindest aus der Soziologie so.
00:16:18: Dass ein Faktor für ne festen Beziehunge ist weiß man wo der andere gerade isst.
00:16:25: Wo er sich auffällt an welchem Ort im Großen und Ganzen.
00:16:31: Aber für den Kontakt und fürs Auf ... Recht erhalten und für das Aufrechterhalten der Verbundenheit ist in erster Linie eigentlich wichtig.
00:16:40: Öffne ich mich meinem Gegenüber, meinem Partner meiner Partnerin regelmäßig habe ich ein Ohr.
00:16:47: wenn sie sich mir gegenüber öffnet nehme ich kleine Gesten der Verbindung an und auf.
00:16:54: also Man kann auch darauf mal achten, vielleicht selbst in seiner Beziehung wenn mein Partner meine Partnerin eine kleine ganz niedrigschwellige Geste von Kontaktaufnahme herstellt oder herzustellen versucht.
00:17:08: Zum Beispiel mein Partner meiner Partnerin schickt mir ein Bild, ein Foto, ein Lied oder fragt wollen wir heute Abend nicht das und das irgendwo im Nebensatz zwischen Tür und Angel?
00:17:22: ob man diese Versuche von Kontaktaufnahme aufnimmt und darauf eingeht.
00:17:28: Oder, ob viele von diesen Kontaktaufnahmen vielleicht verwässern oder... Man merkt auch der eine wollte vielleicht eigentlich noch eine Umarmung beim Tschüss sagen.
00:17:37: Man selber hat aber schon den Raum verlassen.
00:17:39: Und dass man sich ein bisschen sensibilisiert dafür, weil diese ganzen kleinen Kontakt-Aufnahmeversuche wichtig sind und schön wären wenn sie erfüllt werden würden für die Verbundenheit
00:17:52: Total.
00:17:54: Also das merke ich auch im Alltag total, dass es so wichtig ist diese kleinen Gesten quasi zu etablieren und ja auch beizubehalten, auch wenn's manchmal total stressig ist oder es einfacher wäre jetzt einfach schnell sein Ding zu machen und nicht noch mal zurückzugehen und dem anderen ordentlich tschüss zu sagen oder so.
00:18:14: Absolut!
00:18:14: Und wenn man sich klar macht wie viel Zeit kostet, dass jemand ordentlich Tschüß zu sagen Wie viel kostet das?
00:18:21: Fünf Sekunden mit mal in die Augen gucken und umarmen einen Kuss, was weiß ich.
00:18:28: Das kriegt man schon eingebaut in seinen Tag.
00:18:32: Ja, ich glaube irgendwie sich zu trennen ist dann bis Zeit intensiver ne?
00:18:37: Mhm ja, Trennung dauert lange also vom Beschluss bis zur Trennung glaub ich so der Durchschnitt zwei Jahre in etwa bei solchen Beziehungen die sehr sehr institutionalisiert sind.
00:18:51: Was würdest du denn sagen, wenn man jetzt merkt irgendwas ist hier nicht stimmig und ich komme vielleicht auch gar nicht so richtig weiter oder ich kann mit meinem Partner auch nicht so gut darüber reden.
00:19:03: Wie kann man dann herausfinden an welchem Punkt in der Beziehung man so steht?
00:19:10: lohnt es sich irgendwie zu kämpfen oder zu investieren?
00:19:14: und wo merkt man, okay dieser Kipppunkt ist vielleicht auch überschritten dann nehmen wir jetzt vielleicht nichts mehr zu retten.
00:19:19: Oder gibt es diesen kipppunkt überhaupt?
00:19:22: Wo's dann so aus dem Ruder läuft dass man einfach gar nicht mehr zusammenfinden kann?
00:19:26: also was sind so Indikatoren wenn ich in so einer Zwischenphase bin um mich ein bisschen einzunorden und irgendwie zu wissen wo ich mich gerade befinde?
00:19:37: Das ist ein ganz häufiges Bedürfnis von den Menschen, die zu mir kommen.
00:19:43: Dass sie gerne wissen würden wie vom Thermometer abgelesen, wie gut oder schlecht geht es in meiner Beziehung eigentlich gerade?
00:19:53: Das ist total verständlich und ich würde natürlich total gerne einen Thermometer nehmen können, das irgendwie messen.
00:19:59: Dass was man so zur Verfügung hat sind Studien beispielsweise von zwei Forscherinnen die ganz viel zu Trennung gemacht haben Und die empfehlen beispielsweise über den längeren Zeitraum ein paar Wochen jeden Tag aufzuschreiben wie zufrieden Man mit der Beziehung ist.
00:20:17: zwischen null und zehn Null am wenigsten zufriedenzien maximal.
00:20:22: Und wenn man nach ein paar Wochen auf einen Durchschnitt gekommen ist, der unter sechs Komma fünf liegt.
00:20:28: Dann sollte man sich Sorgen machen und wenn er über sechs Kommafünft fliegt sozusagen noch irgendwie akzeptabel so.
00:20:36: Man merkt schon gleich Auf der einen Seite sieht man sich Nach solchen Zahlen das tut irgendwie gut.
00:20:40: Aha ja dann weiß ich Bescheid.
00:20:42: Auf der anderen Seite merkt man auch irgendwie Das zwischenmenschliche Beziehungen oder überhaupt die eigene Zufriedenheit in einer Zahl darzustellen Ein bisschen ein bisschen unbehagen vielleicht hervorruft oder Fragezeichen, so wie gut kann das wirklich funktionieren.
00:21:01: Dennoch hat das eine Erfolge erzielt laut diesen Forscherinnen.
00:21:06: Eine andere Möglichkeit ist auch sich zu fragen, wie viele Tage in der Woche sind gut und wie viele schlecht?
00:21:12: Es gibt ja diese fünf-zu-eins Quote,
00:21:14: d.h.,
00:21:15: eine schlechte Interaktion, fünf gute um wieder auf Status quo zu kommen, also jetzt auf die Woche übertragen und sagen wir wenn einen Tag irgendwie der hausigen Schief hängt.
00:21:25: Die anderen Tage aber gut sind kann man das vielleicht noch tolerieren?
00:21:29: Ansonsten kann man sich aber meiner Meinung nach auch fragen aus welcher Ecke die eigene Unzufriedenheit kommt.
00:21:36: Also ob die eigene Unsufredenheit zu diesen vier Grundpfeilern von Beziehung gehört.
00:21:42: Commitment Vertrauen Freundschaft und Leidenschaft oder ob es aus einem anderen Bereich heraus resultiert.
00:21:52: Wenn die Unzufriedenheit zu einem dieser vier Pfeiler gehört, dann ist mit Sicherheit mehr Arbeit nötig weil das grundlegende Fundament betrifft teilweise eben auch vielleicht hohe Hilfe notwendig.
00:22:06: aber vielleicht kommt die Unzufriedenheit auch aus Kleinigkeiten und ich habe den Eindruck dass viele Menschen vielleicht unterschätzen, wie viel man sprechen muss um einander wirklich zu verstehen.
00:22:19: Und das ist zeitaufwendig und das ist auch teilweise nicht unbedingt angenehm.
00:22:24: also ich erlebe es häufig dass Partner sagen ja jetzt habe ich ja schon gesagt wie Ich dazu fühle oder warum ich das nicht will?
00:22:33: Und ganz häufig reicht das aber nicht aus.
00:22:35: wir brauchen manchmal einfach ein paar mehr Worte den anderen begreiflich zu machen, warum wir was wie empfinden als Einsatz.
00:22:47: So schön wär's wenn wir so effektiv miteinander umgehen könnten aber so ist es nicht und wir brauchen teilweise echt viel Zeit.
00:22:55: Und jetzt hast du diese vier Grundpfeiler beschrieben?
00:22:59: Wenns mir nicht gut geht und ich emotional aufgewühlt bin weil ich denke meine Beziehung steht vielleicht auf dem Spiel dann kann ich ja vielleicht gar nicht so ganz klar denken und identifizieren, aus welcher Ecke jetzt, welches Gefühl Bedürfnis oder wie auch immer kommt.
00:23:14: Was gibt es denn da für Möglichkeiten dem so näher zu kommen?
00:23:19: Freundschaft heißt Sympathie.
00:23:21: Heißt bin ich mit dieser Person einfach gerne zusammen ist die mir sympathisch würde ich mit der auch befreundet sein mit dieser Personen Leidenschaft heisst möchte Ich die anfassen möchte ich mit der nah sein, körperlich sein.
00:23:37: Vertrauen heißt natürlich das was man darunter versteht.
00:23:41: in erster Linie kann ich dieser Person wirklich intime persönliche vielleicht auch mich verletzlich zeigende Dinge anvertrauen und vertraue aber auch darauf dass diese Person damit umgeht innerweise die mich zufrieden stellt also zum Beispiel die Dinge nicht weiter erzählt an Personen, wo ich es nicht will.
00:24:00: Die Dinge gegen mich verwendet und vielleicht auch die Dinge tatsächlich angeht als während ihrer eigenen Probleme.
00:24:08: Und Commitment ist das was wir brauchen um eine Form von Sicherheit zu empfinden Um sagen zu können Wir wollen auch in die Zukunft miteinander gehen um das Gefühl zu haben Ich weiß, dass wenn mein Partner meine Partnerin rausgeht ohne mich.
00:24:27: Dass sie sagt ich bin in einer Beziehung mit mir.
00:24:32: Also das ist sozusagen gestehen zueinander in der Öffentlichkeit und unserer Umgebung.
00:24:37: Das sind vielleicht so Fragen wo man ein bisschen herausfinden kann.
00:24:41: aus welcher Ecke wird der Wind hier gerade?
00:24:45: Werbung!
00:24:47: Eine Brille trage ich schon seit meinem sechzehnten Lebensjahr.
00:24:51: Jetzt wird das Ganze aber etwas trickier.
00:24:53: Ich habe irgendwann gemerkt, Nachrichten weiter weghalten mehr Licht brauchen ständig die Schrift größer machen.
00:25:00: Das ist wohl kein Zufall mehr und ehrlich gesagt war das erst mal ein kleiner Moment.
00:25:05: It's time for Gleitsicht baby!
00:25:07: Bei Gleitzicht für mich immer nach okay jetzt bin ich wirklich erwachsen klang.
00:25:12: Also war ich bei View und habe mir eine neue Brille ausgesucht und dabei hab ich plötzlich verstanden wie groß die Unterschiede bei Brillen eigentlich sind.
00:25:20: Habt ihr euch auch schon mal gefragt, aus welchem Material eure Brille besteht?
00:25:25: Ich nämlich lange überhaupt nicht.
00:25:27: Bis ich mich bei Vue intensiver damit beschäftigt habe und gemerkt habe wie viel Qualität Handwerk und Material am Ende mit Komfort zu tun haben.
00:25:36: viele Modelle werden dort aus hochwertigem Acetat oder Titan gefertigt handgefertigt in ausgewählten Manufakturen Und das merkt man tatsächlich sofort.
00:25:45: Sie fühlen sich leicht an, hochwertig und angenehm im Alltag.
00:25:50: Ich mag außerdem diesen klaren Designansatz von Vue total.
00:25:54: Die Marke kommt aus Zürich und hat dieses zeitlose minimalistische Schweizer Design Das einfach nicht nach Trend von heute weg vom Morgen aussieht.
00:26:03: Was ich auch spannend fand dieser Fokus auf faire und transparente Produktion sowie langlebige Materialien statt schneller Wegwerfprodukte.
00:26:12: Irgendwie passt das für mich total in diese Lebensphase, dass man bewusster auswählt mehr auf Qualität achtet und Dinge haben möchte die einen wirklich lange begleiten.
00:26:22: Ich war dann auch zum Sehtest und zur Beratung im Store übrigens kostenlos und mochte diese ganze Erfahrung total.
00:26:28: Dieses ruhige Aussuchen anprobieren sich Zeit nehmen fast ein bisschen das Gegenteil von unserem sonstigen Dauertempo.
00:26:35: Und vielleicht ist genau das auch ein Teil vom älter werden Dass man irgendwann merkt, dass weniger aber besser sein darf.
00:26:43: Mit dem Coach Stephanie Hielscher-Zvöll bekommt ihr auch einen Rabatt.
00:26:47: Danke an meinen Werbepartner View für die Unterstützung dieses Podcasts!
00:26:53: Werbung Ende.
00:26:56: Und dann kann ich mir noch vorstellen, dass viele Beziehungsprobleme, aber auch gibt es weder von den Kleinigkeiten noch von den Grundfallern her rühren oder also vielleicht Dinge, die von außen einfach passieren, die schwierige Phasen mit sich bringen irgendwas, was vielleicht in mir selbst liegt.
00:27:17: Was ist mir dann auf einmal also vielleicht Dinge mit denen ich dich nicht richtig integriert habe bisher und die vielleicht lauter werden?
00:27:25: Und ich dann merke okay Ich hab so eine eigene Unzufriedenheit, die ich eventuell auch fäschlicherweise auf die Beziehung schiebe oder so.
00:27:34: Also du meinst so Formen, wo man in der Phase ist.
00:27:37: Wo man mit sich vielleicht und seinem eigenen Leben irgendwie unzufrieden ist und den Partner dafür verantwortlich macht?
00:27:43: Obwohl das vielleicht nicht ist?
00:27:46: Ja bestimmt auch.
00:27:50: Das müsste dann natürlich idealerweise schnell bemerkt werden dass es vielleicht nicht den Partner betrifft.
00:27:59: ja also ich kann mir vorstellen dass wenn man mit dich selbst quasi nicht zufrieden ist dass aber nicht richtig bearbeitet und nicht wahrhaben will, dass man natürlich eher im Außen die Schuld sucht wie wir es eben ja auch schon mal hatten.
00:28:11: Man schiebt das dann irgendwie auf die Freunde, die eine Eigenschaft des Badlers doof finden, da muss man das selber nicht machen.
00:28:17: Und so kann ich mir vorstellen, dass die Beziehung auch stellvertretend für Konflikte in einem selber benutzt wird um sich zu reagieren oder wie auch immer.
00:28:27: Ja der Mensch an sich will sich natürlich total gerne nicht ändern!
00:28:31: total unangenehm und anstrengend, sich zu ändern mit all dem was dazugehört.
00:28:37: Die Einsicht darin dass das notwendig ist woher das stammt zu erkennen warum man so ein Unbehagen hat bei der Vorstellung sich ändern zu müssen die Angst davor wie wird es dann wenn ich jemand anderes werde usw.
00:28:51: Das heißt wir machen natürlich große Anstrengungen um uns nicht zu ändern und vielleicht gehört dazu eben auch die Schuld für das eigene Unglück dem Partner zuzuschäden statt vielleicht einzusehen, dass man sich selbst ändern muss.
00:29:08: Wie vielleicht auch in Beziehungen, die früher im Leben stattfinden und man dann immer irgendwann an so einen Punkt kommt und merkt okay es geht hier nicht mehr?
00:29:16: Und dann hat man neuen Partner und man merkt nach drei Jahren ist man auf einmal wieder an einem gleichen Punkt und dann sieht man vielleicht einfach, dass es nichts mit der Beziehung zu tun hat sondern mit sich selbst.
00:29:28: Du hast gesagt, dass Trennungen so lange dauern.
00:29:32: Warum ist das so?
00:29:34: Was hält die meisten Menschen, die auch zu dir kommen zurück diesen Schritt zu gehen?
00:29:40: Es gibt ganz interessante Modelle dazu, die das beschreiben.
00:29:47: Man hat viel investiert nicht nur Geld-, Zeit-, Energie sondern eben auch emotionales Investment.
00:29:55: Es gibt natürlich auch andere Hürden, finanzielle Natur.
00:29:59: Gibt auch Kulturen beispielsweise wo es nicht geht ja, wo ich vielleicht verachtet werde oder ausgeschlossen aus Gemeinschaften.
00:30:07: womit ich mich konkret beschäftigt habe sind Personen die ganz bewusst unglücklich sind das auch so benennen und über einen relativ langen Zeitraum ist trotzdem nicht schaffen zu gehen.
00:30:22: Und als ich dem das erste Mal begegnet bin, war ich selbst etwas überrascht davon.
00:30:29: Weil da Personen vor mir saßen die letztlich eigentlich die Lösungen schon benannt haben, die letztendlich da saßen und gesagt haben diese Beziehung wird nicht auf Ewigkeit Bestand haben.
00:30:44: und in mir regte sich natürlich etwas wie ja dann Geh doch, weil wir nicht für ewig leben.
00:30:54: Aber mir wurde ganz schnell bewusst dass das nicht hilft, weil diesen Satz diese Menschen sich selbst häufig genug sagen und auch häufig genug in ihrem persönlichen Umfeld auch schon zu hören bekommen haben.
00:31:08: Und das hat Interesse in mir ausgelöst.
00:31:13: Wie kann es sein?
00:31:14: Dass man eigentlich weiß, dass man gehen muss und dass das kluge reflektierte, emotional intelligente Menschen sind, die nicht gehen.
00:31:25: Und die Gründe, die dafür genannt werden dann häufig, sind Gründe von denen, die Betroffenen glauben, dass sie verantwortlich sind für ihr Bleiben also zum Beispiel die Kinder
00:31:39: z.B.,
00:31:40: die ganze gemeinsame Zeit, die man schon verbracht hat miteinander.
00:31:43: Zum Beispiel die Angst vor der Ungewissheit in der Zukunft usw.. Inzwischen bin ich an dem Schluss, dass diese Gründe die da genannt werden nicht sind, die Menschen in Wirklichkeit halten.
00:31:58: Weil all diese Gründen hat jeder Mensch zu überwinden der sich aus einer langen Beziehung herauslöst und das sind Gründe, die überwunden werden können.
00:32:11: Menschen gehen ja obwohl es vielleicht finanziell schwieriger sein wird in der Zukunft.
00:32:16: Menschen gehen ja, obwohl sie gemeinsame Kinder haben und das enorm weh tut usw.
00:32:21: Das heißt es war dann irgendwann meine Aufgabe also so habe ich's empfunden mit den betroffenen Personen zusammen rauszufinden was eigentlich da die Gefühle sind, die Sie verharren lassen, die sie verweilen lassen.
00:32:39: Und das waren ganz andere Aspekte.
00:32:42: Die hatten nichts mit Finanzen zu tun letztlich auch nichts unbedingt mit dem Wohl des Kindes, sondern die gingen teilweise eine Ebene tiefer und erst als das auf den Tisch lag tatsächlich auf einmal ein Fenster auf wo sie tatsächlich gehen konnten.
00:33:03: Und kannst du ein bisschen benennen was das für tiefer liegende Gründe waren?
00:33:07: Das sind letztlich Formen von ganz tiefsitzenden Schmerz der in den Personen schon immer irgendwo geschlummert hat, also der nichts unbedingt mit der Beziehung zu tun hat.
00:33:20: Sondern einfach mit dem Individuum an sich.
00:33:24: zum Beispiel das Gefühl von absoluter Wertlosigkeit, absolutes Verlorensein, absolutem Alleinsein in der Welt, absoluter Schwäche nicht zurechtzukommen alleine, absoluta Angst nicht zu wissen was kommt dass nicht in der Hand zu haben.
00:33:42: Angst, Liebe zu verlieren.
00:33:45: Die Liebe der Kinder beispielsweise zu verliern wenn man geht Ja sowas was man vielleicht mit dem finde ich sehr schönen Wort Kernschmerz beschreiben kann Muss wenig in der Beziehung verankert ist sondern ganz ganz tief in einem selbst und in der eigenen Geschichte.
00:34:05: Und kann dieser Kernschmerz Dann vielleicht sogar auch der Grund dafür sein dass die Beziehungen nicht mehr funktioniert?
00:34:13: Ich sage gerne, dass den Kernschmerz überhaupt selber mal zu empfinden und kennenzulernen in sich selbst ist ein Schritt.
00:34:25: Und das nicht angenehm.
00:34:27: und alles was nicht angesehen ist natürlich wenn man jetzt von Entwicklung spricht psychischer Reife und emotionaler Reife spricht erstmal gut.
00:34:37: also da wo es unangenehm ist es gut weil das wollen wir überwinden und weitergehen.
00:34:44: Das heißt, dass erstmal selber kennenlernen und anschauen und durchfühlen ist nicht angenehm.
00:34:51: dem Partner gegenüber das zu zeigen also den Partner davon in Kenntnis zu setzen in gewisser Weise den Partner einzubeihen führt in den seltensten Fällen zu einer Distanz.
00:35:07: Das heisst eigentlich wenn ich meinem Partner gegenüber zeige Ich habe irgendwo in mir eine Seite, die sich absolut wertlos anfühlt.
00:35:21: Es gibt in mir einen Ort wo ich fühle dass ich der Welt nichts beizutragen habe Dass ich eigentlich überflüssig bin das die welt genauso gut ohne mich dran wäre.
00:35:32: So wenn ich so eine art von Vertrauen habe zu meinem Partner Habe ich gute chancen Das wenn nicht so etwas mitteile dass mein Partner die Arme ausbreitet und mich annimmt.
00:35:49: Und die Beziehung eher stärker wird dadurch, das heißt ich würde eher sagen ein Kernschmerz haben ist nicht das Problem Das hat fast jeder hat irgendeine Form davon und hilfreich ist es den Partner einzubeihen und das miteinander durchzustehen und idealerweise natürlich auch in irgendeiner Form durch eine solche sichere, feste vertraute Beziehung etwas heilen zu können davon.
00:36:20: Und wenn du jetzt zum Beispiel mit einem Klienten da sitzt und eigentlich ist die Trennung im Kopf schon vollzogen?
00:36:27: Dann kommt ihr zu diesem Ort des Kernschmerzes und das kommt auf den Tisch.
00:36:33: Gibt es dann noch eine Chance zurück also weil man das dann mit dem Partner teilt?
00:36:37: oder gibt es irgendwo den Punkt wo du sagen würdest okay es ist so viel passiert funktioniert jetzt leider nicht mehr.
00:36:45: Genau, das ist dieser Point-of-Neu-Return.
00:36:49: Ich sage das sowieso nicht.
00:36:51: also ob es die Möglichkeit gibt für einen zurück oder nicht ich glaube dass kommt in ganz großem Ausmaß darauf an ob da noch Energie Lust Interesse Bereitschaft besteht auf beiden Seiten Dass sich die Beziehung wieder stabilisiert oder nicht?
00:37:15: wo einer von beiden oder vielleicht sogar auch beide sagen und nicht nur einmal im Streit oder im Effekt, sondern wirklich mit nüchternem Hauptsagen ich habe keine Lust mehr daran zu arbeiten.
00:37:31: Das ist mir egal!
00:37:32: Ich kann nicht mehr.
00:37:33: Es ist vorbei.
00:37:34: Ich möchte einfach nicht mehr jetzt Reparaturarbeiten leisten.
00:37:39: Oh, ich kann das nicht mehr?
00:37:41: Ich will das nicht.
00:37:42: Ich kann es nicht mehr... Ich sehe keinen Sinn darin usw.. Wenn das aber nicht der Fall ist, wenn da zwei Menschen sind die eigentlich sagen es wäre schon schön.
00:37:51: Ich weiß nicht ob's klappen kann Aber ich würde mir wünschen dass die Beziehung wieder aufblüht oder sich stabilisiert.
00:38:00: Dann besteht meiner Meinung nach immer die Möglichkeit das auch anzugehen.
00:38:06: Und hast du auch schon mal Paare in so einem bewussten Trainungsprozess gehabt Die dann wieder zusammengefunden haben?
00:38:15: Ja, absolut.
00:38:17: Also mein erster Impuls ist natürlich erstmal die Beziehung zu retten sozusagen.
00:38:26: Es sind immer eher ... Der konservative Ansatz ist der erste weil immer erst mal was erhalten bevor man es weglegt halt ich für sinnvoll und das hat auf jeden Fall auch schon funktioniert.
00:38:42: aber mich habe auch andere Paare die gemeinschaftlich in Begleitung von mir beschließen, dass es jetzt besser ist zu gehen.
00:38:55: Hat sich das geändert?
00:38:57: Also gab es schon immer Leute wie dich, die sozusagen ... auch Paare dabei begleitet haben, weil ich kann mich zum ersten mal dran erinnern natürlich bei Chris Martin und Gwyneth Paltrow als in dieses Schlagwort von Conscious Uncoupling sozusagen aufkam.
00:39:12: Also der aktiven Arbeit daran dass diese Trennung nicht im Rosenkrieg endet sondern irgendwie auch das gemeinsame Miteinander gerade wenn Kinder da sind nach der Beziehung gelingen können.
00:39:23: ist es ein Trend der relativ neu ist?
00:39:27: Ich glaube, das ist relativ neu.
00:39:29: Also überhaupt dieser Begriff Trennungsbegleitung beispielsweise oder dieses Conscious Uncoupling natürlich schöne Terme für was wo man vielleicht das vorher gar nicht so auf dem Schirm hatte dass das vielleicht ein Thema ist was Begleitung vielleicht braucht unter Umständen aber generell.
00:39:46: es ist natürlich die Arbeit oder die Funktion die ich ausfülle.
00:39:51: Die haben Menschen wo es noch keine Coaches gab auch ausgefüllt.
00:39:58: Ja, das waren dann aber vielleicht Großmütter, Onkel, Cousinen, Väter, Vertraute, gute Freunde und da bin ich nicht diejenige, die das konstatieren muss.
00:40:14: Das geben etliche Studien her, dass wir in unserer Gesellschaft davon eben zu wenig haben.
00:40:21: also Menschen haben erstaunlich wenig enge Vertraut.
00:40:25: Wirklich?
00:40:27: Menschen haben immer weniger enge Freunde in Familien.
00:40:33: Es ist sowieso weniger, wir vereinzeln in der Gesellschaft.
00:40:37: Vereinsamung ist ein Riesentrend auch nicht jetzt seit gestern und das macht natürlich den Bedarf größer nach jemandem, der eine Trennung eventuell begleitet oder vielleicht auch einfach ne Krise in einer Beziehung begleitet.
00:40:55: aber schon immer haben Menschen Unterstützung gebraucht hin und wieder bei solchen schwierigen Momenten.
00:41:04: Nur ja, muss man nicht immer dafür bezahlen oder einen Fremden aufsuchen?
00:41:12: Was bereuen Menschen?
00:41:13: deiner Erfahrung nach eher gegangen zu sein oder zu lange zu bleiben?
00:41:20: Sehr schöne Frage!
00:41:22: Zu lange gewartet zu haben.
00:41:25: Ich denke auch dass viele Beziehungen deshalb unglücklich sind, weil zu lange so viele Augen zugedrückt worden sind.
00:41:38: Man zu sehr es irgendwie schaffen wollte, es irgendwie hinbekommen wollte und vielleicht auch schon zu Beginn der Partnerschaft über Dinge hinweg gesehen hat oder relativiert die hätten ausreichen können, um zu sagen du bist ein toller Mensch.
00:41:57: Ich bin ein toler Mensch aber wir sind vielleicht nicht füreinander gemacht und man zieht weiter.
00:42:02: also die die Annahme so früh schon den Menschen gefunden haben indem man wirklich lange Zeit und Leben teilt.
00:42:11: soweit er ist ja angesichts der Menge an Menschen auf der Welt auch bisschen großmütig.
00:42:17: Also warum sollte die zweite Person die ich täte jetzt schon, die richtige.
00:42:22: Ich meine das Glück gibt's ja!
00:42:25: Das sage ich nicht.
00:42:25: aber es ist auch okay sich zu sagen ich habe sieben ausprobiert und von denen war noch keine dabei mit der ich eine Familie gründen möchte.
00:42:35: Deshalb suche ich halt weiter.
00:42:37: Es gibt ja genug.
00:42:39: Gibt es irgendeine Erkenntnis, die du während des Schreibens gewonnen hast, die dich selbst überrascht hat?
00:42:46: Ja vielleicht am ehesten wie... Befreiend und auch in gewisser Weise Empowernd, das ist die eigenen Schwächen.
00:42:58: Und die eigenen wunderen Punkte zu kennen und irgendwie akzeptieren oder lieben zu lernen zumindest vielleicht akzeptiert sich mit denen zu verbinden und In irgendeiner Form selbstbewusst mit ihnen umzugehen.
00:43:17: Das vielleicht am nächsten dass es dass der Kontakt oder sich das auseinandersetzen mit den eigenen wunden Punkten, sich nicht nur schlimm und schlecht und schmerzhaft anfühlen muss.
00:43:29: Klar, das auch!
00:43:31: Aber auf der anderen Seite hat es natürlich auch was ermächtigen des und was total Kraftvolles irgendwie so über sich Bescheid zu wissen und damit dann auch entsprechend umzugehen.
00:43:46: Und beispielsweise bei einem nächsten Konflikt zu verstehen, ah das deshalb verletzt mich das gerade.
00:43:52: ja aber ich weiß über mich Bescheid und deswegen verletzen mich das.
00:43:55: und umso mehr ich mich selbst kenne so eher kann ich mir auch selber Trost geben halt geben und mich da durch navigieren Ja?
00:44:07: Und wenn du so eine Sache mitgeben könntest, die du gerne möchtest.
00:44:12: Die bei den Hörern oder auch bei den Leseren und Lesern hängen bleibt was wäre das dann?
00:44:17: Was ist für dich so die Essenz aus der Arbeit die du da gerade in das Buch gesteckt hast?
00:44:24: Vielleicht am ehesten wenn ein Gefühl über einen langen Zeitraum bestehen bleibt Dann fängt es an zu stinken also im Sinne von, das ist verdächtig.
00:44:43: Dann habt ein Auge drauf.
00:44:46: Sich schlecht fühlen und genervt sein – alles was dazugehört, ist überhaupt gar kein Problem, gar keinen Warnsignal in irgendeiner Form, im Gegenteil sogar.
00:44:58: Aber das gesunde normale Gefühl kommt, wird stärker, erreicht einen Höhepunkt und flacht eben wieder ab.
00:45:08: Wenn aber sozusagen ich chronisch irgendetwas fühle, im negativen Bereich Unzufriedenheit.
00:45:15: Eine Entfremdung und Generftheit beispielsweise die mich über Wochen hinweg begleitet oder sogar länger besprechen ja teilweise auch von Jahresspannen dann sollte mir das zu denken geben und ich sollte mich selber ernst und wichtig genug nehmen das auf den Tisch zu packen und mir erst mal selber anzuschauen.
00:45:40: Und warum sollte ich so einen großen Teil meiner selbst versuchen, andauernd langanhaltend unter ein Teppich zu kehren?
00:45:51: Also was bin ich wenn nicht meine Gefühle?
00:45:58: Ich sehe irgendwie aus, ich habe irgendein Beruf, ich hab Wohn-Down da oder Kinder oder nicht.
00:46:03: Ja okay, das ist aber letztlich auch bisschen austauschbar.
00:46:07: Also das, was uns am tiefsten ausmacht und unverwechselbarst macht ist ja die Art wie wir fühlen zu Dingen in unserem Welt.
00:46:20: Und wenn ich bereit bin so großen Teil von mir zum Missachten nicht ernst zu nehmen oder wahrzunehmen und dann tätig zu kehren, zu relativieren, dann macht das etwas mit mir als Mensch.
00:46:35: Das ist nicht gesund.
00:46:39: Ich würde nur noch ganz kurz zum Schluss, weil er so viel Angst vor diesen Trennungen besteht und in deinem Buch schreibst du ja auch ein bisschen was über das danach?
00:46:47: Vielleicht kannst du so einen mini kleinen Ausblick geben, was vielleicht auch Schönes auf uns warten kann.
00:46:54: Nach einer Trennung aus einer langen Beziehung steht nicht sofort happy peppy ich bin frei und unbesiegbar.
00:47:03: Ganz häufig ist erst mal eine große Erschöpfung da, niedergeschlagen sein.
00:47:10: Es ist einfach wahnsinnig anstrengend gewesen zu diesem Punkt zu kommen aber Personen regenerieren sich auch extrem zuverlässig davon.
00:47:22: also nach einer gewissen Zeit nach ein zwei drei Jahren sind da Menschen die sagen das war das Richtige nicht nur für mich für meinen Partner, vielleicht sogar auch für die gemeinsamen Kinder und das Umfeld.
00:47:37: Und haben noch mal einen ganz neuen Blick auf sich selbst gewonnen und vielleicht auch das Gefühl gehabt einfach für sich eingestanden zu sein und sich das erlaubt zu haben gehen zu dürfen.
00:47:50: Und dann am Ende glücklicher zu sein?
00:47:53: Ja ja absolut
00:47:55: Danke dass du da warst!
00:47:57: Danke Stefanie für die Einladung.
00:48:03: Wenn du bis hierhin zugehört hast, dann danke ich dir wirklich von Herzen.
00:48:07: Dieser Podcast lebt von Zeit, von Aufmerksamkeit und davon das wir uns gegenseitig zuhören!
00:48:13: Wenn dir diese Folge etwas gegeben hat, dann freue mich riesig wenn du dem Podcast abonnierst eine Bewertung da lässt oder ihn mit jemandem teilst für den er gerade wichtig sein könnte.
00:48:24: Du findest mich auch auf Instagram.
00:48:25: dort teile ich Gedanken Einblicke und Themen die hier im podcast weitergehen Und wenn du tiefer einsteigen möchtest, in meinem Buch – so alt war ich noch nie – findest Du viele der Fragen, Gefühle und Perspektiven wieder die wir hier besprechen.
00:48:40: Danke, dass Du da bist!
00:48:41: Und bis zur nächsten Folge.